Gesamter Obst- und Gemüseanbau in der Region betroffen

Corona-Krise: Nienburger Spargelernte in Gefahr

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Spätestens Mitte April benötigen die Spargelbauern die Erntehelfer.

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. In Nienburg beginnt die Spargelsaison. Aufgrund der Corona-Krise könnten allerdings die Erntehelfer ausbleiben. Das hätte fatale Folgen.

Der offizielle Spargelanstich in der Nienburger Deula ist für den 14. April geplant. Bislang hat die Arbeitsgemeinschaft ihn noch nicht abgesagt. Spätestens Anfang des kommenden Monats soll eine Entscheidung fallen.

Absatzverluste und Ernteengpässe

Unabhängig von diesem offiziellen Termin wächst das Edelgemüse und will geerntet werden. Das übernehmen im Normalfall Saisonkräfte aus Osteuropa. Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Grenzverkehr zunehmend eingeschränkt. Die Spargelbauern dieser Region müssen somit nicht nur Absatzverluste, sondern auch Ernteengpässe fürchten. „Es gibt keine Alternative zu Arbeitskräften aus Polen und Rumänien“, betont Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“. „Sonst müssen wir den Spargel wachsen lassen.“

Lebensmittelversorgung von Obst und Gemüse in Gefahr

Damit es nicht soweit kommt, sucht die Niedersächsische Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer derzeit fieberhaft nach einer Lösung. „Wir versuchen, die Grenzen für Erntekräfte offen zu halten“, erklärt Fred Eickhorst, Geschäftsführer und Vorstandssprecher der Vereinigung mit Sitz in Sandhatten. Das betreffe nicht nur den Spargel, sondern den gesamten Gemüse- und Obstanbau. „Wenn die Erntekräfte jetzt nicht kommen, können wir die Lebensmittelversorgung von Obst und Gemüse nicht sicherstellen“, mahnt Eickhorst. „Wenn wir jetzt nicht pflanzen, können wir im Sommer nicht ernten.“ Die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer stehe deshalb in intensivem Kontakt mit den entsprechenden Landes- und Bundesministerien. Eine Übertragungsgefahr des Coronavirus durch die Einreise osteuropäischer Saisonkräfte sieht Eickhorst nicht. Die Menschen würden als geschlossene Gruppe einreisen und vor Ort abgeschirmt untergebracht.

Spargel könnte in diesem Jahr früher sprießen

Wie erfolgversprechend die Bemühungen der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer sind, kann Eickhorst nicht sagen. „Das ist ungewiss. Aussagen über die weitere Entwicklung der Corona-Krise haben gegenwärtig eine Halbwertszeit von weinigen Stunden“, erklärt er. Fest steht dagegen, dass der Spargel ab Mitte April sprießt. „In diesem Jahr aufgrund der milden Temperaturen wahrscheinlich schon etwas eher“, vermutet Fritz Bormann.

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