Antrag im Nienburger Schulausschuss soll entsprechendes Konzept auf den Weg bringen

Evakuierung erfolgreich – und dann?

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Ein Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften war an dem Einsatz beteiligt.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die ersten Meldungen ließen Schlimmstes befürchten. Von einem Amoklauf und von Verletzten war die Rede. Die Polizei rückte sofort mit einem Großaufgebot an, beide Nienburger Gymnasien wurden umgehend evakuiert.

Ausgelöst hatte die Räumung der Albert-Schweitzer-Schule und des benachbarten Marion-Dönhoff-Gymnasiums am Morgen des 26. Januars eine Droh-Mail mit einem angekündigten Amoklauf. Es blieb glücklicherweise bei der Androhung.

Die Vertreterin der Lehrkräfte im Nienburger Schulausschuss, Ellen Jäger, sieht aufgrund der Erfahrungen aus der Evakuierung Optimierungspotenzial. Sie will in der kommenden Sitzung des politischen Gremiums am nächsten Mittwoch, 15. Februar, beantragen, dass die Stadt zusammen mit den Schulen ein Konzept zur Unterstützung der Schulen in Krisensituationen erarbeitet. Für alle Beteiligten war der Einsatz und die Räumung der Gebäude letztendlich eine Übung unter äußerst realistischen Bedingungen. Die zeigte, wo die Zusammenarbeit der Beteiligten in einer solchen Krisensituation gut und wo sie weniger reibungslos gelang.

Insgesamt klappte alles sehr gut. Das sieht auch die MDG-Lehrerin so. „Die Evakuierung hat wunderbar funktioniert. Die Zusammenarbeit mit der Polizei war hervorragend“, bilanziert Ellen Jäger. „Was passiert aber danach? Wo bleiben die Schüler und wo bekommt man im Ernstfall schnell seelsorgerische Unterstützung?“ Im schlimmsten Fall seien womöglich auch die Lehrer traumatisiert.

Das sind Fragen, auf die ein entsprechendes Konzept Antworten geben soll. Ellen Jäger hält einen festen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung für sinnvoll, der im Krisenfall entsprechende Maßnahmen in Bewegung setzt. In der konkreten Situation vor knapp zwei Wochen hatte sich gezeigt, dass der überraschende Abtransport von immerhin 1800 Schülern einen großen logistischen Aufwand darstellt. Ein entsprechender Koordinator bei der Stadt könnte Fahrgelegenheiten oder entsprechende Räumlichkeiten, wie eine Sporthalle als Notunterkunft organisieren, erklärt die Lehrerin. „Jetzt, so lange die Erinnerungen noch frisch sind, sollten wir an der Umsetzung eines entsprechenden Konzeptes arbeiten.“

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