Zahlreiche Besucher verewigten sich im Goldenen Buch der Stadt Hoya / Ein Blick zurück

Ein Band voller Erinnerungen

Die Rathaus-Mitarbeiter Karin Hauffe und Heinz Wohlers blätterten gemeinsam im Goldenen Buch der Stadt Hoya und dem der Samtgemeinde.

Hoya - HOYA (lil) · Jüngst verewigten sich die Kinder aus Gomel (Weißrussland), die derzeit Ferien in der Samtgemeinde machen, im Goldenen Buch der Stadt Hoya. Welch hoher Besuch aber vor mehr als 25 Jahren darin unterschrieben hatte, weiß heute kaum noch jemand. In ihrer neuen Serie blättert die Kreiszeitung in unregelmäßigen Abständen im Goldenen Buch – und erinnert mithilfe von Rathaus-Mitarbeitern an besondere Gäste.

Während der erste Eintrag im Goldenen Buch der Samtgemeinde Grafschaft Hoya auf den 4. September 1980 datiert ist (seit diesem Jahr fungiert das historische Gebäude als Rathaus der Samtgemeindeverwaltung), beginnt die Geschichte des Goldenen Buches der Stadt Hoya erst am 23. Oktober 1982. „Es gibt immer wieder Anlässe, die sich nur auf die Stadt beziehen“, erklärt Karin Hauffe, „also brauchten wir auch ein Buch nur für die Stadt.“

Neben oftmals schwer leserlichen Autogrammen hatte der mittlerweile verstorbene Rathaus-Mitarbeiter Bruno Schützek fein säuberlich mit seiner unvergleichlichen Handschrift eine Art Einleitungstext zu jedem Eintrag verfasst. „Er war ein Künstler“, erinnert sich Karin Hauffe gern an ihren Kollegen zurück.

Den Anfang machte der damalige Niedersächsische Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht. Er war gekommen, um das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte (NISH), das zum 1. Januar 2011 die Räume des Landessportbundes im Sportpark in Hannover bezieht (wir berichteten), zu besuchen. Außerdem hatte ein weiterer wichtiger Anlass den von 1976 bis 1990 amtierenden Albrecht in die Grafenstadt verschlagen: Die Einweihung der Landesreitschule.

Auch Johann-Tönjes Cassens, damaliger Minister für Wissenschaft und Kunst in Niedersachsen, ließ es sich nicht nehmen, sich knapp zwei Monate später im NISH sehen zu lassen. Bevor das Goldene Buch an einen kulturellen Höhepunkt – die Eröffnung der Johann-Beckmann-Ausstellung im Heimatmuseum – erinnert, hatte sich am 19. Januar 1983 Egbert Möcklinghoff als Innenminister Niedersachsens verewigt. Dieser wollte sich um Hoyas strukturbedingte Probleme kümmern. Wieder war ein Politiker vor Ort: Georg-Berndt Oschatz, Kultusminister Niedersachsens, kam am 17. Mai 1984. „Die Hälfte der Anlässe waren politischer Natur. Da ging es oft um Wahlkampf“, sind sich Karin Hauffe und Heinz Wohlers einig.

Den ersten Besuch aus dem europäischen Ausland verzeichnet das Buch mit dem dunkelbraunen Ledereinband ein paar Tage später: Schüler aus dem französischen Le Mans waren am 23. Mai 1984 zum Empfang im Rathaus eingeladen und verewigten sich gemeinsam mit den Hoyaer Lehrkräften Helga Kranz-Broër und Gerhard Schiepanski, die „die Fäden dieses neuerlichen Austausches in den Händen halten“, wie die Kreiszeitung damals schreibt.

Die Dringlichkeit der Hoyaer Stadtsanierung unterstrich Hannovers Regierungspräsident Dr. Eckhardt Lottermoser während seines Aufenthalts am 24. Juni 1985. Die Sanierung könnte wirkungsvoll dazu beitragen, dass der Umgehungsstraßenbau beschleunigt würde.

Sogar ein Bundesminister fand hatte den Weg in die Weserstadt gefunden – schließlich stand eine Wahl an: Begleitet von zahlreichen Sicherheitskräften machte der 1994 verstorbene Verteidigungsminister Manfred Wörner am 6. Mai 1986 Station in Hoya. Seine Entourage hielt einen jungen Mann nicht ab, die Rede des Politikers im Lindenhof zu stören. Die Kreiszeitung schreibt am 8. Mai 1986: „Beim abschließenden Singen des Deutschlandliedes kam es noch zum verbalen Auftritt eines weiteren Gastes, der von sich gab: ‚Ihr seid ja alle bescheuert.‘“

Quelle: kreiszeitung.de

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