Von Zuckerlügen und Fettfallen

Landfrauenverein Hoya erfährt mehr über die Tricks der Lebensmittelbranche

Heike Willms sprach über „Sinnestäuschungen“. J Foto: reg
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Heike Willms sprach über „Sinnestäuschungen“. J

Bücken - Warum kaufen wir das, was wir kaufen? – mit dieser Frage beschäftigte sich der Landfrauenverein Hoya kürzlich im Rahmen einer Vortragsveranstaltung im Gasthaus Thöle in Bücken. Referentin Heike Willms von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sprach über das Thema „Sinnestäuschungen? Die Tricks der Lebensmittelbranche“ und gab Tipps für einen aufmerksamen Gang durch den Supermarkt.

Vor allem durch gezielte Werbung würde die Lebensmittelindustrie den „Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, das sie eigentlich nicht haben“. Früher seien die Menschen einkaufen gegangen, um etwas zum Essen im Kühlschrank zu haben. „Heute gehen sie los, weil sie Lust aufs Shoppen haben“, erklärte Willms. Überall sei Werbung zu finden. Die Kammermitarbeiterin sprach von einer Inszenierung der Alltagsprodukte. Physisch und emotional würden die Reize der Kunden angesprochen werden, sozusagen mit allen Sinnen. „Die Menschen beziehungsweise Kunden sind gut erforscht“, schilderte Willms. Es gäbe sogar einen Ort in Hessen, in dem die typischen Endverbraucher leben und Produkte im Vorfeld testen würden.

Eine große Zielgruppe seien unter anderem Kinder. Auffällig bunt und mit niedlichen Tieren seien die Verpackungen der Lebensmittel gestaltet, um die Jüngsten gezielt anzusprechen.

Heike Willms ging im weiteren Verlauf dann noch auf sogenannte Zuckerlügen und Fettfallen ein. „Ohne Zuckerzusatz bedeutet nicht, dass kein Zucker darin enthalten ist“, verdeutlichte sie. Oft sei von Natur aus Zucker enthalten, beispielsweise Fructose. Und auch der Begriff „light“ würde nicht unbedingt dafür stehen, dass Schokolade plötzlich weniger dick macht. „Light bedeutet nur, dass ein Nährstoffgehalt um 30 Prozent reduziert sein muss“, schilderte die Referentin.

Dass in der Werbung Obst, Fleisch, Kaffee und Co. immer so perfekt aussehen, liege daran, dass es sich dabei nicht um richtige Lebensmittel handele. „Der Schaum auf einem Cappuccino ist nichts anderes als Rasierschaum“, erklärte Willms. Sogenannte Food-Stylisten würden die Speisen ins rechte Licht rücken.

Bevor es zum Einkauf geht, sollte man laut Willms auf jeden Fall etwas im Magen haben. „Sonst landet mehr im Wagen als geplant“, sagte sie. Auch bei Aktionsangeboten sollten die Kunden genau hinsehen, denn diese seien auf den zweiten Blick oft gar nicht so lohnenswert. J reg

Quelle: kreiszeitung.de

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