Stadt favorisiert Umgehung oder Betonröhre

Bahnprojekt in Nienburg: Auftakt zur Beteiligung der Öffentlichkeit

Güterzug
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Die Anzahl der Güterzüge, die zukünftig durch Nienburg rollen, wird deutlich steigen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Sieben Meter hohe Wände, eine ebenso hohe Betonröhre durch Nienburg oder eine Bahnumgehung, die Rohrsen in zwei Hälften zerteilt: Das sind drei mögliche Varianten zur Reduzierung von Bahnlärm.

Die Stadt favorisiert eine der beiden letzteren Varianten. In einer „Gläsernen Werkstatt“ präsentiert Nienburg die verschiedenen Möglichkeiten ab Montag, 18. Januar, im Rathaus. Grund für den verstärkten Lärmschutz ist eine sogenannte Blockverdichtung auf der Bahnstrecke Verden-Nienburg-Wunstorf. Mit moderner Technik will die Deutsche Bahn deutlich mehr Güterzüge auf die vorhandenen Gleise bringen. Im Nienburger Innenstadtbereich sollen zudem ein Überholgleis sowie ein S-Bahn-Wendegleis entstehen.

Über den gesetzlichen Lärmschutz hinaus hatten die von der Blockverdichtung betroffenen Kommunen einen Forderungskatalog erarbeitet. Über die Bereitstellung der finanziellen Mittel dazu wird später der Bundestag entscheiden.

Bahnumgehung um Nienburg als Alternative

Den notwendigen Lärmschutz würde nur eine insgesamt 7,4 Kilometer lange und gut sieben Meter hohe oberirdische Betonröhre durch Nienburg gewährleisten. Deshalb hat die Stadtverwaltung von der Bahn die Möglichkeit einer Umgehungsstrecke prüfen lassen. Diese soll östlich an Nienburg vorbei- und in Rohrsen wieder auf die bestehende Strecke führen. Eine Variante, die insbesondere Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes favorisiert. Sie könnte nämlich einen Trassenverbund mit der geplanten B 215-Ortsumgehung bilden. „Der eigentliche Clou dieser Bündelung liegt im gemeinsamen Schallschutz von Straße und Schiene“, warb Onkes in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses für diese Variante. Ein weiterer Vorteil: Die innerstädtischen Gleise könnten stärker für den Personenverkehr genutzt werden.

Kritik aus Heemsen und Rohrsen

SPD-Fraktionschefin Anja Altmann hält die Umgehung grundsätzlich für sinnvoll, sieht aber auch Probleme. In Rohrsen und Heemsen werde die Umfahrung deutlich kritischer gesehen, berichtete sie dem Ausschuss. Eine Alternative wäre, die Umfahrung in Richtung Norden zu verlängern. „Aber das kostet viel Geld“, erklärte Altmann. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Rübenack kritisierte unter anderem die zeitliche Abfolge. Allein ein Raumordnungsverfahren zum Bau der Umgehung würde sehr lange dauern, die Blockverdichtung aber zeitnah kommen.

Anmeldungen zur „Gläsernen Werkstatt“

Noch steht das Projekt Lärmschutz ganz am Anfang. „Wir wollen jetzt erst einmal die Bürger informieren“, verdeutlichte Henning Onkes. Das soll mit der „Gläsernen Werkstatt“ geschehen. Anmeldungen zu deren Besuch nimmt Adrian Winkelmann im Nienburger Rathaus unter Tel. 05021/87214 oder per E-Mail an a.winkelmann@nienburg.de entgegen.

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