Bedarfsplan fordert Platz

Nienburger Feuerwehr erklärt sich zur Standortsuche für Obdachlosenheim

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Die rot eingezeichnete Fläche zeigt die Maße der benötigten Halle. Auf dem Bild wird dargestellt, wo diese stehen müsste, wenn rechts neben das Gerätehaus die Unterkunft für Obdachlose angebaut wird. Die Zufahrt zum Hof wäre dadurch versperrt.

Nienburg - Die Feuerwehr will nicht der „Buhmann“ sein, beton Stadtbrandmeister Stephan Ottens. Es geht erneut um die Nienburger Obdachlosenunterkunft, die neu gebaut werden soll, da die Stadt deren Grundstück verkauft hat.

Der Sozialausschuss hatte sich am vergangenen Mittwoch dafür ausgesprochen, den Neubau am Meerbachbogen zu platzieren – sehr zum Unmut einiger anwesender Bürger. Diese sehen eine solche Herberge nicht gerne in der Nähe von gleich drei Schulen. Es werde befürchtet, dass eine Gefahr für die Schüler von den dort lebenden Personen ausgeht, wurde in der Bürgerfragestunde deutlich. Wieder wurde auch gefragt, warum denn der angedachte Standort bei der Feuerwehr abgelehnt wurde.

Gegen diesen hatte sich der zuständige Ausschuss bereits entschieden. Die Verwaltung jedoch verteidigt diesen Platz weiterhin. Auch in der nun empfohlenen Beschlussvorlage wurde deutlich gemacht, dass die Verwaltung das Grundstück an der Feuerwehr als „geeignetsten Standort“ bewertet.

In der besagten Ausschusssitzung nahm Bürgermeister Henning Onkes erneut Stellung zu diesem Thema. Er bemängelte, dass die Politik im Gegensatz zum heiligen St. Martin nicht bereit sei, „ihren“ Mantel mit Hilfsbedürftigen zu teilen. Mit der Feuerwehr hätte man die Einwände bezüglich der Nutzung ihres Grundstückes sicher klären können, sagte er außerdem. Ein solches Gespräch habe es mit ihnen allerdings nie gegeben, sagen jetzt die Vertreter der städtischen Wehren. Daher haben sie zu einem Pressegespräch eingeladen, um zu erklären, warum die Ehrenamtlichen den Bereich an ihrem Gerätehaus selbst benötigen.

„Kein Problem damit, wenn Obdachlose in unserer Nähe wohnen.“

„Wir teilen unseren Mantel jeden Tag mit den Bürgern der Stadt und sind schockiert darüber, dass es so dargestellt wird, als wäre die Feuerwehr der Buhmann“, erklärt Stadtbrandmeister Ottens. Die Argumente gegen den Standort an der Feuerwehr hätten nichts mit fehlender Hilfsbereitschaft zu tun, sagt auch Ortsbrandmeister Thomas Cornelsen: „Wir haben kein Problem damit, wenn Obdachlose in unserer Nähe wohnen. Wir brauchen allerdings die Erweiterungsfläche.“

Denn auf die Nienburger Feuerwehren kommt einiges zu. Bis 2021 soll der von der Politik beschlossene Feuerwehrbedarfsplan umgesetzt werden. In allen vier Ortswehren gibt es demnach Nachholbedarf. Mehrere Fahrzeuge müssen angeschafft werden, das Gerätehaus in Langedamm wird neu gebaut.

„Der Hammer kam dann für die Ortswehr in Nienburg“, beschreibt Cornelsen die notwendige Aufrüstung. Fünf zusätzliche Fahrzeuge sind dort vorgesehen, unter anderem eine kleinere Drehleiter, die auch gut in der Innenstadt eingesetzt werden kann. „Das sind keine Wünsche der Feuerwehr, sondern gesetzliche Vorgaben, die schon seit Jahren hätten erfüllt werden müssen“, sagt Ottens.

Fahrzeughalle für neun Fahrzeuge

Aufgrund dessen wird der Neubau einer Fahrzeughalle geplant. Diese soll etwa 50 Meter breit und 15 Meter tief werden. Neun Fahrzeuge sollen darin untergebracht werden können. Aktuell haben die Brandbekämpfer zehn Stellplätze – durch weitere Umbaumaßnahmen werden aber voraussichtlich ein bis zwei wegfallen.

Zusätzlich zu den Vorgaben des Bedarfsplans müssen die Nienburger auch noch Bedingungen der Feuerwehrunfallkasse erfüllen. Denn wenn mehr Fahrzeuge im Einsatz sind und damit auch mehr Personen, ist es notwendig, weitere Umkleideräume zur Verfügung zu haben. „Außerdem brauchen wir deutlich mehr Parkplätze. Diese finden auf unserem Grundstück schon gar keinen Platz mehr“, erklärt Ortsbrandmeister Cornelsen. Eine mögliche Lösung könnte sich auf einem gegenüberliegenden Grundstück ergeben, welches momentan leer steht.

Eine weitere Forderung der Unfallkasse sind sogenannte Schwarz-Weiß-Bereiche. Es muss den Einsatzkräften also möglich sein, direkt aus dem Fahrzeug in einen Waschraum zu gelangen. Erst dann geht es weiter in die Umkleide. Gleich zwei von diesen sogenannten Schleusen sind nötig. Außerdem muss der Werkstattbereich ausgebaut werden. „Es geht dabei auch um die Sicherheit der Mitarbeiter“, betont der Ortsbrandmeister.

Sollten Verwaltung und Politik also entscheiden, die Unterkunft für Obdachlose nun doch auf das Gelände der Feuerwehr zu setzen, wird es eng dort. „Die Konsequenz wäre, dass der Platz hier voll ist“, fasst es der stellvertretende Ortsbrandmeister Wolfram Müller zusammen und gibt zu bedenken, dass die Ehrenamtlichen schon jetzt Probleme mit einem Lager unter dem Dach haben. Dort könnte in den kommenden Jahren eine Alternative nötig sein. Außerdem würde die Jugendfeuerwehr eine Übungsfläche verlieren.

Wie es mit der Unterkunft weiter geht, zeigt sich in der kommenden Ratssitzung, die für Dienstag, 12. Dezember, angesetzt ist. Dann sollen die Politiker darüber entscheiden, ob sie den Standort am Meerbachbogen anneh-men. 

 jom

Quelle: kreiszeitung.de

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