„Ysilia“ überzeugt in Kulturzentrum Martinskirche mit Volksweisen

Akustische Reise in den hohen Norden

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Die Band „Ysilia“ trat in der Martinskirche auf (von links): Andreas Schlegel, Georg Börner, Julia Lehne, Christine Blankenburg als Gast aus Hoya und Ralph Hildner. 

Hoya - Von Horst Friedrichs. Skandinavien, angereichert mit einer Prise Irland – das war die musikalische Welt, in die vier Musiker aus Leipzig ihre Zuhörer in Hoya mitnahmen. „Ysilia“ heißt die Band, die auf Initiative der Hoyaerin Christina Blankenburg am Samstagabend ein Konzert im Kulturzentrum Martinskirche gab. Dort, im eindrucksvoll restaurierten ehemaligen Gotteshaus der Grafenstadt, erlebte ein fachlich versiertes Publikum einen faszinierenden Ausflug in die herzerwärmenden Klangwelten des hohen Nordens.

So war der Auftritt von „Ysilia“ angekündigt worden, und die Band, die zugleich als Veranstalter auftrat, übertraf ihr Versprechen um ein Vielfaches. Und vielfältig war das Konzertprogramm, dessen nordische Liedtexte von Harfenistin und Sängerin Julia Lehne kenntnisreich und unterhaltsam erläutert wurden.

Der Bandname stammt aus einer Fantasyballade und beschreibt einen mystischen Ort namens Ysilia. Die Ballade gehört zum Repertoire der Band, stand allerdings in Hoya nicht auf dem Programm.

Julia Lehne spielt in der Band die keltische Harfe und gelegentlich auch die irische Rahmentrommel Bodhrán. Georg Börner spielt Nyckelharpa, Geige und Bodhrán. Am E-Bass sorgt Andreas Schlegel für das tieftönende Fundament der Rhythmussektion, und Ralph Hildner an der Gitarre vervollständigt die perfekt aufeinander abgestimmte Formation. Die Musiker kommen aus dem Leipziger Land, sprich, der sächsischen Großstadt und ihrer Umgebung. Eine Woche lang, so berichtete Julia Lehne, tourte die Band bereits durch Mecklenburg-Vorpommern, ehe Hoya auf dem Plan der Konzertreise stand.

Durch ihre musikalischen Kontakte hatte Christina Blankenburg, Bassistin und Gitarristin aus der Grafenstadt, „Ysilia“ für ein Gastspiel gewinnen können. So ergab es sich, dass die Hoyaerin während des Konzerts in der Martinskirche von der Band zum „Einsteigen“ eingeladen wurde. Unter Beifall packte Christina Blankenburg ihre Nyckelharpa aus und spielte gemeinsam mit Georg Börner und seiner Nyckelharpa den skandinavischen Walzer „Emma“. So genossen die Zuhörer ein Duo des seltenen Streichinstruments, das in der Übersetzung aus dem Schwedischen „Schlüsselharfe“ heißt und im Deutschen auch Schlüsselfidel oder Tastenfidel genannt wird. Seit zwei Jahren spiele sie dieses Instrument, verriet Christina Blankenburg im Gespräch mit der Kreiszeitung.

„Schließt die Augen und genießt mit uns gemeinsam diese akustische Reise in den hohen Norden mit all seiner rauen Schönheit und magischen Musik“, schlug die Band vor. Eine Aufforderung, der das kundige Publikum in Hoya nur allzu gern folgte. Der anhaltende Beifall nach den einzelnen Stücken bewies es.

Schon der erste Titel des Abends, ein norwegisches Wiegenlied, verströmte die einzigartige Atmosphäre nordischer Gefühlswelten – nicht zuletzt durch Julia Lehnes gesanglichen Auftritt. Nach der Einleitung durch Georg Börners Nyckelharpa erschien die Sängerin gemessenen Schritts vom Eingang her durch den Mittelgang. Geheimnisvoll in ein schwarzes Kapuzengewand gekleidet, gesellte sie sich schließlich zur Band, lüftete die Kapuze und nahm ihren Platz an der Harfe ein.

Ein Kaleidoskop skandinavischer Klangfarben eröffnete die Band mit überwiegend traditionellen Volksweisen aus Schweden, Norwegen, Dänemark, den Färöer Inseln und auch aus Irland. Da wurde etwa die Weltenesche „Yggdrasil“ besungen, oder der färöische Gesang „Trollabundin“ beschrieb, wie es sich anfühlt, wenn man von einem Troll verzaubert wird. Lebhaft ging es in der skandinavischen Spielart des Dreivierteltakts zu, und das dänische Lied „Himlen Blev Sort“ erzählt von einem Wesen aus der Anderswelt. Die irische Komponente im begeistert aufgenommenen Konzertprogramm waren „Si Beag Si Mór“ und „Paddys Lamentation“ – ersteres ein Stück über Feenhügel, geschrieben von Turlough O’Carolan, und letzteres über einen irischen Auswanderer, der unter Heimweh leidet.

Quelle: kreiszeitung.de

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