Bürgermeister Henning Onkes wendet sich mit Brief an Bürger

Nienburger Wochenmarkt wandelt sich zum reinen Versorgungsort

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Abstand halten ist aktuell auch beim Wochenmarkt in Nienburg oberstes Gebot. Das ist am Mittwoch in der Regel leicht gefallen. 

Nienburg. Von Janina Stosch -  Große Lücken klaffen am Mittwochvormittag zwischen den Wochenmarkt-Ständen in der Nienburger Innenstadt. Die Beschränkungen aufgrund des Coronavirus treffen auch die Marktbeschicker des Wochenmarkts. Zu kaufen gibt es nur noch Grundnahrungsmittel.

Bürgermeister Henning Onkes hatte sich zuvor in einem offenen Brief an die Nienburger Bürger gewandt: „Zu den Veränderungen des Alltags zählt auch die künftige Durchführung unseres geliebten Wochenmarktes. War es bisher ein kommunikativer Verweilort, so wird er sich zu einem Versorgungsort mit entzerrten Gemüse- und Fleischständen verwandeln. Zubereitete Speisen zum sofortigen Verzehr wird es bis auf Weiteres nicht mehr geben können.“

Am Stand der Brotmanufaktur Stadtländer stehen die Kunden zwar Schlange, jedoch mit gut einem Meter Abstand zum Vordermann. Auch Paul Busch und Isabella Gauss aus Liebenau reihen sich mit einem Einkaufskorb in die Schlange ein. „Uns hält das nicht vom Einkaufen ab“, sagt Gauss. „Wir sind gesund und achten auf genügend Abstand.“„Dass es insgesamt leerer auf dem Markt ist, fällt einem schon auf“, sagt Busch.

Vincenzo Arndt und Patrick Kubiak verkaufen auf dem Wochenmarkt. Die „Barzzano“ mussten sie schließen.

Vincenzo Arndt und Patrick Kubiak, Betreiber der „Barzzano“, verkaufen an ihrem Stand vor der derzeit geschlossenen Bar verschiedene Spezialitäten wie Suppen, Soßen oder Straußenfleisch in Aspik. Die Stimmung auf dem Wochenmarkt sei schlechter, sagt Kubiak. „Sonst war die Lange Straße an Markttagen von plaudernden Grüppchen geprägt. Das sieht man nun kaum noch. Die Leute sind distanzierter, das Einkaufen steht jetzt im Fokus.“ Die Laune lässt er sich dadurch jedoch nicht verderben. „Die Kunden nehmen unser Angebot gut an.“ 

Michaela Mehlhop bleibt ebenfalls positiv. Zusammen mit ihrer Tochter verkauft sie am Stand von Joachim Meyer aus Balge frisches Obst und Gemüse. „Die Sonne scheint, ich bin gesund und habe viel Zeit für meine Familie“, sagt Mehlhop. Die Kunden nimmt sie als angespannt und genervt war. Die Stimmung sei umgeschlagen, sagt sie.

Torten aus der „Kleinen Kaffeediele Shirehouse“ gibt es derzeit nicht auf dem Nienburger Wochenmarkt.

Uwe Wandmacher aus Dörverden, der Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt verkauft, hat vor seinem Stand ein Schild aufgestellt: „Liebe Kunden, bitte halten Sie Abstand.“ Mittlerweile würden sich die Marktbesucher auch daran halten, sagt er. „Das sah letzte Woche noch ganz anders aus. Da saßen die Leute noch in den Cafés in der Sonne, an Abstand halten hat da noch niemand gedacht.“

Blumen findet man auf dem Wochenmarkt nicht mehr. Ein Aufsteller der Familiengärtnerei Woelk weist die Kunden dafür auf ihren Lieferservice hin. Das Mobil der „Kleinen Kaffeediele Shirehouse“ aus Balge musste ebenfalls weichen. 

Auf ein Mittagessen auf dem Wochenmarkt müssen die Nienburger nun verzichten. Viele Nienburger Gastronomen sind jedoch weiterhin mit einem Liefer- und Abholservice für ihre Kunden da.

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