Hutkonzert beim Filmhof Hoya

Corona für den Moment vergessen: Raoul Fabian auf der Weserterrasse mit 30 Zuschauern und ohne Maskenzwang

Jubel und begeisterter Beifall hallen auf den Fluss hinaus: Raoul Fabian, ehemaliger Straßensänger aus Berlin, erfreut seine Zuhörer während eines Hutkonzerts im Biergarten auf der Weserterrasse des Filmhofs Hoya.  
Foto: Horst Friedrichs
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Jubel und begeisterter Beifall hallen auf den Fluss hinaus: Raoul Fabian, ehemaliger Straßensänger aus Berlin, erfreut seine Zuhörer während eines Hutkonzerts im Biergarten auf der Weserterrasse des Filmhofs Hoya. Foto: Horst Friedrichs

Hoya – Mediterrane Atmosphäre an einem schönen Platz von Hoya – musikalischer Hochgenuss inklusive: Das bot der Filmhof Hoya am Freitagabend dank der gelockerten Einschränkungen durch die Coronakrise erstmals wieder. Dieses Mal mit einem Hutkonzert des Sängers und Songwriters Raoul Fabian.

Im Biergarten auf der Weserterrasse des Hauses machten sich die noch geltenden Corona-Bedingungen kaum bemerkbar. Umso mehr genossen die 30 zugelassenen Zuhörer die stimmlichen und instrumentalen Qualitäten des Künstlers aus Berlin. Seine einfühlsame Performance, eingebettet in das stilvolle Ambiente am Fluss oberhalb der Uferpromenade, ließ die pandemiebedingten Einschränkungen für den Moment im Handumdrehen vergessen.

So geriet der lauschige Sommerabend an der Weser für Sänger und Publikum gleichermaßen zu einem Wohlfühl-Event. Die Gäste – einzeln, zu zweit oder in erlaubten Kleingruppen – hielten die gebotenen Abstände zueinander. Zusätzlich auflockernd wirkte die Befreiung vom Maskenzwang an der frischen Luft am Weserufer. In den Innenräumen des Filmhofs galt weiterhin die Nasen- und Mundschutz-Pflicht.

Unterdessen verstand Raoul Fabian es, seine Gäste mit gewinnendem Lächeln davon zu überzeugen, dass er sich mit ihnen anfreunden wolle, um seine Nervosität zu verlieren. „Je mehr ihr applaudiert, desto wohler fühle ich mich“, gestand er freimütig. Und schon bald darauf sollte es sich zeigen, dass das Publikum keine Extra-Aufforderung brauchte, ihm diese Unterstützung zu gewähren.

Mit Stimme und Begleitgitarre, durch zehn Jahre Straßenmusik in Berlin geformt, ließ Raoul Fabian seine Zuhörer gleich bei den ersten Cover-Songs aufhorchen. So einzigartig sich seine Interpretationen gestalteten, so voller Jubel und Begeisterung fiel der Applaus der Gäste schon nach dem ersten Schlussakkord aus. Ein steter Wechsel von musikalischer Ausnahme-Performance und lautstarkem Beifall hallte auf die Weser hinaus, die sich einmal mehr als trefflicher „Resonanzkörper“ erwies.

Dass seine Erfahrungen als Straßenmusiker sowohl vokal als auch instrumental zu ausgeprägten Alleinstellungsmerkmalen geführt haben, stellte Raoul Fabian in seinem Konzert mit gelassener Routine unter Beweis. Das wurde deutlich bei den Covers im ersten Teil seines Programms, ob von Bob Marley, Bob Dylan, den Rolling Stones und Nina Simone oder von Michael Jackson, Coldplay, John Legend und Adele. Mit anspruchsvollen Eigenkompositionen, die die ganze Bandbreite seines Stimmumfangs voll ausloteten, steigerte Fabian die Begeisterung des Publikums bis zum Höchstmaß.

Der direkte verbale Kontakt zu seinen Zuhörern, das war ihm anzumerken, war für Fabian ein anfeuerndes und beflügelndes Element. Dass seine Musik und sein Gesang, insbesondere bei den eigenen Stücken, dabei von ganzem Herzen kamen, war eindringlich spürbar.

Die Wechselwirkung zwischen Künstler und Publikum steigerte sich im Laufe des Abends bei einsetzender Dämmerung wie selbstverständlich, und so waren Zugabenwünsche, die nicht unerfüllt blieben, eine nahezu zwangsläufige Folge seines Auftritts.

Von Horst Friedrichs

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