Amine Yassine: Das einzige weibliche Mitglied im Nienburger Jugendrat

Sie will mitreden

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Yassine Amine lässt Taten statt Worte sprechen.

Nienburg -  Von Karsten Hinzmann. Eine junge Frau, die mitreden will, und die damit ganz die Familientradition fortsetzt: Amine Yassine gehört neben acht jungen Männern dem Nienburger Jugendrat an. Ihr gutes Beispiel ist ihre Mutter, die sich ehrenamtlich um andere Geflüchtete kümmert und ihnen bei Behördengängen hilft oder für sie dolmetscht.

Amine ist auf dem Sprung in die Arbeitswelt beziehungsweise überlegt, wie sie sich weiter qualifizieren kann.

Ausbildung oder weiter zur Schule, das ist die Weiche, an der sie gerade steht. Sie ist hier geboren, trägt zwei Kulturen in sich und gibt dem Begriff „Heimat“ ein ganz eigenes Gesicht. Sie ist so gut verankert, dass sie sich die Kraft nimmt, anderen zu helfen und Nienburg zu einem lebenswerten Ort für alle Menschen zu machen. Zu einer Heimat für alle.

Name: Amine Yassine

Alter: 17

Geboren in: Nienburg

Welche Eigenschaft magst Du an Dir am meisten? Am meisten mag ich an mir meine Toleranz gegenüber Menschen deren Kulturen und deren politischen sowie gesellschaftlichen Ansichten. Ich mag desweiteren meine Zielstrebigkeit und mein Durchsetzungsvermögen.

Welche Schwächen hast Du? Auf jeden Fall seit der ersten Stunde in der Grundschule Mathematik! Matheniete! Was wäre Dein größtes Glück? Ich finde Glück zu definieren ist schwer, denn jeder Mensch verbindet damit andere Dinge sei es im materiellen oder immateriellen Bereich. Ich verbinde damit Familie und meinen Freund. Was auch toll wäre, wenn auf dieser Welt mehr Gleichgewicht, Akzeptanz und Liebe herrschen würde.

In welchem Schulfach bist Du am besten? Politik, GSW-Fächer, Allgemein und BBL (Biologie).

In welchem Schulfach bist Du am schlechtesten? Mathe!

Welche drei Teile würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen? Insektenspray (gegen Spinnen), einen riesigen Nahrungsvorrat und meinen Freund.

Welche natürliche Gabe möchtest Du besitzen? Ein Mathegenie sein und eine komplette Empathie besitzen.

Was findest Du richtig doof in der Welt? Dass manche Menschen ihre Menschlichkeit verloren haben. Wir sind reich? Nein, sind wir nicht. Denn unsere Spezies in anderen Ländern verhungert und wird gnadenlos ausgelöscht. Ich könnte einiges aufzählen, denn auch der Genozid in meinem Land Palästina wird immer mehr verharmlost und zu Normalität.

Welchen Menschen auf der Welt bewunderst Du am meisten? Die Menschen, die nichts haben, aber trotzdem ihr letztes Sandkorn teilen. Im Herzen sind sie reicher als Millionäre.

Was möchtest Du einmal werden? Zu aller erst würde ich versuchen, einen Mindestlohn zu fixieren, die Zeitarbeit zu limitieren und ein neues Gesetz namens „Hilfsbereitschaft – Achtung der Mitmenschen“ in das Grundgesetzbuch einzuführen. Dazu sollten Steuern von jedermann gezahlt werden (Arm- Reich), aber für jede Einkommensklasse sollte das Steuergeld angepasst werden.

Was hat Dich motiviert, für den Jugendrat zu kandidieren? Weil ich ein Mensch bin, der nicht Worte, sondern Taten sprechen lässt. Demokratie wird bei mir großgeschrieben und dies will ich der Jugend gewährleisten.

Was bedeutet Politik für Dich? Artikel 1 des Grundgesetzbuches: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das ist für mich Politik – Gerechtigkeit! Jeder ist vor dem Gesetz gleich ob hell oder dunkelhäutig, egal welche Rasse, Religion oder welchen Kasten er angehört. Politik ist für mich spürbare Empathie.

In welchen politischen Gremien arbeitest Du mit? (außer dem Jugendrat ) Ausschließlich im Jugendrat Nienburg/Weser.

Welche neuen politischen Erfahrungen hast Du gesammelt? Durch Workshops und eine Plenarsitzung mehr Verständnis für komplexe Themen. Dazu auch Handhabungen zum Beispiel: für die Geschäftsordnung.

Welche lokalen Politiker findest Du gut? Und warum? Ich finde Katarina Barley (SPD) sehr gut, da ich bei ihr das Gefühl habe, dass sie sich nicht verstellt und einen natürlichen Charme hat. Sie ist im dritten Kabinett Merkels die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche.

Was sagen Deine Freunde zu Deinem politischen Engagement? Da ich immer viel Soziales in der Schule, aber auch außerhalb getan habe, ist dies normal für sie. Sie unterstützen mich und sprechen mir immer Mut zu, weiterzumachen, auch wenn es mal kriselt.

Wie könnte Politik für junge Menschen wie Dich attraktiver werden? Ich finde, man muss einen richtigen Anschluss zu den jugendlichen bekommen. Durch interessante, jugendgerechte und auf sie mit einbezogene Themen. Mit Workshops oder Mundpropaganda kommen wir Stück für Stück ans Ziel und zum Interesse der Jugendlichen.

Was möchtest Du in Nienburg konkret verändern? Ich möchte eine dichtere Toleranz und eine strukturiertere Demokratie schaffen und der Rest kommt dann von alleine!

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