Landwirte wollen helfen, die Qualität des Hoyaer Grundwassers zu verbessern

Bauern: Verzichten auf Gifte

Ende 2011 hatten Analysen ergeben, dass das Hoyaer Trinkwasser mit Metaboliten belastet ist. Einen Grenzwert gibt es nicht, ihre Konzentration liegt aber leicht über dem „gesundheitlichen Orientierungswert“ des Bundesumweltamts. Deshalb haben die Beteiligten Maßnahmen ergriffen, die Belastung zu senken. ·
+
Ende 2011 hatten Analysen ergeben, dass das Hoyaer Trinkwasser mit Metaboliten belastet ist. Einen Grenzwert gibt es nicht, ihre Konzentration liegt aber leicht über dem „gesundheitlichen Orientierungswert“ des Bundesumweltamts. Deshalb haben die Beteiligten Maßnahmen ergriffen, die Belastung zu senken. ·

Hoya - Mit Aktivkohle will die Wasserversorgung Grafschaft Hoya künftig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aus dem Trinkwasser filtern.

Nun trafen sich die im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirte mit Vertretern von Wasserwerk, Landkreis, Landwirtschaftskammer und Pflanzenschutzindustrie, um Lösungen zu erarbeiten, mit denen eine Belastung des Grundwassers von vornherein ausgeschlossen werden kann.

Denn obwohl die im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirte nachweislich nicht gegen Auflagen der Schutzgebietsverordnung verstoßen haben, wie die Landwirtschaftskammer in einer Pressemitteilung schreibt, waren im Herbst 2011 erstmals Spuren von Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln (Metaboliten) im Brunnenwasser des Wasserwerks festgestellt worden.

Wann und wo genau die Mittel ins Grundwasser gelangt sind, lässt sich laut Dr. Folkert Bauer von der Firma BASF nicht klären. Relativ sicher sei jedoch, dass es sich bei den Metaboliten um Abbauprodukte der seit vielen Jahren im Rüben- und Rapsanbau eingesetzten Bodenherbizide handelt.

Dr. Frank Schmädeke von der Landwirtschaftskammer zeigte, wo in den vergangenen Jahren im Zustrombereich der Brunnen Rüben und Raps angebaut wurden. Obwohl man momentan nicht ausschließen könne, dass es sich bei den gefundenen Metaboliten um „historische Altlasten“ handele, empfahl er, jede mögliche aktuelle Quelle des Eintrags abzustellen – also freiwillig auf den Einsatz der in den Brennpunkt geratenen Pflanzenschutzmittel verzichtet beziehungsweise auf den Anbau von Raps oder Rüben in unmittelbarer Brunnennähe.

Der Pflanzenschutzexperte der Landwirtschaftskammer, Dr. Joachim Wendt, zeigte daraufhin alternative Pflanzenschutzmittelmaßnahmen auf.

Die anwesenden Landwirte sagten abschließend, sie wollen in Zukunft aus Vorsorgegesichtspunkten im Wasserschutzgebiet auf freiwilliger Basis und ohne Ausgleichsansprüche auf den Einsatz der betroffenen Pflanzenschutzmittel verzichten. · as

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr

Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Technik

Series 6: Die Apple Watch will immer höher hinaus

Series 6: Die Apple Watch will immer höher hinaus
Auto

Was moderne Navis alles können

Was moderne Navis alles können
Auto

So kontert die PS-Fraktion den SUV-Boom

So kontert die PS-Fraktion den SUV-Boom

Meistgelesene Artikel

Liebenau: Maishäcksler durch Steinfalle beschädigt

Liebenau: Maishäcksler durch Steinfalle beschädigt

Jäger verwechselt Kollegen mit Nutria und erschießt ihn

Jäger verwechselt Kollegen mit Nutria und erschießt ihn

Ranghöchste Polizistin Niedersachsens arbeitet in Nienburg

Ranghöchste Polizistin Niedersachsens arbeitet in Nienburg

Kommentare