Amtsgericht Nienburg verurteilt 50-jährigen Hoyaer 

Wegen Beamtenbeleidigung: drei Monate Haft auf Bewährung

Nienburg/Hoya - Von Andreas Wetzel. Vor dem Amtsgericht Nienburg hat sich jetzt ein 50-Jähriger aus Hoya verantworten müssen, weil er im Februar dieses Jahres zwei Polizisten beleidigt hatte. Am Tat-Tag hatte sich Folgendes ereignet:

Die Beamten waren verständigt worden, weil auf der Bücker Straße in Hoya nahe der Tankstelle ein Mann stand und den Verkehr beeinträchtigte. Als die Polizisten dort eintrafen, hatte sich der Mann bereits in die obere Lange Straße begeben. Dort trafen ihn die Beamten an und fragten den offensichtlich Alkoholisierten nach dem Grund seines Verhaltens. 

Der Mann entgegnete, dass er seinen Wohnungsschlüssel verloren habe und nun nicht in seine Wohnung komme. Die Polizeibeamten rieten ihm, sich mit seinem Vermieter in Verbindung zu setzen, um möglicherweise mit einem Zweitschlüssel in die Wohnung zu kommen – oder alternativ einen Schlüsseldienst zu bestellen. Nach diesem Gespräch und mit der Aufforderung der Polizeibeamten, den Straßenverkehr nicht noch mal zu beeinträchtigen, trennten sich die Parteien.

Polizeibeamten als „Arschlöcher“ und „Bullenschweine“ beschimpft

Noch am selben Tag erschien der Mann auf der Polizeidienststelle in Hoya und verlangte von den Beamten, dass sie seine Tür für ihn öffnen, weil er immer noch nicht in seine Wohnung komme. Die Polizisten lehnten ab und nannten erneut die Alternativen Zweitschlüssel und Schlüsseldienst. Daraufhin wurde der bereits gereizte Mann wütend, beschimpfte die Polizeibeamten als „Arschlöcher“ und „Bullenschweine“ und verließ die Dienststelle.

Kurz darauf vernahmen die Polizeibeamten ein Poltern – der 50-Jährige hatte eine Mülltonne umgetreten und ging weiter. Die Polizisten fuhren ihm hinterher und erreichten ihn auf der Langen Straße. Weil er möglicherweise auf dem Weg noch einen mitten in der Fahrbahn befindlichen Gullydeckel aus der Fassung gehoben und an den Fahrbahnrand geworfen hatte, wurde er in Gewahrsam genommen und in die Ausnüchterungszelle nach Nienburg gebracht. Dort wurde er am nächsten Morgen entlassen.

Angeklagter bereits mehr als zehn Mal gerichtlich verurteilt

In der Verhandlung forderte nun die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro für den Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn wegen Beleidigung zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Weil der Angeklagte bereits mehr als zehn Mal gerichtlich verurteilt worden ist, kam eine Geldstrafe nach Auffassung des Gerichts nicht mehr in Betracht.

Das Ausheben des Gullydeckels bleibt unaufgeklärt, weil die Zeugin, die den Vorfall beobachtet hatte, den Angeklagten nicht zweifelfrei als Täter identifizieren konnte.

Als Bewährungsauflage verurteilte das Gericht den Mann zu 50 Stunden Sozialarbeit. Außerdem bekommt er einen Bewährungshelfer.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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