Hauptprüfung bewertet 30 Bauwerke in Nienburg

Brücken-TÜV: Von „sehr gut“ bis „ungenügend“

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Schon vor Jahren wurden die umfangreichen Arbeiten an der Wesertorbrücke in die ferne Zukunft verschoben. Sanierungsbeginn ist derzeit nicht vor 2024 geplant.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die Erinnerungen an die eingestürzte Autobahnbrücke in Genua sind noch frisch. Erst vor wenigen Tagen begannen die Abrissarbeiten.

Strenge Überwachungen – sogenannte Brückenhauptprüfungen – sollen ein vergleichbares Unglück in Deutschland ausschließen.

Alle sechs Jahre findet dieser „Brücken-TÜV“ statt. Im vergangenen Jahr waren die Brücken in der Kreisstadt Nienburg turnusmäßig dran. Mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Bis auf eine Ausnahme bewegen sich die Noten zwischen „sehr gut“ und „noch ausreichend“. Die Fußgängerbrücke über die der Meerbachmündung in die Weser erhielt allerdings ein glattes „ungenügend“. Schäden am Belag beziehungsweise mangelnde Absturzsicherung führten zu dem fatalen Ergebnis.

In der Prioritätenliste der sanierungsbedürftigen Brückenbauwerke, die die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen den politischen Gremien vorstellen wird, steht sie dementsprechend auf Platz eins. Mit geschätzten Kosten von 11 305 Euro hält sich Sanierungsaufwand in einem finanziell überschaubaren Bereich. Schon im Rahmen der vergangenen Prüfung sechs Jahre zuvor erhielt sie ein ähnlich schlechtes Ergebnis. Passiert ist seit dem nichts, obwohl Michael Pohl vom Fachbereich Stadtentwicklung damals eine Beseitigung der Mängel für das Jahr 2017 in Aussicht stellte.

Die Brücke über die Meerbachmündung steht auf Platz eins der aktuellen Sanierungsliste.

Insgesamt summieren sich die Kostenschätzungen auf 444 523 Euro. Für drei Brücken im Stadtgebiet gibt es bereits einen Sanierungszeitplan. Ausnahmslos „dicke Brocken“, deren Reparaturaufwendungen in der aktullen Kostenaufstellung somit nicht auftauchen. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten an der Weserbrücke im Verlauf der Brückenstraße beginnen. Geschätzter Aufwand einschließlich eines neuen Geländers: 322 000 Euro. Es ist bereits der zweite Anlauf. Ursprünglich waren die Arbeiten bereits für den Sommer vergangenen Jahres vorgesehen, die Ausschreibungen führten aber zu keinem Ergebnis.

Für das kommende Jahr ist die Totalsanierung der Meerbachbrücke im Zuge der Leinstraße mit einem Kostenaufwand von annähernd einer halben Million Euro anvisiert.

Schon vor Jahren in die ferne Zukunft verschoben wurden die umfangreichen Arbeiten an der blauen Wesertorbrücke, die sich nach Schätzungen aus dem Jahr 2014 schon auf deutlich über 700 000 Euro beliefen. Bereits bei der vergangenen Brückenhauptprüfung fiel die damals erst zwölf Jahre alte Fußgängerbrücke mit eklatanten Schäden auf. Die Prüfer stellten Mängel am Korrosionsschutz, Rissbildung an den Fahrbahnplatten sowie starke Rostbildung im Bereich der Auflagerung der Fahrbahnplatten fest. Aktuell erhielt sie sie gerade noch die Note „noch ausreichend“. Die schlechteste Einzelwertung gab es für Schäden, die die Lebensdauer des Bauwerks beeinträchtigen. Eine Sanierung ist derzeit trotzdem nicht vor dem Jahr 2024 vorgesehen.

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