Ein Ort der Begegnung in Bücken

Laura Eckhardt und Verena Vellmer eröffnen „Tokunft Hus“

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Verena Vellmer und Laura Eckhardt (von links) freuen sich auf die Eröffnung und bereiten diese derzeit vor.

Bücken - Von Rebecca Göllner-Martin. Was vor circa eineinhalb Jahren bei einem Kaffee am Küchentisch als Idee in den Köpfen von Laura Eckhardt und Verena Vellmer entstand, wird gerade in die Realität umgesetzt. Am Himmelfahrtstag feiert das „Tokunft Hus“ im Rahmen der Fahrradrallye „Hoya ist mobil“ Eröffnung. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Coworking-Space im ehemaligen Sparkassen-Gebäude an der Marktstraße in Bücken.

„Wir wollen an die Zukunft denken“, sagt Verena Vellmer. Viele Menschen, gerade auch im ländlichen Raum, würden immer häufiger tageweise von zu Hause aus arbeiten. Deshalb lautet der Plan der Bückerinnen, einen Raum für Freiberufler, Selbstständige oder Kreative zu schaffen, die alle unter einem Dach sowohl miteinander, aber auch unabhängig voneinander arbeiten können. Vorteile seien unter anderem die geringe Ablenkung durch den Alltag zu Hause, aber auch die Kommunikation mit anderen Leuten, die einen externen Blick mitbringen.

Laura Eckhardt, die auch das „Catucho“ in Bücken betreibt, habe schon immer davon geträumt, etwas in dem Sparkassen-Gebäude auf die Beine zu stellen. „Ich finde einfach, es ist ein wunderschönes Haus“, sagt sie. In Gesprächen mit Verena Vellmer sei relativ schnell das Stichwort Coworking gefallen. „Ich habe in Berlin bereits in solchen Einrichtungen gearbeitet“, sagt Vellmer begeistert, deshalb sei sie schnell Feuer und Flamme für die Idee gewesen. Dann habe es Treffen mit der Geschäftsführung des Geldinstituts sowie mit der Gemeinde gegeben, auch dort sei das Vorhaben auf Gegenliebe gestoßen. „Mein Wunsch war, das Haus mit Leben zu befüllen, dass aber alles so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, freut sich Eckhardt.

Seit einigen Wochen bauen Handwerker das Gebäude um. Der untere Bereich soll offen gestaltet sein, im ersten Stock gibt es kleine Büros sowie Meeting-Räume, außerdem sind Rückzugsorte geplant, um auch einmal in Ruhe telefonieren zu können. Die Bückerinnen möchten die Möglichkeit bieten, dass Kunden sowohl nur stundenweise einen Schreibtisch mieten können, aber auch für einen längeren Zeitraum ein Büro. Des Weiteren wollen sie in Kooperationen mit anderen Firmen Workshops offerieren, beispielsweise zum Thema Online-Banking. „Aber auch Yogakurse sind denkbar“, sagen Vellmer und Eckhardt. Insbesondere solle das „Tokunft Hus“ ein Ort der Begegnung und der Kommunikation sein. Ein Treffpunkt in der Mitte des Fleckens Bücken, denn das war er schließlich schon immer, erklärt Laura Eckhardt.

Das ehemalige Sparkasse-Gebäude wird derzeit zum Coworking-Space umgebaut.

„Wir haben viele Ideen und Hypothesen, die jetzt getestet werden müssen“, sagt die Ex-Berlinerin Vellmer. Bisher hätten die beiden Frauen wenig Werbung für ihr Vorhaben gemacht. Vieles sei bisher über Mundpropaganda gelaufen. Das sei ein Vorteil auf dem Land, da würde das noch gut funktionieren. „Sozusagen analoge soziale Medien“, scherzt Verena Vellmer. Drei feste Mieter hätte das „Tokunft Hus“ dennoch bereits, berichtet Laura Eckhardt. Dass es noch weitere Menschen gibt, die Interesse zeigen werden, glauben die Unternehmerinnen ganz fest. „Es gibt so viele coole und kreative Menschen hier“, finden sie. Immer mehr junge Leute würden nach dem Studium zurück aufs Dorf ziehen, da die Lebensqualität wesentlich höher sei als in der Stadt. Das „Tokunft Hus“ sei eine Chance, diese Leute unter einem Dach zu vereinen und sich gegenseitig zu inspirieren.

Wer eine Geschäftsadresse benötigt, bekommt diese ebenfalls in Bücken. Die Unternehmerinnen stellen im „Tokunft Hus“ Postfächer zur Verfügung. Das mache bei Kunden immer einen besseren Eindruck als die Adresse vom Eigenheim, meinen sie. Außerdem gewährleisten die beiden Frauen Datenschutz für die langfristig angemieteten Büros. „Grundsätzlich muss aber natürlich jeder darauf achten, dass seine Daten sicher sind“, sagen sie. Ebenfalls in petto haben die Coworker schnelles Internet. „Zwar noch nicht mit Glasfaser“, bedauert Laura Eckhardt, „aber immerhin deutlich schneller als die meisten zu Hause haben“. Die Kunden müssten nur ihren Laptop mitbringen, alles andere sei vor Ort vorhanden. Das Arbeiten könne sofort beginnen.

Das Bücker Projekt ist erst der dritte Coworking-Space in ganz Niedersachsen. Eckhardt und Vellmer haben sich dem Netzwerk „CoworkLand“ der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossen und erfahren dort viel Wissenswertes von Gleichgesinnten.

Am Himmelfahrtstag, 30. Mai, ist das „Tokunft Hus“ ab 9 Uhr geöffnet. Es gibt dort Kaffee und Kuchen, ein Kinderprogramm, Führungen durch die Räumlichkeiten sowie Einblicke darin, wie ein Coworking-Space eigentlich funktioniert.

Die Homepage ist gerade im Aufbau und bald erreichbar unter www.tokunfthus.de

Quelle: kreiszeitung.de

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