BAWN: Vor allem Papier und verpackte Nahrung landen oft in der Wertstofftonne

Gutes Fünftel regelmäßig falsch entsorgt

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Von den rund 4800 Tonnen, die im Jahr kreisweit über die Wertstofftonnen erfasst werden, sind mehr als 1600 Tonnen falsch entsorgt.

Landkreis. Vielleicht, mutmaßt Arne Henrik Meyer, Vorstand des BAWN, ist der Name irreführend: die „Wertstofftonne“ ist eben nicht das Entsorgungsmedium für alle Wertstoffe, sondern nur für Metall- und Kunststoff-Abfälle.

Jedenfalls gehört zwischen einem Fünftel und mehr als einem Drittel des Inhalts einer Wertstofftonne dort nicht hinein. Das hat eine Analyse der Infa-Gesellschaft im Auftrag des BAWN ergeben.

Hintergrund der Analyse ist der Umstand, dass im Landkreis Nienburg seit April 2013 Leichtverpackungen (mit dem grünen Punkt) und die sogenannten stoffgleichen Nichtverpackungen gemeinsam über ein System (nämlich die Wertstofftonne) erfasst werden. Entsprechend müssen die Entsorgungskosten anteilig zwischen dem BAWN und den für die Verpackungen zuständigen Betreibern der Dualen Systeme aufgeteilt werden. Um zu einer belastbaren Datengrundlage zu kommen, wurde die Nutzung der Wertstofftonne kreisweit analysiert. Ergebnis: Zwischen einem Fünftel und mehr als einem Drittel des Gewichts entfallen auf sogenannte Fehlwürfe. Rund die Hälfte davon sind Wertstoffe, die aber – trotz ihres Namens – nicht in die Wertstofftonne gehören. Arne Henrik Meyer: „Natürlich sind Papier, Pappe, Glas oder Elektrokleingeräte kein Restmüll. Aber man muss sie separat entsorgen, damit sie verwertet werden können.“ Heißt: Papier und Pappe gehören in die entsprechende Tonne oder die Großcontainer, Glas in die Glascontainer, Elektrokleingeräte kann man bei den Wertstoffhöfen abgeben, Textilien in die Altkleiderboxen geben und so fort. Zu den „Fremd- und Störstoffen“, die bei der Analyse ebenfalls gehäuft entdeckt wurden (zwischen 15 und 28 Gewichts-Prozent) gehören vor allem weggeworfene Lebensmittel samt Verpackung. „Ich denke“, sagt der BAWN-Vorstand, „dass die meisten Leute es gut meinen, wenn sie beispielsweise den abgelaufenen Joghurt oder die eingeschweißte Wurst komplett in die Wertstofftonne werfen. Aber so etwas gehört entweder in den Restmüll, oder – besser – der Inhalt in die Biotonne, die Kunststoffverpackung in die Wertstofftonne.“

Die richtige Entsorgung ist ein Wirtschaftsfaktor, mahnt der Vorstand: Von den rund 4800 Tonnen, die im Jahr kreisweit über die Wertstofftonnen erfasst werden, sind mehr als 1600 Tonnen falsch entsorgt. Das macht die Nutzung der (korrekt über die Wertstofftonne entsorgten) Abfälle aus Kunststoff und Metall teurer oder schlimmstenfalls unmöglich. Dann bleibt nur die – noch teurere – Behandlung als Restmüll. Die Mehrkosten müssen letztlich die Bürger über ihre Abfallgebühren tragen. Meyer: „Man tut sich also selbst einen Gefallen, wenn man das jeweils passende Entsorgungssystem nutzt.“

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