Arbeiten an Südumgehung im Zeitplan

Ein 1000-Tonnen-Koloss entsteht in Nienburgs Süden

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Polier Jürgen Brandt (l.) und Vorarbeiter Manfred Winkler (r.) besprechen die anstehenden Arbeiten.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Eisiger Wind pfeift über die Brücke. Auf Nienburgs kältester Baustelle liegt in ein paar Winkeln sogar etwas Schnee. Wochenlang kämpften die Arbeiter an Nienburgs südlicher Umgehungsstraße zwischen Langendamm und Schäferhof mit Regen, nun gegen die Kälte.

„Trotz des schlechten Wetters liegen wir im Zeitplan“, berichtet der bei der Stadt verantwortliche Ingenieur Michael Pohl überaus zufrieden und auch ein bisschen stolz. Höchstens ein richtig harter Winter könne jetzt noch den Fertigstellungstermin für Nienburgs Südumgehung in diesem Herbst gefährden, sagt Pohl.

Die größte technische Herausforderung des Straßenbauprojektes – die Brücke über die viel befahrene Bahnstrecke Nienburg-Minden – befindet sich derzeit in Bau. Ein echter Koloss: Allein der Überbau, also der Teil der Brücke, der auf den beiden Brückenpfeilern und Widerlagern ruht, wiegt rund 1000 Tonnen. Aktuell bereiten die Männer der Baufirma GP Ingenieurbau aus Hannover die Verschalung für den Überbau vor und verlegen Unmengen an Bewehrungsstahl. Einen Monat werden diese Arbeiten noch in Anspruch nehmen, bevor der Beton fließen kann. Das soll Mitte Februar passieren.

Technische und logistische Herausforderung: Die Brücke über die Bahnstrecke Nienburg-Minden.


„Die Verschalungsarbeiten sind bei dieser Brücke besonders aufwendig, weil sie über die Bahngleise führt“, erklärt Pohl. „Deshalb müssen wir alles abdichten. Schon kleine Mengen, die auf die Gleise heruntertropfen oder fallen, könnten den Bahnverkehr gefährden.“

Weitere Herausforderungen waren in den zurückliegenden Monaten vor allem die von der Deutschen Bahn festgelegten Sperrzeiten – also das Zeitfenster, in dem auf der Bahnstrecke gearbeitet werden darf. Die Bahn hatte die Zeiten deutlich auf die Nachtstunden am Wochenende zusammengestrichen. Eine Herausforderung sowohl für die Logistik der Baufirma, als auch für die Arbeiter. Erst am vergangenen Wochenende, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, legten Spezialisten in einem solchen Powereinsatz die Oberleitung erfolgreich tiefer. „Wenn wir die originale Höhe beibehalten hätten, wäre der Abstand zwischen Oberleitung und Brückenunterseite zu gering gewesen“, verdeutlicht Pohl. Perfekt vorbereitet, verlief alles nach Plan.

Auf Nienburgs kältester Baustelle liegt sogar etwas Schnee.

Zur Fertigstellung der gesamten, drei Kilometer langen Umgehungsstraße in Nienburgs Süden fehlen neben der Bahnbrücke noch eine zweite, deutlich kleinere über den Meerbach und die die Fahrbahn zwischen den beiden Brückenbauwerken. Im Oktober oder November dieses Jahres soll alles fertig sein. Dann wird die neue Ortsumgehung vor allem die Hannoversche Straße und den Berliner Ring in Nienburg entlasten. Bei dem 16-Millionen-Euro spielen neben der Verkehrssituation auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Die zukünftige Trasse soll nämlich zugleich ein neues Gewerbegebiet erschließen.

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