Stadtratsfraktion der Grünen will Grundstück am Berliner Ring naturnah belassen

„Grüne Oase“ statt Einzelhandel

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Der Investor führte kürzlich Rodungsarbeiten auf dem Grundstück durch.

Nienburg - Von Janina Stosch. Doch kein neues Gartencenter für Nienburg. Das Vorhaben des Investors Dirk Doodemann aus Ganderkesee, ein 5000-Quadratmeter-Gartencenter zu bauen, stieß auf viel Widerstand seitens der Politik und der Bevölkerung. Nun bietet er das Grundstück im Bereich des Stöckser Straße/Ecke Berliner Ring zum Verkauf an.

Das sei die Chance, ein regelrechtes Kleinod zu erwerben, sagte Peter Schmithüsen, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Stadtratssitzung am Dienstag. Die Stadtratsfraktion stellte den Antrag, die Stadt solle das Grundstück erwerben. Zudem solle der Bebauungsplan so angepasst werden, dass die Fläche naturnah und dem Gewässerentwicklungsplan entsprechend entwickelt wird. Eine Bebauung soll ausgeschlossen werden.

Derzeit liegt das Grundstück brach. Der Investor hatte im April noch drastische Baum- und Strauchschnittarbeiten vorgenommen. „Das hat diese Oase stark beschädigt“, steht im Antrag der Grünen. 

„Hier hat die Stadt die Möglichkeit, etwas für den Klimaschutz zu tun“, sagte Schmithüsen. In Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden BUND und NABU soll ein ökologisches Nutzungskonzept für die Fläche erarbeitet werden. 

Das Grundstück liegt in der Nähe zur BUND-Kinderwildnis und zum BUND Schau- und Lehrgarten und könnte diese Einrichtungen, laut Schmithüsen, funktional sehr gut ergänzen. Zudem sei für die Flächen am Rande des Meerbachs, im Rahmen des Gewässerentwicklungsplans, ohnehin keine Verwendung für Gewerbefläche vorgesehen.

"Ich bin glücklich um jedes Stück Grün" - Torben Franz (Die Linke)

Torben Franz von den Linken zeigte sich begeistert: „Das ist ein gutes Projekt. Ich bin glücklich und dankbar um jedes Stück Grün. Damit können wir mehr Lebensqualität in der Stadt schaffen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Rübenack gab zu bedenken, dass auch die Belange der Feuerwehr, deren Zentrale direkt an das Grundstück angrenzt, zu berücksichtigen seien. 

Freidemokrat Heiner Werner mahnte außerdem, dass auch die Kosten im Blick behalten werden müssen. Gerade jetzt, während der Corona-Krise, sei die finanzielle Situation der Stadt schwierig. Die Fraktionen plädierten dafür, den Antrag in den Stadtentwicklungsausschuss zu verweisen.

Keine allzu große Begeisterung brachte Bürgermeister Henning Onkes dem Grünen-Antrag entgegen. „Es ist wichtig, dass wir uns das Grundstück zunächst genau anschauen und auch mit dem Eigentümer vernünftig ins Gespräch kommen“, sagte er in der Sitzung. Nicht alle Wettbewerber können grundsätzlich sofort abgelehnt werden, gab der Verwaltungschef zu bedenken. Der Umgang mit Wettbewerbern müsse besonders vor dem Hintergrund einer sinkenden Zentralität der Stadt gut überlegt sein. 

Auch Onkes hält es für wichtig, dass die Pläne für das Grundstück im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert werden.

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