Gerhard Röhrl referiert in Warpe über die Technisierung der Landwirtschaft

Bauer speichert Ernte im Netz

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Gerhard Röhrl, Geschäftsführer der BMR, erklärt dem Maschinenring mögliche neue Aufgaben für die Zukunft. ·

Warpe - Von Jana Wohlers. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Maschinenrings Asendorf-Bruchhausen-Hoya und Umgebung referierte am Dienstagabend Gerhard Röhrl im Gasthaus Okelmann in Warpe zum Thema „Satelliten, Daten, Landmaschinen – Spielzeug oder täglich Brot?“.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Maschinenringe (BMR) sprach über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen der modernen Technik in der Landwirtschaft, erklärte neue Techniken sowie ihre Vor- und Nachteile. Ein ausführlicher Text zur Jahreshauptversammlung folgt in einer unserer nächsten Ausgaben.

Satelliten steuern Landmaschinen, Computer regeln Anbaugeräte, und die Details der Ernte speichert der Bauer für die nächste Saison im Datennetz – das ist für viele Landwirte nichts Neues. Die zunehmende Technisierung ihrer Arbeit werde zurzeit viel diskutiert, sagte Gerhard Röhrl. „Es ist sehr lobenswert, dass im Maschinenring das Thema so offen besprochen wird“, freute er sich über die Einladung.

„Seit einigen Jahren gibt es ein gesteigertes Interesse an den Fortschritten der landwirtschaftlichen Technik“, erklärte er. In den vergangenen Jahren sei eine deutliche Steigerung der durchschnittlichen Hektarbeträge der Landwirte zu verzeichnen. Das veranschaulichte Röhrl mit einer Grafik. Um das Jahr 1950 ist die Steigung besonders ausgeprägt. „Die Erklärung für diesen Knick ist zu einem großen Prozentsatz das vermehrte Wirken der modernen Landtechnik.“

Der Geschäftsführer des BMR ist der Meinung: Die Entwicklung zu mehr Hektar -Beträgen hat ihre Notwendigkeit. „Schon allein aufgrund der steigenden Weltbevölkerung muss und wird sich die Technik in der Landwirtschaft weiterentwickeln.“ Genau in diesem Punkt sieht Röhrl die Aufgabe des Maschinenrings: Der Verein solle seinen Mitgliedern die neuen Techniken vorstellen und erklären.

Röhrl erklärte im Laufe des Abends den Nutzen sowie die Vor- und Nachteile der Real-Time-Kinematik (RTK), die ein genaues und hochpräzises Fahren der Landmaschinen in verschiedenen Mustern verspricht.

Die RTK bietet eine präzisere Bearbeitung der Felder und hat eine deutliche Fahrentlastung sowie eine Arbeitserleichterung zur Folge. Unterschieden wird bei der RTK zwischen Funk- und Mobilfunk-Geräten. Die Voraussetzung für beide Techniken ist eine ausreichende Versorgung mit Satellitenfrequenzen und/oder ein funktionierendes und stabiles Mobilfunknetz.

Ein Vorteil des „Precision Farming“ (zu Deutsch sinngemäß „hochpräzise Landwirtschaft“) ist die Wiederholbarkeit eines Vorgangs. „Eine Datensammlung ermöglicht, das Feld genau an den gleichen Stellen noch einmal abzufahren“, sagte Röhrl.

„Es gibt die Idee, die Daten auf Plattformen für jeden zugänglich zu machen“, erklärte der Referent. Doch am Punkt Datensammlung übte er Kritik. In der Zeit der Abhörskandale sei diese Entwicklung mit Misstrauen zu genießen: „Die Datenorganisation und -verwaltung sollte meines Erachtens in den Händen der Bauern und der Maschinenringe liegen. Hier sehe ich ein zukünftiges Dienstleistungsfeld der Maschinenringe.“

Fest stehe auf jeden Fall: Die Technik ist eine Herausforderung für ihre Nutzer. „Sie werden sich mit der Technik ausein andersetzen müssen, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten“, bilanzierte Röhrl. Die Technisierung könne aber ebenso eine Chance sein: „Ob sie im Endeffekt Spielzeug oder täglich Brot ist, muss jeder Landwirt für sich selbst entscheiden. Sie müssen wissen, wo Sie hinwollen und was Ihnen wichtig ist.“

Quelle: kreiszeitung.de

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