Sowohl qualitativ als auch programmatisch

Außergewöhnliches Neujahrskonzert im Hoyaer Kulturzentrum

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Solocellist Johannes Krebs von den Bremer Philharmonikern bewies seine Virtuosität.

Hoya - Von Georg Sättler. In vielen Regionen haben sich Neujahrskonzerte nach dem Programmmuster der Wiener Philharmoniker etabliert. Dies gilt auch für die Neujahrskonzerte der Klassischen Philharmonie Nordwest unter der Leitung ihres Chefdirigenten Ulrich Semrau, das der Kulturkreis Grafschaft Hoya seit vielen Jahren im Hoyaer Kulturzentrum Martinskirche ausrichtet. Zusammen mit seinem Freund, dem Solocellisten der Bremer Philharmoniker, Johannes Krebs, hatte sich Ulrich Semrau diesmal aber etwas anderes ausgedacht als die übliche Abfolge von Walzern der Wiener Strauss-Dynastie.

Während das Konzert am Sonntag mit dem zackigen Marsch „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fucik neujahrskonzertmäßig noch recht konventionell begann, folgte danach mit dem Auftritt des Cellisten Johannes Krebs ein längerer Konzertteil, der für Neujahrskonzerte sehr ungewöhnlich ist.

In der übervollen Martinskirche hatten sich rund 250 Konzertgäste eingefunden. Um die Besucher ohne Kartenvorbestellung nicht abweisen zu müssen, wurden sogar die Logen im Altarraum freigegeben, deren Nutzung in früheren Zeiten beim Gottesdienst den Honoratioren der Stadt vorbehalten waren.

Ungewohnte musikalische Welt

So lauschten die Besucher zunächst dem Konzertstück „Kol Nidrei“, das Max Bruch zum Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, komponiert hatte. Meisterhaft und klangschön dargeboten entführte der Solist das Publikum auf seinem wunderbaren Cello von Carlo Antonio Testore in eine musikalische Welt, die man von Neujahrskonzerten eigentlich nicht gewöhnt ist.

Danach präsentierte Johannes Krebs die „Rokoko Variationen“ von Peter Tschaikowsky. Dieses hoch virtuose Stück mit acht Variationen von Andante bis Allegro con anima belegte eindrucksvoll, über welche herausragenden technischen und musikalischen Fähigkeiten Johannes Krebs verfügt.

Lang anhaltender Beifall beendete den ersten Teil des Konzerts. Während der Pause gab Sekt und Quarkbällchen.

Musikalischer Ausflug von St. Petersburg nach Wien

Im zweiten Konzertteil ging es mit Peter Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ weiter. Meisterhaft im Klang unter dem präzisen Dirigat des Orchesterleiters gespielt begeisterte dabei nicht nur der abschließende Blumenwalzer.

Aber auch Johannes Brahms durfte im Programm nicht fehlen. Den aus Ungarn stammenden Mitspielern machte der ungarische Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms erkennbar besonderen Spaß.

Der musikalische Ausflug von St. Petersburg nach Wien – so vom Dirigenten in der Vorankündigung beschrieben – begann dann mit dem Kaiserwalzer von Johann Strauss, bevor das Orchester dem begeisterten Publikum den Walzer „Die schöne blaue Donau“ und den traditionellen „Radetzky-Marsch“ mit auf den Heimweg gab.

Den trat es freilich erst nach lang anhaltendem Beifall für ein wirklich außergewöhnliches Neujahrskonzert an.

Quelle: kreiszeitung.de

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