Angeklagter wegen Betrugs verurteilt

Gefängnisstrafe im 17. Anlauf

Nienburg/Hilgermissen - Von Andreas Wetzel. Das Amtsgericht Nienburg verurteilte kürzlich einen 38-Jährigen aus der Gemeinde Hilgermissen wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren. Dass sie so hoch ausfiel, lag auch an seinen zahlreichen Vorstrafen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann angeklagt, in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt in 13 Fällen Ware über die Internet-Handelsplattform E-Bay entweder gekauft und nicht bezahlt zu haben oder dort etwa verkauft und trotz Erhalt des Verkaufspreises nicht oder fehlerhaft ausgeliefert zu haben.

Angefangen hat alles im November 2015, als der Mann über E-Bay ein Smartphone im Wert von circa 170 Euro erwarb und nicht bezahlte. Nach einem mehrwöchigen E-Mail-Verkehr erstattete die Geschädigte schließlich Anzeige wegen Betrugs gegen den Mann.

Nur zwei statt 17 Rauchmelder geliefert

Aus dem E-Mail-Verkehr ging hervor, dass er die Geschädigte, die aus Bayern stammt, immer wieder vertröstet und ihr vorgegaukelt hatte, das Smartphone zu bezahlen, was aber nicht geschah. Daraufhin erstattete sie kurz vor Weihnachten 2016 die Anzeige.

In der Folgezeit bot der 38-Jährige über E-Bay unter anderem Rauchmelder an. In einem Fall lieferte er laut Staatsanwaltschaft statt der bei ihm für 250 Euro gekauften 17 Rauchmelder nur zwei aus.

Weiterhin verkaufte er eine Digitalkamera für 200 Euro, die ihren Käufer ebenfalls nicht erreichte.

Als neuen „Geschäftszweig“ erschloss sich der Angeklagte dann den Verkauf von Fußball-Tickets für Bundesliga- oder Pokalspiele. So stellte er für das Pokalspiel zwischen dem FC Bayern München und dem SV Werder Bremen, das am 19. April 2016 stattfand, zwei Tickets im Wert von 142 Euro bei E-Bay ein, kassierte den Betrag, lieferte jedoch die Tickets nicht. Ebenso lief es bei zwei Tickets im Wert von 120 Euro für das Fußballspiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg im April 2016.

Urkundenfälschung mit Überweisungsträgern

Später erschloss sich der Angeklagte ein weiteres „Geschäftsfeld“. Er reichte Banküberweisungen ein – allerdings nicht von seinen Konten, sondern von denen von Geschäftspartnern.

In zwei Fällen ging es um Überweisungen von jeweils 800 Euro, die ausgeführt wurden, obwohl der Angeklagte den Überweisungsträger unleserlich unterschrieben hatte. In drei weiteren Fällen ging dieses Vorhaben schief, da die Geschäftspartner den Betrug mittlerweile bemerkt hatten und die Banken die Überweisungen nicht ausführten. Mit dem Ausfüllen und Unterzeichnen der Überweisungsträger beging der Angeklagte Urkundenfälschung.

13 Vorstrafen wegen Betrugs

Auch im Straßenverkehr verhielt sich der 38-Jährige alles andere als korrekt. Bereits seit mehreren Jahren besitzt er keinen gültigen Führerschein mehr, was ihn letztlich aber nicht davon abhielt, sich immer wieder hinters Steuer zu setzen und Fahrzeuge zu führen. So wurde er im Frühjahr und Sommer 2016 insgesamt dreimal mit unterschiedlichen Kraftfahrzeugen geblitzt. Bei den Ermittlungen stellte sich anhand der Fotos heraus, dass es sich beim Fahrer der Autos um den jetzt Angeklagten handelte. Auf seinen Führerschein wird er deshalb wohl weiterhin verzichten müssen.

Weil der 38-Jährige bereits 13 Vorstrafen wegen Betrugs und 3 Vorstrafen wegen Fahrens ohne Führerschein in seinem Strafregister hat, sah das Gericht die Notwendigkeit, von einer Gefängnisstrafe auf Bewährung abzusehen. Es verurteilte den Betrüger zu der Gefängnisstraße von zwei Jahren und sechs Monaten.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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