Joint Cooperation-Teilnehmer üben fiktiven Krisenfall

Aufruhr in „Framland“

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Der „Krisenstab“: Nicedò Chiega, Schulleiter Lutz-Kulze-Meyer, Moderator Mike Rollin, Dolmetscherin Jule Isbrandt, „Polizeichef“ Gabor Balind, und Bürgermeister Henning Onkes – nicht im Bild Schulleiter Mathias Granz.

Nienburg - Von Hartmut Grulke. Die fiktive Region „Framland“ hatte wieder einmal große Probleme. Bereits zum achten Mal fand die Übung „Joint Cooperation“ jetzt im Landkreis Nienburg statt. Migrationsprobleme und politische Agitation an Schulen im Krisengebiet Nienburg gehörten zu einem der drei angenommenen Übungsszenarien, die das Zentrum für zivil-militärische Zusammenarbeit (CIMIC) in der Stadt durchführte.

Über 350 Übungsteilnehmer aus 21 Nationen nahmen in diesem Jahr an der größten multinationalen CIMIC-Übung, auch unter Beteiligung von Nicht-Nato-Nationen, teil. Sie dient im Schwerpunkt der Einsatzvorbereitung in der Fachaufgabe der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Die Übungsinhalte sind den Soldaten nicht bekannt.

 Es muss immer spontan und folgerichtig entschieden werden, wie im echten Krisenfall. Die Übung war so realistisch, dass Hauptfeldwebel Vojs aus der Slowakei am Empfang zum CIMIC-Center, bei dem Pressevertreter dieser Zeitung argwöhnte, dieser könne in das Übungsszenario mit eingebunden sein und erteilte zunächst keine Auskünfte. Erst Presseoffizier Hauptmann Stefan Niethmann gab dann grünes Licht und stand für weitere Informationen zur Verfügung.

Im CIMIC-Center, das in den ehemaligen Räumen der Deutschen Bank an der Langen Straße untergebracht war, liefen alle Informationen zusammen. Fragen wie: „Ist die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Elektrizität gesichert, funktioniert die Exekutive, wie ist die allgemeine Sicherheitslage im Land?“, wurden auch im Austausch mit der Bevölkerung ermittelt. Das Lagebild vermittelte dann den Übenden die entsprechenden Einsatznotwendigkeiten.

An Hauptfeldwebel Vojs aus der Slowakai kam niemand vorbei.

Übungsannahme war die Agitation der fiktiven „Skolkan Eagles“, einer separatistischen Milizgruppe, die auch Verbindung zur organisierten Kriminalität hat und zunehmend auch politisch motivierte Aktivitäten ausführt. An Nienburger Gymnasien und an anderen Schulen wurden Flugblätter gefunden, mit denen die „Skolkan Eagles“ ganz massiv versuchen, Kinder und Jugendliche für ihren Kampf zu rekrutieren. 

Jetzt hieß es, möglichst schnell alle Verantwortlichen an einen Tisch zu holen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Für die Rolle des Bürgermeisters stellte sich der echte Nienburger Bürgermeister Henning Onkes zur Verfügung. 

Die Rollen der Schulleiter übernahmen ebenfalls die echten Schulleiter Mathias Granz (IGS Nienburg) und Lutz Kulze-Meyer (MDG Nienburg). In die Rolle des Nienburger Polizeichefs schlüpfte Polizeioberkommissar Gabor Balind, der auf Grund eigener Kosovo-Erfahrung geradezu prädestiniert für diese Aufgabe war und sehr souverän agierte. Mit echten Fachleuten zu arbeiten, war dann für Diskussionsführer Stabsfeldwebel Mike Rollin ein Heimspiel. 

Organisiert und terminiert : Hauptgefreite Surovcova aus Lettland.

Mit dazu kam noch Nicedó Chiega von der Nichtregierungsorganisation „Nordic Happy Children“. Während „Polizeichef“ Balind berichtete, dass auch junge Polizeibeamte der Propaganda der „Skolkan Eagles“ erlegen sind und die Lager gewechselt haben, sah der Bürgermeister seine größten Probleme in der Versorgung und Unterbringung einer immer größer werdenden Flüchtlingswelle.

Die Amtssprache am „runden Tisch“ war englisch. In atemberaubendem Tempo übersetzte Dolmetscherin Jule Isbrandt die oft langen Dialoge der Akteure und spiegelte auch gekonnt die Emotionen der Redner wieder. Man kam zu guten Ergebnissen. Die „Skolkan Eagles“ werden überwacht. 

Ihre Trainingslager im Verdener Bereich sind bekannt. Die Schulen werden durch Sozialarbeiter und weitere Fachleute unterstützt und durch Polizeipräsens gesichert. Der Bürgermeister versucht die Flüchtlingssituation zu entschärfen, indem er sich um finanzielle Mittel zur Beschaffung mobiler Unterkünfte bemüht. Alle sind Willens kooperativ zusammenzuarbeiten. Übungsziel erreicht.

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