Start mit „Trommelfeuer“

Breitbandausbau: Erster Spatenstich in Duddenhausen

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Endlich geht’s los: Als symbolischen Akt wurden gestern die ersten Spaten angesetzt.

Landkreis - Von Horst Friedrichs. „Trommelfeuer“ erklang als Begleitmusik auf Autodächern, Zeltplanen und Blechabdeckungen: Die hohen Eichen rund um das Dorfgemeinschaftshaus Duddenhausen entledigten sich unentwegt ihrer herbstreifen Eichellast, als dort Freitagvormittag der Startschuss für die Tiefbauarbeiten zum Ausbau des Breitbandnetzes im Landkreis Nienburg fiel.

Niemand aus der Teilnehmerrunde des symbolischen ersten Spatenstichs wurde ernsthaft getroffen. Einen Regenschirm, auch zur Vorsorge gegen „Kopfnuss durch Eicheln“ erhielt Staatssekretär Stefan Muhle vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung nichtsdestoweniger von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (Hoya).

Landrat Detlev Kohlmeier begrüßte die große Runde der Teilnehmer aus der kommunalen Familie des Landkreises Nienburg zum offiziellen Start des Ausbaues der Datenautobahn im Kreisgebiet. In Kürze sollen die Bagger parallel zum Baubeginn in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya auch in der Samtgemeinde Uchte rollen. „Wir freuen uns, mit der Liebenauer Firma Northern Access einen regionalen Partner für den Breitbandausbau gefunden zu haben“, betonte Kohlmeier in seiner Ansprache.

„Tolle Teamleistung aller Beteiligten“

Insgesamt, so Kohlmeier, werden im Landkreis Nienburg rund 550 Kilometer Glasfaser verlegt und rund 8300 Haushalte und Unternehmen nach dem Ausbau angeschlossen. Bis Ende 2019 solle das Projekt abgeschlossen sein. Kohlmeier: „Dann werden alle ausgebauten Haushalte Datenübertragungsraten von mindestens 50 Megabit (Mbit/s) im Downstream und mindestens 40 Prozent der Haushalte mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) versorgt werden.“ Auch für die Schulen seien bis zu einem Gbit/s vorgesehen.

Für das Gesamtprojekt Breitbandausbau werden im Landkreis Nienburg nach den Worten des Landrats 39,9 Millionen Euro verbaut. Finanziert werde der Ausbau unter anderem durch Fördergelder des Bundes und des Landes, die insgesamt 17,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 13,8 Millionen Euro steuern Kommunen und Landkreis aus Eigenmitteln bei. Darüber hinaus investiere die Northern Access weitere acht Millionen Euro selbst.

Projektleiter Johannes Buning (links) und Geschäftsführer Torsten Voigts, beide von der mit dem Ausbau beauftragten Baufirma Northern Access in Liebenau, präsentieren Glasfaserkabel-Leerrohre, wie sie nun im Landkreis verbaut werden.

Staatssekretär Stefan Muhle vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium lobte in seiner Rede die, wie er sagte, tolle Teamleistung aller Beteiligten im Landkreis Nienburg. Das gelte vor dem Hintergrund vorgeschriebener EU-weiter Ausschreibungen auch die für die Bauausführung gefundene regionale Lösung. „Wenn ich durch das Land fahre“, sagte Muhle, „erfreut mich der Anblick vieler frisch gezogener Gräben zur Kabelverlegung. Für die Spatenstiche habe ich mir extra ein paar Stiefel zugelegt.“ Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (Hoya) wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Samtgemeinde Grafschaft Hoya einen Eigenanteil von 2,2 Millionen Euro für den Breitbandausbau leiste. 

Nach Fertigstellung seien 98 Prozent im Samtgemeindegebiet mit mindestens 50 Mbit/s versorgt. Wie Meyer der Kreiszeitung weiter mitteil, werden in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya 800 Gebäude neu erschlossen – 559 davon mit Glasfaser, die direkt ins Haus verlegt wird (Fibre-to-the-Building, FTTB), die anderen mit Glasfaser, die bis zum Kabelverteiler verlegt wird, also bis zur Bordsteinkante (Fibre-to-the-Curb, FTTC). Der Rest der Leitung wird durch das bestehende Kupferkabel erfasst. Nach der Umrüstung, sind laut Meyer lediglich zwei Prozent in der Samtgemeinde Hoya nicht versorgt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Gebäude in Einzellagen und Streusiedlungen.

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