Auto landete im Graben

Freispruch für Liebenauer: Trunkenheitsfahrt nicht beweisbar

Weil  Zweifel blieben, sprach das Amtsgericht in Nienburg einen Liebenauer von dem Vorwurf frei, er wäre betrunken mit seinem Auto in einen Graben gefahren.

Nienburg - von Andreas Wetzel. Ist ein 43 Jahre alter Mann mit seinem Auto betrunken in einen Graben gefahren? Dafür spricht so einiges. Beweisen konnte das Gericht dem Liebenauer das aber nicht. Und so wurde er freigesprochen.

Mitte Dezember 2017 soll der Mann mit seinem Pkw kurz nach Mitternacht auf der Pennigsehler Landstraße in Liebenau in einen Graben gefahren sein. Eine Blutprobe ergab damals einen Wert von 2,05 Promille. In der jetzigen Gerichtsverhandlung konnte nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass der Liebenauer tatsächlich am Steuer gesessen hat, sodass er freigesprochen wurde.

Am fraglichen Abend besuchte der Beschuldigte eine Weihnachtsfeier in einer Liebenauer Gaststätte. Kurz nach Mitternacht machte er sich, so der Vorwurf, auf den Weg nach Hause, geriet allerdings mit einem Pkw auf der Pennigsehler Straße kurz hinter der Abzweigung nach rechts in den Straßengraben. Wenig später hielt ein Zeuge an, der das Auto im Straßengraben liegen sah. Auch sah er einen Mann auf der Straße, die „verstört“ wirkte. Der kümmerte sich zunächst um den Mann und setzte ihn in sein Auto.

Unmittelbar danach kam ein Streifenwagen an der Unfallstelle vorbei. Die Beamten der Polizei Marklohe übernahmen die weitere Aufnahme des Geschehens. Noch am Ort gab der Angeklagte an, dass er nicht der Fahrer sei. Er machte allerdings widersprüchliche Angaben. Ihm sei der Auto- mit Haustürschlüssel „geklaut“ worden. Dieser steckte aber im Zündschloss. Dann sagte er, ein Unbekannter sei gefahren. Das Gesicht habe er nicht sehen können und er wäre auf der Beifahrerseite ausgestiegen. Das war allerdings unmöglich, da der Wagen auf der Beifahrerseite lag.

In der Gerichtsverhandlung machte der Angeklagte selbst keine Aussage. Der Autofahrer, der damals angehalten hatte, wurde dazu vernommen. Er konnte allerdings nur sagen, dass er nach dem Geschehen hinzugekommen war und einen verstörten, alkoholisierten Mann gefunden habe. Die Fahrt selbst habe er nicht gesehen. Kurz darauf soll auch die Polizei eingetroffen sein und habe alles Weitere regelt.

Die Polizeibeamten berichteten, dass der Angeklagte immer behauptet habe nicht der Fahrer gewesen zu sein. Das Fahrzeug sei auch auf Fremdpersonen untersucht worden. Da keine weiteren gefunden worden seien, deutet einiges auf den Angeklagten als Fahrer hin. Zumal er den Autoschlüssel später an sich nahm und damit seine Haustür aufschloss.

Während die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu zehn Euro und die Entziehung der Fahrerlaubnis beantragte, beantragte die Verteidigung einen Freispruch.

Da in der Gerichtsverhandlung konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob der Liebenauer tatsächlich hinter dem Steuer gesessen hatte, sprach ihn das Gericht vom Vorwurf der Trunkenheitsfahrt frei.

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