Neue Serie: Blickpunkt-Praktikantin aus Brasilien erkundet Kreisstadt

Brasilianerin blickt auf Nienburg: Radfahren in ist ein Vergnügen

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Die Straßen in der Altstadt wirken auf Leila Endruweit wie Filmkulissen.

Nienburg - Von Leila Endruweit. Jeden Tag komme ich mit dem Fahrrad von der Deula zum Blickpunkt. Es ist egal, welchen Weg wähle ich: Alle sind schön. Manchmal fahre ich durch den Park und auf die Lange Straße. An anderen Tagen nehme die Wilhelmstraße und komme so in die Fußgängerzone. Ebenso oft fahre ich fast den ganzen Weg durch den Park. Es gibt einen Teil des Parks, neben dem Berliner Ring, bei dem ich denke: „Wow, ich laufe in der Kulisse des Films ,Der geheime Garten’“.

Die Straßen rund um die Blickpunkt-Redaktion sind für mich wie Filmkulissen. Ich halte häufig an, um Fotos zu machen. Dieses Jahr war ich in Görlitz, eine deutsche Stadt, die „Görliwood“ genannt wird, weil dort viele Filme aufgenommen wurden, zum Bespiel „Grand Budapest Hotel“. Ich kann Ihnen sagen: Nienburg verliert Geld! Die Stadt sollte ein Drehort werden. Wenn man lange in einer Stadt war, merkt man nicht, wie schön sie ist.

Ich liebe, dass ich hier überall mit dem Fahrrad fahren kann. Die Stadt ist flach. Wenn Sie sehen, wo ich geboren wurde, würden Sie meine Faszination verstehen. Ijuí – meine Heimatstadt – hat viele Hügel und es ist unmöglich, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen.

Mit dem Fahrrad ist die Journalistin aus Brasilien in Nienburg besonders gerne unterwegs. Wie hier am Weinhaus bei der St. Martinskirche.

Das Benehmen der Menschen mit den Radfahrern in Nienburg beeindruckt mich auch. Ich halte am Zebrastreifender und die Autos geben mir den Vorzug. Aber ich habe die Logik des Fahrradverkehrs nicht ganz verstanden: Wenn es keinen Fahrradweg gibt, weiß ich nie, ob ich auf die Straße oder auf dem Bürgersteig fahren soll. Ich sehe die Leute beides machen. Außerdem habe ich auch gelernt, dass wir immer rechts bleiben sollten. Aber ich denke, dass das hier keine Regel ist, weil mir auch schon Radfahrer auf der falschen Seite entgegengekommen sind.

Hier in Nienburg gefällt mir, dass ich nicht auf Autos oder Busse angewiesen bin. Und das Beste: Ich weiß, wenn ich zurück bin, wird das Fahrrad sein, wo ich es gelassen habe. In Brasilien ist der Fahrrad-Diebstahl sehr hoch. Wenn der Dieb das Fahrrad nicht stehlen kann, stiehlt er ein Teil davon, wie den Sattel. Es hat so viele Diebstähle gegeben, dass im Jahr 2013 die Zeitung, bei der ich arbeite in Porto Alegre – die hauptstadt von Rio Grande do Sul – eine interaktive Karte gemacht hat. Darin konnten die Leser markieren, wo ihre Fahrräder gestohlen wurden.

Leider kann ich nachts in Porto Alegre nicht Fahrrad fahren, weil es sehr gefährlich ist. Die Diebe können auch meine Tasche und mein Handy stehlen. Und das Schlimmste: Sie können mich verletzen. Daher rate ich Ihnen: Genießen Sie die Ruhe der Stadt Nienburg. Glauben Sie mir, es ist eine Empfindung, die viele Leute kaufen würden, wenn sie könnten.

Blickpunkt-Praktikantin aus Brasilien

Leila Endruweit ist eine brasilianische Journalistin, die durch eine Kooperation mit der Deula beim Blickpunkt ein zweimonatiges Praktikum absolviert. Während dieser Zeit erkundet sie Nienburg und die Region. Über ihre Entdeckungen und Unterschiede zu ihrer Heimat schreibt sie in dieser Kolumne.

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