Benefiz-Turnier zugunsten der Rett-Forschung in Schamerloh

Sechs Fußballspiele – ein gemeinsames Ziel

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Voller Vorfreude auf das Turnier: Die beiden SG-Vorsitzenden Matthias Soll und Andreas Nahrwold (v.l.).

Schamerloh - Von Leif Rullhusen. Die zehnjährige Frederike leidet am Rett-Syndrom. Ein in doppelter Weise tückischer Gen-Defekt.

Zum einen, weil die betroffenen Kinder bereits erlernte Fähigkeiten wieder verlieren – also Rückschritte in ihrer Entwicklung machen – und zum anderen, weil die Krankheit sehr selten und damit relativ wenig erforscht ist. Dabei könnte das Rett-Syndrom der erste heilbare Gen-Defekt sein. Die Forschung hofft, dass schon in wenigen Jahren ein entsprechendes Medikament auf den Markt kommen könnte. Dazu sind die Mediziner allerdings in hohem Maße von Spenden abhängig, aus denen sich die Forschung fast ausschließlich finanziert.

Einige Tropfen in den großen See der notwendigen finanziellen Mittel soll am kommenden Samstag, 28. Juli, ein Benefiz-Fußballturnier der SG Schamerloh spülen. Vier Mannschaften werden ab 14 Uhr im Vosspark für den guten Zweck gegen das runde Leder treten. Dabei sind neben den gastgebenden Fußballerinnen aus Schamerloh die Frauen des SV Sebbenhausen-Balge, des TuS Sulingen sowie die U15-Kickerinnen des VFL Wolfsburg. Jeweils eine halbe Stunde dauert jede der insgesamt sechs Begegnungen.

Mit einem speziellen Dreirad ist Frederike mobil. Selbst treten kann sie allerdings nicht.

Sämtliche Einnahmen rund um das Turnier bekommt der Verein „Rett Syndrom Deutschland“. Initiiert hat die Veranstaltung Frederikes Tante, Maren Herzog aus Stolzenau. Deren Tochter Juliana, also Frederikes Cousine, spielt seit vielen Jahren aktiv und ziemlich erfolgreich bei der SG Fußball. Auf der Suche nach Unterstützung für eine solche Wohltätigkeitsveranstaltung stieß Maren Herzog bei den Vereinsverantwortlichen in Schamerloh auf offene Ohren. Julianas ehemaliger Trainer Guido Schmidt war sofort begeistert. Ohne zu zögern sagten auch die beiden SG-Vorsitzenden Andreas Nahrwold und Matthias Soll die volle Unterstützung des Vereins zu.

Die Turniervorbereitungen tragen schon die ersten Spendenfrüchte: Spontan entschloss sich in der vergangenen Woche der TuS Steyerberg, im Rahmen seiner Sportwerbewoche für den Verein „Rett Syndrom Deutschland“ zu sammeln.

Noch bevor die erste Partie angepfiffen wird, steht der eigentliche Sieger bereits fest. „Es gibt an diesem Tag vor allem einen Gewinner – und das ist die Rett-Forschung“, verdeutlicht Soll. Damit eine ordentliche Summe zusammenkommt, haben die Organisatoren weit mehr, als ein Fußballturnier auf die Beine gestellt. „Es ist ein Nachmittag für die ganze Familie“, betont Nahrwold.

Eintritt brauchen die Besucher dafür nicht zu zahlen. Möglichkeiten, Geld für die Rett-Forschung auszugeben, haben sie trotzdem reichlich. Wer will, kann ein Spenden-Sparschwein füttern, an einer Tombola teilnehmen oder versuchen, ein von den 1. Damen des VFL Wolfsburg – dem aktuellen Deutschen Meister – handsigniertes Trikot zu ersteigern. Selbstverständlich ist auch für Speisen und Getränke gesorgt. Der Nachwuchs kann sich darüber hinaus auf einer Hüpfburg ordentlich austoben.

Frederike ist mittlerweile rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Sie hat ihre Sprache verloren, leidet an epileptischen Anfällen, hat keine Kontrolle über ihre Hände und kann nur über kurze Strecken laufen. Trotzdem wird sie das Turnier höchstwahrscheinlich besuchen. Zwar lebt sie mit ihren Eltern Karin und Nils Gotha in der Nähe von Nürnberg, doch das Ereignis, das Frederikes Tante 500 Kilometer entfernt in Schamerloh organisiert hat, will Familie Gotha auf keinen Fall verpassen

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