Barbara Weissenborn und Volker Dubberke bei Fachtag in Hannover 

Nienburger Knowhow für niedersächsische Kommunen

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Konnten aus ihrer langjährigen Praxiserfahrung viel Nienburger Knowhow zum „Werkzeugkasten“ des MONIKOM-Projekts beitragen- Barbara Weissenborn (li.) und Volker Dubberke.

Nienburg/Hannover - Bei einem Fachtag in Hannover wurden jetzt die Ergebnisse des Projektes „Kommunale integrierte Sozialberichterstattung in Niedersachsen“ kurz „MONIKOM“ -durch die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim präsentiert.

In Kooperation mit Landkreisen, Kommunen und Verbänden in Niedersachsen haben die Wissenschaftlerinnen Dr. Susanna vonOertzen und Prof. Dr. Annette Harth federführend zwischen 2017 und 2019 einen „Werkzeugkasten“ mit Anleitung zur handlungsorientierten kommunalen Sozialberichterstattung für kleine und mittlere Kommunen entwickelt.

„So eine Handreichung hätten wir uns vor 20 Jahren auch gewünscht“, erinnert sich Volker Dubberke, der als langjähriger Projektleiter der Sozialen Stadt für die Stadtverwaltung tätig war und inzwischen freiberuflich Kommunen und Träger berät. „Ein Werkzeugkasten inklusive Anleitung, mit dem kleinere Kommunen und Landkreise in Niedersachsen raumbezogene Sozialberichte mit klarem Problem- und Handlungsbezug erstellen und ein nachhaltiges sozialräumliches Monitoring aufbauen können“. Wie schwer es falle, solche Berichte in kleineren Kommunen zu erstellen, das habe der im vergangenen Jahr erstmals für Nienburg vorgestellte Sozialbericht gezeigt, der zwar eine Reihe von Zahlen zusammengetragen habe, daraus aber keine Handlungsempfehlungen ableite.

Nienburg als Positivbeispiel

Immerhin, in der umfangreichen Broschüre aus Hildesheim wird neben der Beteiligung der beiden Nienburger Projektentwickler die Stadt positiv erwähnt als eine der wenigen Niedersächsischen Kommunen, die mit dem Keck-Atlas der Bertelsmann Stiftung arbeitet. Die Initiative dazu war 2012 aus dem Bundesforschungsvorhaben „Orte der Integration“ gekommen, an dem der Sprotte-Verein und die Stadt sich mit der Entwicklung des „familienhORT“ beteiligt hatten.

„Auf der Suche nach belastbaren Zahlen, nach Sozial- und Gesundheitsbericht hatte sich die Möglichkeit ergeben, wenigstens in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung die Daten für den Keck-Atlas zu erheben und auszuwerten“, erinnert sich Barbara Weissenborn. „Mit dem „gefühlten Bedarf“ im Sozialraum zu arbeiten ist nicht zielführend und für die Beteiligung an Forschungsvorhaben auch nicht ausreichend, erst mit realen Zahlen ist es möglich, die tatsächlichen Bedarfe zu analysieren und daraus dann notwendige Ziele der Gemeinwesenarbeit festzulegen“.

Neue Maßstäbe in der Gemeinwesenarbeit

Ein gutes Beispiel dafür sei die Entwicklung in der Alpheide. „Die hatte 2012 niemand als Bedarfsgebiet für Gemeinwesenarbeit im Blick, sah ja auch von außen betrachtet alles gut aus“, weiß Volker Dubberke zu berichten. Es war ein langer Weg von der ersten Präsentation der Idee des „Nienburger Torten-Modells“ 2011 im Sozialausschuss, über die Entwicklung der ZidA-Projektidee und des Mehrgenerationenhauses zu der Erkenntnis, dass dort dringend nachgesteuert werden müsse. Seit inzwischen acht Jahren wirbt der Sprotte-Verein für das Gebiet erhebliche Mittel ein, um mit seinem Konzept neue Maßstäbe in der Gemeinwesenarbeit zu setzen.

Die Erfahrungen der vielen Jahre im Programm Soziale Stadt Lehmwandlung und in der Alpheide sind in die Erstellung der hilfreichen Broschüre eingeflossen. „Man muss sie jetzt nur noch lesen und anwenden“, empfiehlt Barbara Weissenborn. Wer Interesse an der Broschüre hat und Informationen zum Projekt „MONIKOM - Kommunale integrierte Sozialberichterstattung in Niedersachsen“ sucht, darf sich direkt an Dr. Susanna von Oertzen wenden, die auch per Email an susanna.oertzen@hawk.de zu erreichen ist

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