„Eine tolle Entwicklung für die Storchennestbauer und ganz Brokeloh“

Brokelohs neue tierische Einwohner: Storchenpaar wird sesshaft

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Das Brokeloher Storchenpaar.

Brokeloh - Die Brokeloher haben schon einige Versuche unternommen, Störche in ihrem Dorf anzusiedeln. Nun hat es endlich geklappt: Zwei Storche haben sich niedergelassen. 

Bei den Brokelohern bestand schon lange die Absicht, Störchen auch in Brokeloh ein Heim zu bieten, sagt Rolf-Henning Schrader Dachverband Brokeloh. Erste Versuche mit dem Anbringen eines Storchennestes auf dem Rittergut brachten jedoch nicht den gewünschten Erfolg. 

Anfang des Jahres 2017 wurde dann von einigen engagierten Brokelohern mit Unterstützung der Vereine ein erneuter Versuch unternommen. Es wurde Kontakt zum ehemaligen, für den Landkreis Nienburg zuständigen, Storchenbetreuer Reinhard Löhmer aufgenommen und aufgrund seiner Empfehlung ein Standort für das geplante Storchennest am Rand von Brokeloh in Richtung Landesbergen ausgewählt. Dies habe sich angeboten, da hier die Niederung des Weser-Urstromtals beginnt und das Nahrungsangebot für Störche in diesem Gebiet etwas größer ist als auf dem Brokeloher Geestrücken.

Das Nest wird aufgesetzt und mit Drahtseilen verspannt.

Im März 2017 erfolgte dann die Aufstellung des Nestes. Davor wurde beim Wilhelm-Tell-Schießen des Schützenvereins das Nest mit Weidenruten ausgeflochten. Am 12. März 2017 setzte Matthias Dettmer mit seinem Teleskoplader das Nest auf das vorher einbetonierte Standrohr und die Brokeloher warteten nun auf die Störche.

Seitdem sei das Nest jedoch leer geblieben. Bis auf einen Storch, der sich nur kurz auf dem Nest niedergelassen haben soll, sich dann jedoch wieder verabschiedete, blieb das Nest verweist. 

So kamen mit der Zeit Zweifel auf, ob die Störche jemals heimisch werden würden und die Brokeloher diskutierten mehrere Möglichkeiten, wie dies geändert werden könnte. Ist der Standort für die Vögel nicht ansprechend? Ist das Nestgeflecht unzureichend? Schwankt das Gestell eventuell zu stark? „Es musste etwas unternommen werden. Und da Brokeloher bekanntlich nicht kleckern – sondern klotzen, wurde beschlossen, nicht nur das bestehende Storchennest zu optimieren sondern gleich noch ein zweites an einem anderen Standort zu errichten“, berichtet Schrader.

Am 15. Februar dieses Jahres wurde unter Regie des Organisationsteams mit Horst Ramm und Horst Keuwel das alte Nest vom Standrohr abgezogen, mit einer neuen Bodenplatte versehen und der Nestring mit einem groben Geflecht aus Weidenruten ausgestattet. Als Auspolsterung der Nestmulde dienen nun ebenfalls Weidenruten vermischt mit etwas altem Stroh und abgelagerten Pferdemist. „Noch einige Sprenkel weiße Farbe darüber gespritzt – und fertig ist die gute Stube. So optimiert, ist das Nest wieder auf das Standrohr aufgesetzt worden. Zusätzlich angebrachte Drahtseile spannen das Rohr ab und reduzieren das Schwanken des Nestes“, erklärt Schrader.

Viele Brokeloher halfen mit.

Der Standort für das zweite Nest sollte sich trotz einiger Bedenken nicht am Rand des Dorfes, sondern möglichst im Ort befinden. Der Vorschlag, das Nest in der Nähe der alten Schule zu errichten fand allgemeine Zustimmung und nachdem Familie Wehrse sich von der Idee begeistert zeigte und den Platz am Rand ihrer Wiese zur Verfügung stellte, stand dem Aufbau nichts mehr im Weg.

Nachdem Friedel Gehrke wieder die Rohre und das Nestgestell geschweißt hatte, wurde am 22. Februar das Rohr einbetoniert. Eine Woche später erfolgten das Aufsetzen des Nestes und das Verspannen des Gestells mit Drahtseilen.

Bei einer Runde zum Abschluss der Arbeiten prostete man sich zu und wünschte sich, dass der Storch nun kommen möge. Und er kam: Anfang April ging sehr schnell die Kunde im Dorf herum, dass ein Storchpaar gesichtet wurde und sich auf dem neuen Nest niedergelassen hat. Dieser Besuch reichte jedoch nur für einige Fotos, denn kurz darauf zogen diese Störche weiter. 

Jungstörche ziehen ein 

So war die Euphorie bei den Brokelohern schnell verflogen. Doch kurz darauf fand sich ein weiteres Storchenpaar ein. Hierbei handle es sich um Jungstörche, die sich vermutlich erstmalig gefunden und nun ein neues Heim bezogen haben. Seit gut drei Wochen seien sie nun standorttreu, haben das Nest ausgebaut und zeigen typisches Balz- und Kopulationsverhalten.

„Diese Entwicklung ist ein toller Erfolg für die Storchennesterbauer und für ganz Brokeloh. Nach fast 100 Jahren scheinen nun wieder Störche in Brokeloh sesshaft geworden zu sein. Wenn der Klapperstorch so nah ist, dürfte auch die Brokeloher Bevölkerung keine Angst um die Zukunftsfähigkeit ihres Dorfes haben und kann auf Zuwachs hoffen“, sagt Schrader.

Die Akteure, die besonders zum Gelingen beigetragen haben, sind Horst Ramm (Organisation, Beschaffung), Horst Keuwel (Koordination, Beschaffung, Transport, Werkzeug), Friedel Gehrke (Schweißarbeiten), Christopher Wojanowski (“Wusel der Schwindelfreie“ / Montage) Carsten Niemeyer (Montage), Matthias u. Karl-Heinz Dettmer sowie Wolfgang Block (Teleskoplader, Hubgerät), Frank Gehrke (Erdaushub, Betonarbeiten), Axel Biermann (Material wie Rohre, Baustahlmatte, Kies), Familie Wehrse (Grundstück).

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