Ritterspiele im Kloster Loccum / „Kinder sollen im Mittelpunkt stehen“

Auch Ministerpräsident Weil taucht ins Mittelalter ein

Vereine aus Loccum bereiten sich erneut darauf vor, in historischen Gewändern althergebrachte Speisen anzubieten.
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Vereine aus Loccum bereiten sich erneut darauf vor, in historischen Gewändern althergebrachte Speisen anzubieten.

Nienburg - Von Beate Ney-JanßenLOCCUM · Im Mittelalter ist es gewesen, als das Kloster in Loccum gegründet wurde. Zu seinem 850-jährigen Bestehen will dieses Kloster nun noch einmal in jene Zeit eintauchen. Für Sonnabend und Sonntag, 8. und 9. Juni, jeweils von 11 bis 18 Uhr, ist diese Zeitreise mit einem Mittelalter-Fest geplant.

„Kinder sollen im Mittelpunkt stehen“, sagt Michael Kalla, Geschäftsführer des Klosters. Diese Vorgabe haben alle Akteure bekommen, die zu dem Mittelalter-Fest anreisen.

Auf dem altertümlichen Markt in Priors Garten können sich Kinder an Armbrüsten versuchen, dürfen schmieden, Pfeile bauen und sich in der mittelalterlichen Siedlung umsehen, die dort aufgebaut und auch bewohnt wird. Schon wenige Schritte weiter weicht das ruhige Dorfleben einem weitaus wilderen Teil jener Zeit: auf einer Wiese werden Ritter auf Rossen gegeneinander antreten und Turnierstimmung verbreiten.

Aus Schweden reisen diese Recken an und gehören zu den Besten ihrer Zunft. Eine Truppe aus Portugal will hingegen demonstrieren, wie Katapulte in früheren Zeiten Burgmauern zum Einsturz bringen konnten. Sie zeigt, wie diese riesige Belagerungswaffe funktioniert und mancher Besucher darf sogar darauf hoffen, die Geschosse selbst auslösen zu dürfen.

Wer die Shows hingegen nur ansehen möchte, kann sich auf dem Wall am Turnierplatz niederlassen, der als Tribüne dient. Von dort besteht auch die Chance, einen Schwertkampf von „Mönchen“ hautnah mitzuerleben oder Schützen, die es Robin Hood gleichtun, an ihren Langbögen zu beobachten.

Für die Versorgung mit Essen und Trinken sorgen hingegen zahlreiche Vereine aus Loccum – viele von ihnen kennen sich mit den Gepflogenheiten des Mittelalters aus, denn schließlich haben sie bereits beim ersten Mittelalter-Fest vor sieben Jahren Klosterschenke und Co. betrieben. Ob Loccums Abt Horst Hirschler sich jedoch wie damals lautstark zu einem Schauspiel hinreißen lässt, in dem er gegen die im Mittelalter übliche Praxis des Verkaufs von Ablassbriefen wettert, steht noch nicht fest. Abgemacht ist jedoch, dass nicht nur der Abt ins Mittelalter eintaucht, sondern auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der sein Kommen für Sonnabend, 14 Uhr, zugesagt hat.

Musikalisch wird das Fest an vielen Orten von Dudelsack-Klängen bis zu Harfentönen begleitet. Für Sonntag, 9. Juni, 16 Uhr, ist zudem in der Kirche ein mittelalterliches Familien-Konzert mit „Capella de la Torre“ unter dem Motto „Die Loccumer Stadtmusikanten“ geplant. Und da Kinder im Mittelpunkt stehen sollen, werden rund 300 Kinder und Jugendliche am Sonnabend ab 11 Uhr ein Konzert unter dem Motto „Kinder singen für Kinder“ in der Klosterkirche gestalten.

Eher für Erwachsene geeignet ist hingegen der musikalisch-literarische Abend am Sonnabend. Ab 19.30 Uhr geht es dabei im Refektorium des Klosters um die Artus-Sage. „Von Tintagel nach Avalon“ ist der Titel, der Mittelalterliches, Sagenhaftes und Spannendes vermuten lässt.

Der Eintritt zu dem Mittelalter-Fest kostet fünf Euro pro Tag. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen unter

http://www.klosterloccum2013.de

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