Nahverkehr soll gemeinsam verbessert werden

Busfahren im Landkreis Nienburg: VLN neu aufgestellt

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Sind jetzt alle Mitarbeiter des Landkreises (von links): Rosemarie Rosenboom, Kreisdezernent Lutz Hoffmann, Pressesprecherin Simone Röver, Teamleiter Jens Rühe, Praktikant Kevin Dierks und Dietlind Fuchs. Ebenfalls übernommen wurden Andrea Grams und Julien Schwieck.

Landkreis - Von Johanna Müller und Fabian Meyer. Die Verkehrsgesellschaft „VLN“ ist zum Jahreswechsel vom Landkreis Nienburg übernommen worden. Ab jetzt steht das Kürzel für „Verkehrsservice Landkreis Nienburg/Weser“. 

Für die Kunden solle es laut Jens Rühe, dem ehemaligen Geschäftsführer der VLN und jetzigen Teamleiter des neuen Verkehrsservices, zunächst keine Veränderungen geben, die durch die Übernahme durch den Landkreis verursacht werden. Sowohl Busfahrpläne als auch der VLN-Tarif gelten weiterhin.

Geschichte der VLN

Die ehemalige Verkehrsgesellschaft war ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreisverwaltung und im Landkreis tätiger Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Management- und Servicegesellschaft war Anlaufstelle für Kunden und übernahm zentrale Aufgaben des Nahverkehrs. Kreisverwaltung und Busunternehmen waren selbst Gesellschafter.

Aufgrund dieser Konstellation bestand allerdings die Gefahr von Interessenkonflikten, als der Landkreis entschieden hat, Linienkonzessionen für den Busverkehr entsprechend der aktuellen EU-Rechtsprechung neu zu vergeben. So hat in diesem Zusammenhang der Landkreis auch die Fahrplanerstellung, Tarifgestaltung sowie die Steuerung der Berufsverkehre unter wirtschaftlichen Aspekten und die Durchführung von Qualitätskontrollen übernommen.

Landkreis übernimmt VLN und alle Mitarbeiter

Eine gemeinsame Gesellschaft von Busunternehmen und Auftraggebern schied für diese Aufgaben aus. Doch das Fachwissen der langjährigen VLN-Mitarbeiter sollte der Verwaltung nicht verloren gehen, sagt der zuständige Kreisdezernent Lutz Hoffmann. Daher sind alle sechs Teammitglieder nun vom Landkreis übernommen worden, berichtet Rühe. Der neue Verkehrsservice ist in der Kreisverwaltung in der Stabsstelle Regionalentwicklung integriert worden. Zudem wird das Team noch durch zwei weitere Mitarbeiter ergänzt, die zuvor die Aufgaben des ÖPNV in der Landeskreis-Verwaltung ausgeführt haben. Das Ziel sei dieser Übernahme „eine Bündelung aller Kräfte im Bereich der Mobilitätsversorgung für den Landkreis Nienburg/Weser im Team VLN“, wie der Stabstellenleiter Regionalentwicklung Markus Arndt sagt. Jens Rühe: „Durch die Konzentration der ÖPNV-Aufgaben im Team VLN erhalten wir ein klares Aufgabenprofil und können unsere Kompetenzen gezielt zur Verbesserung der Mobilität im Landkreis einsetzen.“

Nahverkehr im Landkreis optimieren

Die Optimierung des Nahverkehrs sieht Rühe auch im Sinne des Klimawandels. „Das Busliniennetz ist das Rückgrat einer Verkehrswende. Daher sollen die Verbindungen noch verlässlicher werden“, erklärt der Teamchef. Um dieses Ziel zu erreichen, denken die Mitarbeiter auch über alternative Bedienformen wie Taxibusse oder Elektrofahrräder nach, die Menschen in ländlichen Regionen den Weg zu Bushaltestellen verkürzen könnten. Zudem soll weiter an einem gemeinsamen Carsharing-Projekt mit dem Unternehmen Classic gearbeitet werden.

Viel zu tun also für die Mitarbeiter, die sich nun wohl noch an die Strukturen des Verwaltungsapparats Landkreis gewöhnen müssen. „Wir sind jetzt von politischen Beschlüssen abhängig und hoffen, dass die Politiker im Kreistag auch die Verkehrswende wollen“, erklärt Rühe. Ob die Arbeit des VLN-Teams dadurch nun eingeschränkt, oder durch politische Unterstützer vielleicht sogar noch beflügelt wird, wird sich zeigen.

Neues Logo, aber gleiche Marke

Der VLN-Neustart ist schon jetzt für Fahrgäste sichtbar. Denn dazu gehört auch ein neues Logo, das moderner sein und mehr Dynamik ausstrahlen soll. Dennoch bleibt es durch eine ähnliche Farbgestaltung sowie die typischen Pfeile ein bekanntes Erkennungszeichen. Nur etwas dünner und zeitgemäßer sind die aufeinanderzeigenden Pfeilspitzen geworden. In den kommenden Monaten werden Logos nach und nach ausgetauscht. Pressesprecherin Simone Röver war es besonders wichtig, die Marke „VLN“ zu erhalten. Denn den Fahrgästen stehe der gewohnte Service weiterhin zur Verfügung - das zeige sich etwa in der kommenden Woche, wenn wieder Sonderbusse zum Karneval nach Stolzenau fahren.

Bei Fragen ist das „Team VLN“ weiterhin unter den gewohnten Kontaktdaten zu erreichen und in der VLN-Geschäftsstelle an der Wilhelmstraße 30 persönlich anzutreffen. Gerne beantworten die Mitarbeiter Fragen unter Tel. 05021/66011 oder per Mail an service@vln-nienburg.de. Zudem bleibt der Internetauftritt bestehen unter www.vln-nienburg.de.

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