Seit 2013 sammle der Baubetriebshof Erfahrungen

Blühstreifen: Probleme mit Trockenheit und Salz

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Blühstreifen und -flächen sollen Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen. Einige gibt es in Nienburg bereits.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Im Mai steht der BUND-Antrag zur Aufnahme Nienburgs in die Liste der „pestizidfreien Kommunen“ auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses.

Die Kreisstadt müsste zum Schutz von Flora und Fauna dann komplett auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Selbst privat genutzte Flächen, die der Kommune gehören, dürften nicht mehr mit Chemikalien behandelt werden. Eine mehrheitliche Zustimmung seitens der Politik ist ungewiss.

Untätig war die Stadt in Sachen Insekten- und Pflanzenschutz bereits in den vergangenen Jahren nicht. Nienburgs Baumpfleger Lutz Scheele präsentierte am Donnerstagabend dem Bauausschuss der Stadt den aktuellen Stand zum Thema Blühstreifen und Artenschutz. Seit 2013 sammle der Baubetriebshof Erfahrungen. „Wir haben verschiedene Blühmischungen ausprobiert“, berichtet Scheele. Eines sei ihnen gemeinsam: „Nach der Blühphase sehen sie unansehnlich aus. Trotzdem müssen sie stehenbleiben, um sich auszusamen.“ Das führe häufig zu Beschwerden aus der Bevölkerung über das Erscheinungsbild der Straßenränder. Hier sei Öffentlichkeitsarbeit notwendig.

Probleme bereite die Trockenheit. Insbesondere nach der Aussaat verzögere oder verhindere sie das Aufgehen der Saat. „Wir können aber nicht alle Blühstreifen bewässern“, verdeutlichte Scheele dem Gremium. Die Flächen direkt an den Straßen hätten zudem mit Schädigungen durch Streusalz zu kämpfen. „Dafür reduzieren sich die Mäharbeiten für uns auf ein Minimum“, erklärte der Baumpfleger.

Insektenfreundlich Staudenpflanzungen gebe es unter anderem in den Parkanlagen am Bürgermeister-Stahn-Wall, am Weserwall, vor dem Theater und in mehreren Kreisverkehrsplätzen. Zudem seien die Mähintervalle an den Böschungen des Stadtgrabens sowie des Steinhuder Meerbachs reduziert worden.

Das größte von mehreren geplanten Insekten- und Artenschutzprojekten in der Stadt Nienburg ist ein Fläche im Bereich Schäferhof. Dort will der Baubetriebshof gemeinsam mit der Jagdgenossenschaft eine 8000 Quadratmeter große Blühfläche anlegen. „Die Maßnahme ist kurz vor der Umsetzung“, erläuterte Scheele dem Fachausschuss am Donnerstag.

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