31-Jähriger weist Vorwurf des schweren Raubs und der Körperverletzung zurück

"Damit habe ich nichts zu tun"

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Der Prozess um einen brutalen Einbruch in Nienburg wird noch einige Zeit dauern.

Nienburg/Verden - Von Wiebke Bruns. „Was der Frau passiert ist, ist sehr bedauerlich, aber damit habe ich nichts zu tun“, ließ am Dienstag ein 31 Jahre alter Angeklagter aus Nienburg über seine Verteidigerin am Landgericht Verden erklären.

Die 80 Jahre alte Frau, die der zahlreich vorbestrafte Familienvater brutal zu Boden getreten und mit Faustschlägen traktiert haben soll, saß dem Angeklagten während der Verlesung der Einlassung am Dienstag einmal mehr als Nebenklägerin in dem Gerichtssaal gegenüber. Sie wirkte empört, verkniff sich aber jegliche Kommentare.

Seit Ende September müssen sich der 31-Jährige, ein 41-Jähriger aus Nienburg und ein 23-Jähriger aus Eystrup wegen eines Einbruchs in das Haus der Nienburgerin am 24. Februar 2017 verantworten. Die anderen beiden Angeklagten sollen auf die Rückkehr der Frau gewartet haben, um sie zur Herausgabe des Tresorschlüssels zu zwingen. Ihnen wird auch schweren Raub, Nötigung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Am siebten Verhandlungstag äußerte sich erstmalig der 31-Jährige zu den Vorwürfen und schilderte den Tathergang vergleichbar mit dem 41-Jährigen. Der 31-Jährige ließ seine Verteidigern Katharina Theuerkaufer eine schriftliche Erklärung verlesen.

Darin berichtet der dreifache Vater von einem langjährigen Drogenkonsum. Finanziert habe er das Ganze mit kleineren Diebstählen, zu denen er jedoch keine Angaben machte. Diese dienten offenbar nicht nur dem Konsum. „Es ist mir wichtig, dass es meinen Kindern an nichts fehlt“, merkte er in der Erklärung an.

Am Tattag seien er und die anderen beiden Angeklagten erst im Nienburger Stadtpark und dann mit einem vierten Mann auf den Weg zu einem Dealer gewesen. Zufällig seien sie an dem Haus der Nebenklägerin vorbeigekommen. „Wir haben überlegt reinzugehen und zu sehen, ob da was zu holen ist.“ Dabei hätten sie auch den Tresor entdeckt. „Natürlich hat es mich gereizt, daran zu kommen. Das hätte der Jackpot seien können“, hieß es weiter. Aber er habe das Haus mit den anderen drei Männern verlassen.

Seine Spuren hinterließ er an einer Rolle Klebeband, die auch als Fesselungsmaterial verwendet worden war. Diese will er aber nur benutzt haben, um dem 31-Jährigen während des Einbruchs den Rucksack zu reparieren. Gestohlen hätten sie aber nichts.

Nachfragen beantwortete der 31-Jährige nicht, dafür musste der psychiatrische Sachverständige dem Verteidiger des 23-Jährigen Rede und Antwort stehen. Der Sachverständige sieht keine Erfolgsaussichten bei einer Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, weil der 23-Jährige Analphabet sei und dessen Intelligenzquotient nur bei 80 liege. Verteidiger Dr. Christian Hilgartner bezweifelte nicht nur die Testmethoden des Sachverständigen, sondern auch an dessen Einschätzung. Seine Kritik zeigte der erfahrene Strafverteidiger sehr deutlich.

„Das geht ja schon hart los dieses Jahr“, merkte schließlich der Vorsitzende Richter Markus Tittel an. Möglicherweise soll eine weitere Begutachtung erfolgen. Der Prozess geht in die Verlängerung

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