Aktuelle Kooperation zwischen CJD und TKW Nienburg

Gelungene Integration im Sport

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Die Sportgruppe mit den Übungsleitern Ben Lepinay und Volker Sangmeister im TKW-Fitnessbereich.

Nienburg. Freude und Spaß am Sport stehen Farwad, Segeney, Mussi, Mouchtar, Ansar, Ousmane, Segeney und Faisal förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie gehören zu einer Gruppe von jetzt sechzehn Jugendlichen aus verschiedenen Ländern.

Gefunden haben sie den Weg in die Leintorhalle des TKW Nienburg über eine Kooperation des Vereins mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD). Inmitten anderer Sportler gehen sie eifrig und unbefangen zwei- bis dreimal wöchentlich dem Training in verschiedenen Sparten des TKW nach.

Sie fühlen sich angenommen und akzeptiert an der Seite ihrer Trainingspartner und Übungsleiter im Basketball, Ju-Jutsu, Ringen oder im Fitnesssport – und schon jetzt keimt die berechtigte Hoffnung auf, dass das eine oder andere Talent mal zum sportlichen Leistungsträger avancieren könnte.

Der Umgang im Vereinsleben ist unkompliziert und herzlich – gleichermaßen empfinden das langjährige TKW-Sportler und die „unbegleiteten Minderjährigen“ – wie sie im offiziellen Sprachgebrauch benannt werden. Noch bestehende Sprachdefizite im Trainingsalltag sind in der Welt des Sports einfach weniger schwer zu überwinden – Verständigungsprobleme werden geduldig und „sportlich“ angegangen.

Übungsleiter Volker Sangmeister erklärt Ousmane das Trainingsgerät.

„Größere Probleme gibt es in dieser Richtung nicht – alle ziehen hier mit gutem Willen an einem Strang“, unterstreichen auch TKW-Übungsleiter Volker Sangmeister und Ben Lepinay diese Erfahrungen. So sehen das auch die jungen Sportler: „Die Trainer sind nett und erklären uns alles geduldig. Wir haben viel Spaß zusammen. Und Freunde haben wir auch gefunden“, berichten sie.

Sven Kühtz vom CJD und Karl Theuerkaufer als Integrationsbeauftragter des TKW legen großen Wert darauf, dass im Verein Deutsch gesprochen und dabei ganz spielerisch gelernt wird. „Der Spracherwerb ist der wesentlichste Schlüssel auf dem Weg zur erfolgreichen Integration“, merkt Sven Küthz dazu an.

Ein Effekt, der den jugendlichen Sportlern des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands auch im schulischen und berufsbildenden Bereich zugute kommt. Denn neben sportlichem Ehrgeiz entwickeln die jungen Neubürger ganz konkrete berufliche Perspektiven. Vom Kfz-Mechatroniker über Erzieher bis hin zum Kranken- und Altenpfleger reicht das Spektrum der Berufswünsche. Und die jungen Sportler scheinen zu spüren: Sport weist den Weg zur Sprache – und Sprache ist die Brücke in die Mitte der Gesellschaft.

Anerkennung findet das erfolgreiche Zusammenwirken von CJD und TKW auch vom „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF), das über eine Förderung die Kooperation im Rahmen des Projektes „Willkommen in Nienburg“ unterstützt.

Vom Landessportbund Niedersachsen erhielt der TKW Nienburg ganz aktuell die erfreuliche Mitteilung, als Stützpunktverein in das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des „Deutschen Olympischen Sportbundes“ (DOSB) aufgenommen worden zu sein.

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