Bebauungsplan ist Thema im Stadtentwicklungsausschuss

Kino-Neubau: Donnerstag wichtige Weichenstellung

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In direkter Nachbarschaft zum Behördengebäude am Nienburger Hafen soll das neue Kino entstehen. Die Bojen werden dann an das westliche Weserufer umziehen.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Es war ein absoluter Überraschungs-Coup, den Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes aus dem Ärmel schüttelte: Seit Monaten verhandelten die Beteiligten über den Standort eines neuen Kinos als Ersatz für den Filmpalast, der seine Kapazitätsgrenzen längst erreicht hat.

Investor Holger Glandorf hatte ein Grundstück am Kräher Weg/Ecke Sorenkamp bereits fest im Visier. Dann präsentierte Onkes Anfang April eine perfekte Alternative – innenstadtnah und in direkter Nachbarschaft des jetzigen Filmpalastes.

Allerdings auch in direkter Nachbarschaft zur Weser: Und die kann bei Hochwasser schon mal über die Ufer treten. Auf der Wiese neben dem Behördengebäude am Nienburger Hafen soll der Neubau mit sechs Kinosälen entstehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dieser standortbedingte Nachteil wird sich aufgrund der Topografie sogar positiv auf die Kinokonzeption auswirken.

Am Donnerstag will die Stadtverwaltung im Stadtentwicklungsauschuss die entsprechende Bebauungsplanänderung auf den Weg bringen.Dabei wird unter anderem mögliches Weserhochwasser eine Rolle spielen. Denn ein Extremhochwasser könnte den zukünftigen Kinostandort bis zu 75 Zentimeter hoch überschwemmen. „Für diesen Fall ist das Kinogebäude in hochwasserangepasster Bauweise herzustellen“, steht in der Begründung zur geplanten Bebauungsplanänderung, über die der Ausschuss morgen beraten wird. „Das Bodenniveau des Erdgeschosses muss sich deshalb auf einem Niveau mit der Brückenstraße befinden“, erklärt Nienburgs kommissarischer Stadtentwickler Michael Brede gegenüber dem Blickpunkt.

Was zunächst nachteilig klingt, spielt den Planungen für den Kinoneubau auf den zweiten Blick womöglich durchaus in die Karten. So soll das Untergeschoss in wasserdichter Bauweise entstehen. Es wird wie eine geschlossene Wanne konstruiert, deren oberer Rand hochwassersicher das Niveau der Brückenstraße hat. Und auf diesem Niveau könnten die Kinobesucher von der Brückenstraße aus zukünftig ebenerdig ins Foyer sowie in die Kinosäle gelangen. Erst dort führen dann Stufen – dem absteigenden Niveau der Sitzreihen entsprechend – hinab in Richtung Leinwand ins untere Geschoss. Ein vorheriger Anstieg, wie sonst bei Kinos üblich, entfällt somit. Diese Bauweise hätte noch einen weiteren positiven Aspekt: Von der Brückenstraße aus wäre die Fassade deutlich niedriger. Sie soll sogar unter der Firsthöhe des benachbarten Behördengebäudes bleiben.

Noch lagert am geplanten Kinostandort das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) unter anderem seine Bojen. Eigentümer des Areals ist der Bund, der es verkauft, wenn ein alternativer Lagerplatz gefunden wird. Den stellt die Stadt am westlichen Weserufer südlich des Getreidehafens zur Verfügung – auf einem Teil der Fläche, die derzeit als Park- und Wohnmobilstellplatz genutzt wird.

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