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Fest in Wietzen: Böse feiert 100-jähriges Jubiläum

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Das Team der Böse GmbH vor dem 2016 neu errichteten Geschäftsgebäude

Wietzen - Von Nicole Brügesch. Die Geschichte der Firma Böse fing mit dem Gesellenstück von Hermann Böse an. 1897 geboren und aufgewachsen in Päpsen, wohnte Hermann Böse sehr viel Erfindergeist inne. Im Laufe der Jahre wurden einige nützliche Werkzeuge und Maschinen konstruiert. Beim Patentamt war Familie Böse bald ein bekannter Name. Doch der Reihe nach.

Anlässlich seiner Gesellenprüfung baute Hermann Böse im Jahr 1914 einen selbstkonstruierten Verbrennungsmotor (zu besichtigen in der Heimatstube Wietzen). Dies war der erste Schritt zu seiner Selbstständigkeit, denn aufgrund seiner Leidenschaft zu handwerklichen Arbeiten gründete Hermann Böse im Jahr 1919 einen Schlossereibetrieb in Päpsen. 

Hermann Böse mit seinem Gesellenstück – ein selbstkonstruierter Verbrennungsmotor.

In einem selbstgebauten Holzschuppen auf der Hofstelle seiner Eltern richtete er seine Werkstatt ein und bot seine Dienste in den Bereichen elektrische Licht- und Kraftanlagen einschließlich Wasserleitungen an. Tatkräftige Unterstützung erhielt er von seinem Bruder Heinrich Böse. Das Angebot wurde kontinuierlich um Motoren für Gewerbe und Landwirtschaft erweitert, sodass er ein wichtiger Dienstleister der umliegenden Landwirte wurde. Mit seiner Erfindung der motorbetriebenen Getreidemühlen machte sich Hermann Böse einen Namen. Angebot und Nachfrage stiegen, sodass Hermann Böse sich räumlich vergrößerte und 1923 aus dem Holzschuppen an die B6 nach Wietzen zog.

Er baute seinen Betrieb weiter aus, stellte Mitarbeiter ein und bot nun Handel und Reparaturdienste von Rundfunkgeräten an. Elektrogeräte, Batterien, Lampen und Glühbirnen gingen ebenso über den Ladentisch. Doch Haupteinnahmequelle war der Landmaschinenhandel. Sein Bruder Heinrich Böse stieg in die Firma ein und die Brüder arbeiteten nun Hand in Hand. Den Erfindergeist hatte auch Heinrich geerbt. So tüftelten die Gebrüder Böse an einem Handaufzug, der später auch zum Einsatz kam. Der Kassenschlager „FRAUENLOB, der beste motorisierte Butterfassantrieb der Gegenwart“ – ebenso eine Erfindung der Familie Böse – wurde erfolgreich auf den Markt gebracht. 1932 verunglückte Hermann Böse tödlich, so dass seine Ehefrau Lina Böse gemeinsam den Betrieb mit seinem Bruder Heinrich Böse weiterführte. Eine Umfirmierung fand statt.

Hilfreiche Helfer für Landwirte

„Böse Erben“ ist bis heute ein gängiger Begriff in der Gemeinde Wietzen. Neben dem Handel mit Landmaschinen wurden unter anderem auch motorisierte Getreidemühlen, selbstgebaute Sackkarren und eigens konstruierte Kreissägen mit integriertem Schleifstein angeboten. Auch weiterhin wurde getüftelt wie verrückt: ein fahrbarer Drehstrom-Motor diente dem Landwirt zum Antrieb von Maschinen auf seinem Hof. Nach den Kriegsjahren kam die „Verkaufskanone“ Wilhelm Fritzemeier als Buchhalter in den Betrieb und stand der Geschäftsführung leitend zur Seite. Er hatte ein feines Gespür für die Kundenbedürfnisse. So wurde der Verkauf von Landmaschinen, insbesondere Dreschmaschinen und Porschetraktoren, erfolgreich von Wilhelm Fritzemeiers Verkaufstalent angekurbelt.

Nach den Kriegsjahren kurbelte die „Verkaufskanone“ Wilhelm Fritzemeier das Geschäft um den Landmaschinenhandel kräftig an. Verkaufsschlager waren u.a. Porschetraktoren.

Mit dem stetigen Zuwachs im Landmaschinenhandel wurde der Güterbahnhof in Wietzen wichtiger Umschlagplatz für Porsche und Allgaier Traktoren sowie Dreschmaschinen und viele weitere landwirtschaftliche Geräte. Nachdem sich Heinrich Böse aus der Firma zurückzog, übernahm 1978 Hermann jun., Sohn von Lina und Hermann Böse sen., die Betriebsführung und aus Böse Erben wurde die Firma Böse oHG. Der seit seiner Lehrzeit in den 1950er Jahren Betriebsangehörige Heinrich Buchholz wurde mit der Umfirmierung Geschäftsführer. Unterstützung erhielt er durch die stillen Teilhaber Walter Beneke und Otto Simon. Heinrich Buchholz leitete das Geschäft um den Landmaschinenhandel und der Haustechnik.

Hermann Böse GmbH war in der Gemeinde und der näheren Umgebung bekannt für diese Geschäftszweige. Mit seiner Pensionierung 2001 kam bei Heinrich Buchholz die Frage auf, wer die Firma Böse weiterführen soll. So ergab es sich, dass der Landmaschinenmechaniker und Mitarbeiter Cord Prange gemeinsam mit Jörg Westfal und Holger Falldorf die Geschäftsführung übernahm. 

Mit dem Zusammenschluss kam das dritte Standbein „Gartentechnik“ hinzu. Firma Böse wurde umfirmiert zu Böse GmbH – Gartentechnik, Haustechnik, Landtechnik. Die Dienstleister haben ein breites Spektrum im Angebot, was auch unter anderem bei Gewerbeschauen präsentiert wird. Neue Ideen und Innovationen auf dem Wirtschaftsmarkt brachten die Geschäftsführer Cord Prange und Holger Falldorf dazu, ihren Betrieb mit dem Neubau im Gewerbegebiet zu erweitern. 

Im Mai 2015 wurde der erste Spatenstich getätigt und ein Jahr später, im Jahr 2016, bezog die Firma die neuen Räumlichkeiten – großzügige Werkstätten mit modernster Technik, ein einladender Verkaufsraum sowie die Erweiterung der Serviceleistungen, um beispielsweise Vermietung von Land-, Garten- und Baumaschinen, Gebrauchtmaschinenhandel, Hol- und Bringdienst, Waschplatz für Nutzfahrzeuge, Propangashandel, Ersatzteilebeschaffung und Sonderbestellungen, Wartungen und Reparaturdienste in den Fachwerkstätten für Land- und Gartechnik und Testgerätevorführungen runden das Bild ab.

Abwechslungsreiche Juliäumsfeier

Die Böse GmbH hat in seiner langjährigen Firmengeschichte einige Höhen und Tiefen erlebt. Seit 1919 kann der Betrieb mit Stolz sagen, dass 149 Lehrlinge ihren Berufswunsch bei Firma Böse verwirklichen konnten und bald ebenso viele Mitarbeiter mit ihrem Können den Betrieb tatkräftig unterstützt haben. Seit nunmehr 100 Jahren ist Böse GmbH ein kompetenter Arbeitgeber und wichtiger Dienstleister in der Gemeinde und den umliegenden Ortschaften. Über viele bewegende, spannende, aber auch lustige Momente können Zeitzeugen noch heute berichten. „Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Menschen bedanken, die unsere Firma zu dem gemacht haben, was sie heute ist“, sagen die Geschäftsführer Holger Falldorf und Cord Prange , die herzlich zur Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen am Samstag, 6. April, einladen.

100 Jahre Böse: Erfolgreich mit Erfindungen aus Wietzen

Das Team der Böse GmbH vor dem 2016 neu errichteten Geschäftsgebäude © Böse
Hermann Böse mit seinem Gesellenstück – ein selbstkonstruierter Verbrennungsmotor. © Böse
Die Dreschmaschinen auf dem Böse-Gelände. © Böse
Die Dreschmaschinen werden verladen © Böse
 © Böse
Der neue Firmensitz. © Böse
 © Böse
Nach den Kriegsjahren kurbelte die „Verkaufskanone“ Wilhelm Fritzemeier das Geschäft um den Landmaschinenhandel kräftig an. Verkaufsschlager waren u.a. Porschetraktoren. © Böse
Der einladende Verkaufsraum. © Böse
Strohbinder werden ausgeliefert. © Böse
Nach den Kriegsjahren kurbelte die „Verkaufskanone“ Wilhelm Fritzemeier das Geschäft um den Landmaschinenhandel kräftig an. Verkaufsschlager waren u.a. Porschetraktoren. © Böse

Mit dem abwechslungsreichen „Tag der offenen Tür“ möchte sich das Unternehmen bei seinen treuen Kunden bedanken. Zudem bietet das Jubiläumfest die Möglichkeit, den Traditionsbetrieb kennenzulernen. Gerne begrüßen die Mitarbeiter viele Besucher in den neuen Räumlichkeiten, in das der Betrieb 2016 umgezogen ist. Vorbereitet haben sie ein buntes Programm mit etwa einem Kettensägen-Künstler, „Hau den Lukas“, süßen und herzhaften Leckereien, Musik, einem großen Gewinnspiel und Aktionen für Kinder.

Programm am 6. April 

• 14 Uhr Andi´s Dorfmusik spielt zu Kaffee und Butterkuchen

aus dem Holzbackofen der Heimatstube Wietzen

• Kita Tausendfüßler tritt auf

• Großes Gewinnspiel

• 16 Uhr offizielle Ansprache anlässlich der 100 Jahre Firma

Böse GmbH

• 17 Uhr Musik mit DJ

• den ganzen Tag über Programm z.B. STIHL Test-Tag u.v.m.

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