Andreas Winkelmann liest aus „Der Schlot“

Zwei Autoren in einem Mann

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Frank Kodiak wohnt irgendwo im Wald, mag keinen Besuch und auch generell keine Menschen. Der raue Schriftsteller des Thrillers „Nummer 25“ ist das Pseudonym des Hoyerhägers Andreas Winkelmann, der das Publikum im Filmhof begeisterte.

Hoya - Von Anika Bokelmann. „Angst und Schrecken zu verbreiten, macht Spaß. Mein Humor ist rabenschwarz“, stellte sich Andreas Winkelmann vor. Den meisten der insgesamt 180 Zuhörer war der 48-Jährige aus Hoyerhagen bereits bekannt, was aber nicht für sein Buch „Der Schlot“ galt. Den Thriller sowie eine neue Persönlichkeit präsentierte Winkelmann am Donnerstag im Filmhof in Hoya.

Die erschreckenden Zahlen um brutalen Menschenhandel – laut des Jahresberichts der Vereinten Nationen waren in den Jahren 2010 bis 2013 circa 40 000 Personen weltweit betroffen – bilden die Grundlage für das Buch. Darin ermittelt Polizistin Manuela Sperling in einem gefährlichen Milieu und gerät ins Visier des „Hinkenden“.

Andreas Winkelmann stellte seinen Thriller „Der Schlot“ vor.

Der Schriftsteller, ehemals Taxifahrer und Fitnesstrainer, fährt häufig persönlich an die Orte, die er in seinen Thrillern beschreibt, und bekommt dort Impulse und Ideen. So war es auch, als er im Herbst 2013 nach Rabenstein in Niederbayern fuhr. Bei einem Abstecher über die tschechische Grenze bekam er Angst: Heruntergekommene Häuser, ein zwielichtiger „Gentlemen’s Club“ und eine düstere Atmosphäre waren „gefundenes Material für einen Thriller-Autoren“, berichtete Winkelmann von der Reise, bei der er sich über die Prostitutionsbranche informierte – ein trauriger Hintergrund für sein Werk, das im epubli-Verlag erschienen ist.

„Ich habe so manches Mal an der Menschheit gezweifelt“, so Winkelmann. „Die Drahtzieher beim Menschenhandel brauchen Mechanismen, um Frauen, die einen eigenen Willen entwickelt haben oder krank geworden sind, loszuwerden“, sagte er zwischen zwei Passagen, die er im vollbesetzten Kinosaal las. Winkelmanns Fantasie erschuf aus einem Gartengrill den Schlot, in dem Ermittlerin Sperling brennen soll, so der Wunsch der Phantomfigur der „Hinkende“.

„Ich kann mit meinen Figuren nicht immer zimperlich umgehen“, merkte Winkelmann an. Auch wenn die Charaktere den Lesern möglicherweise ans Herz gewachsen sind: In „Der Schlot“ lässt der Hoyerhäger dieselbe Ermittlerin auftreten und nimmt Bezug zu seinem Thriller „Die Zucht“ und beantwortet offene Fragen.

Nachdem Andreas Winkelmann mit den Worten „ich will nicht weiter vorlesen, um nicht alles zu verraten“ die Bühne verlassen und die Fans in der Pause am Büchertisch gestöbert hatten, wurde der Ton im Filmhof rauer. Frank Kodiak, ein ruppiger Menschenfeind, verriet, dass im Juni sein Thriller „Nummer 25“ veröffentlicht werde. Das Buch basiert auf der Hypothese, dass statistisch gesehen eine von 25 Personen ein Psychopath ist.

Protagonist ist der Schriftsteller Andreas Zordan, der in einer Horrorhütte am Waldrand lebt und sich mit ausgefallenen Tötungsmethoden beschäftigt. Als Zordan eine Mädchenleiche in seinem Garten entdeckt, sagt er nicht der Polizei Bescheid, sondern stellt sich selbst dem Duell mit dem Bösen.

„Frank Zodiak hat das Leben, was ich schon immer wollte“, erklärte Andreas Winkelmann schmunzelnd zu seinem Pseudonym, nachdem er Perücke und Bart abgenommen hatte. Als Frank Zodiak bringt er einen weiteren Thriller heraus.

Quelle: kreiszeitung.de

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