Infos zur aktuellen Situation 

Corona-Virus im Landkreis Nienburg: Brokser Markt abgesagt

Landkreis - Jetzt ist der Virus auch in der Region angekommen:  Im Landkreis Nienburg wurden am 11. März 2020 die ersten zwei bestätigten Corona-Fälle gemeldet. Bisher gibt es einen Todesfall im Landkreis zu beklagen. 

Aktualisierung vom 23. April:

Der Brokser Markt 2020 ist abgesagt. Das hat die Verwaltung der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen am Donnerstag entschieden. Eine zuvor überlegte Verschiebung vom Brokser Markt in den September gibt es nicht: „Nach Abwägung aller Parameter sind wir übereingekommen, dass das Risiko schlicht und ergreifend zu hoch ist und auch ein Verschieben in den September nicht verantwortet werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Man habe die Mitteilung, dass Großveranstaltungen untersagt worden sind, erst einmal sacken lassen und keine vorschnelle Entscheidung für den Brokser Markt 2020 treffen wollen. „Unser gemeinsames Ziel von Rat und Verwaltung war es, insbesondere diejenigen, die uns über Jahre und Jahrzehnte immer wieder einen tollen Markt beschert haben und die von der Corona-Krise sicher mit am meisten betroffen sind, unsere Marktbeschicker, nicht alleine zu lassen, ihnen ein positives Signal zu senden und deutlich zu machen, dass wir ihre Situation sehr ernst nehmen.“ Die Zeit des Nachdenkens solle als Zeichen der Wertschätzung zu den Marktbeschickern verstanden werden.

Aktualisierung vom 22. April: 

Auch in Nienburg besteht ab Montag Maskenpflicht. In Niedersachsen soll nun eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt werden. Vom kommenden Montag an soll das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch, nachdem zuvor mehrere Medien darüber berichtet hatten.

Aktualisierung vom 11. April:

Trotz bislang vergleichsweise weniger laborbestätigter Infektionen im Landkreis Nienburg ist am Samstag die erste Patientin an den Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion verstorben, teilen die Kreisverwaltung sowie die Helios Kliniken Mittelweser in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. 

Landrat Detlev Kohlmeier: „Dass das Corona-Virus nun auch in unserem Landkreis ein erstes Todesopfer gefordert hat, macht mich tief betroffen. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen. Ich spreche ihnen mein herzliches Beileid aus.“ Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing: „Auch uns macht dies sehr betroffen. Die Patientin wurde von Anfang an bei uns isoliert unter Maximaltherapie auf der Intensivstation behandelt.“ 

Aktuell sind im Landkreis Nienburg 60 Coronafälle bestätigt. „Der Todesfall führt uns noch einmal sehr deutlich vor Augen, wie ernst wir das Virus nehmen müssen. Ich appelliere daher weiter dringend an alle Bürgerinnen und Bürger, sich strikt an die Kontakteinschränkungen und Hygieneempfehlungen zu halten. Nur so können wir insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen schützen, unser Gesundheitssystem am Laufen halten und die Ausbreitung des Corona-Erregers abbremsen“, betont Kohlmeier.

Derzeit befinden sich vier weitere COVID-19-positive Patienten zur Behandlung in der Nienburger Klinik.


Aktualisierung vom 9. April: Schneller und mehr Informationen: Seit Dienstag hat der Landkreis Nienburg die Präsentation der Corona-Fälle auf seiner Homepage optimiert. Sie orientiert sich nun an den Online-Dashboard-Darstellungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Johns-Hopkins-University.

Neben nun zwei Mal täglich aktualisierten Zahlen zu COVID-19 Fällen im Landkreis liefert das Dashboard grafische Darstellungen über die Entwicklung dieser Werte seit dem 13. März.

Aktuell verzeichnet der Landkreis Nienburg 58 bestätigte COVID-19 Fälle (Stand Donnerstag 10.34 Uhr). Von den erkrankten Menschen sind bereits 23 wieder genesen. Besonders erfreulich: Noch immer ist in Nienburg keine einzige Person an Corona gestorben. Zudem ist die Zahl der bestätigten Erkrankten im Vergleich zu den Nachbarkreisen sehr gering. Lediglich im Heidekreis ist die Quote der Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl etwas geringer. Minden-Lübbeke, Schaumburg, Verden, Diepholz und die Region Hannover haben nach Daten des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagvormittag höhere Werte. Auch der Landesschnitt liegt deutlich höher. Zudem sind Nienburg und Schaumburg die einzigen Kreise in dieser Region ohne Corona-Todesopfer.

Unverändert ruhig ist ebenfalls die Situation in den Helios-Kliniken Mittelweser. Fünf Corona-Patienten werden derzeit stationär behandelt, zwei konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Genügend Kapazitäten für die Aufnahme weiterer mit dem Virus infizierter Menschen seien vorhanden, erklärt Silke Schomburg, Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing. „Das Krankenhaus hat sich umfänglich auf diese Situation vorbereitet“, betont sie. Zudem würden selbstverständlich auch Patienten mit akuten Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen plötzlich auftretenden Erkrankungen weiterhin unverzüglich medizinisch versorgt. „In den Helios Kliniken Mittelweser ist die Behandlung in Akut- und Notfallsituationen rund um die Uhr sichergestellt.“

Gleichwohl sollen die Arbeiten für die Einrichtung des Behelfskrankenhauses in der Nienburger BBS-Sporthalle nach Ostern beginnen. Die entsprechenden Vorbereitungen würden derzeit anlaufen, berichtet Landkreissprecher Cord Steinbrecher.

Aktualisierung vom 3. April: Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Nienburg sind im Vergleich zu den Nachbarkreisen sowie zum landes- und bundesweiten Durchschnitt  sehr gering. 42 bestätigte Covid-19-Infektionen (Stand: Freitagabend) verzeichnet der Landkreis aktuell. Das sind rund 34 pro 100 000 Einwohner. Der niedersächsische Durchschnitt liegt etwa doppelt so hoch. Von den bestätigten Fällen sind bereits 14 wieder genesen. Seit Donnerstag kamen drei neue Fälle hinzu. Bei 380 Personen ordnete das Gesundheitsamt bislang eine Quarantäne an, 195 hob es mittlerweile wieder auf.

Ähnlich ruhig ist die Lage derzeit an beiden Standorten der Helios-Kliniken Mittelweser in Nienburg und Stolzenau.Vier Corona-Patienten behandelt das Nienburger Krankenhaus derzeit. Zudem ist eine Mitarbeiterin aus dem pflegerischen Bereich an Covid-19 erkrankt. „Sie hat allerdings nicht in Bereichen gearbeitet, wo sie mit corona-positiven Patienten in Kontakt gekommen ist“, berichtet Silke Schomburg, Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing. Genügend Kapazitäten für die Aufnahme weiterer, an Corona erkrankter Menschen würden die Kliniken bereithalten, erklärt sie. Auch Hygiene- und Schutzmaterialien seien ausreichend vorhanden.


Aktualisierung vom 27. März: Der Landkreis Nienburg sei mit bisher 25 laborbestätigten COVID-19-Infektionen (Stand Freitagvormittag, 27. März) im Vergleich zu fast allen anderen Nachbar-Landkreisen und der Region Hannover bislang relativ wenig betroffen, berichtet Kreissprecher Cord Steinbrecher. 

Mittlerweile seien davon acht Menschen wieder genesen, drei Personen werden im Krankenhaus behandelt. Täglich werden von Hausarztpraxen, der zentralen Abstrichstelle und dem Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg Patienten auf das Coronavirus getestet. Eine Labordiagnose sollte jedoch nur bei Krankheitszeichen durchgeführt werden, heißt es aus dem Kreishaus.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt, dass Personen getestet werden sollen, auf die folgende Kriterien zutreffen:
• Personen, die Symptome haben, die zum Coronavirus Sars-CoV-2 passen (beispielsweise Erkältung, Halsschmerzen) und innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten.
• Personen mit Symptomen, die zu einer durch Viren verursachten Lungenentzündung passen oder mit Hinweisen darauf in der Lungen-Röntgenaufnahme und in Zusammenhang mit einer Häufung von Lungenentzündungen in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus.
• Personen, die Symptome haben und innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI festgelegten Risikogebiet waren.

Meldung vom 13. März: 15 Verdachtsfälle im Landkreis Nienburg

Neben den zwei laborbestätigten Corona-Fälle im Landkreis Nienburg gibt es mittlerweile insgesamt 15 Personen im Kreisgebiet, die aktuell als Verdachtsfälle geführt werden. Das berichtet Landkreissprecher Cord Steinbrecher am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung. 

Im Laufe des Freitags sollen diese noch untersucht werden. Ergebnisse werden im Laufe des Samstags vorliegen.



Aktualisierung vom 12. März - Ersten Patienten im Landkreis Nienburg geht es "soweit gut": 

Das Corona-Virus ist im Landkreis Nienburg angekommen. Aktuelle Informationen zu den ersten beiden gemeldeten Patienten im Landkreis Nienburg hat am Donnerstag die Kreisverwaltung bekanntgegeben. "Es geht ihnen soweit gut", berichtet Amtsärztin Heike Stiegler. Die Kranken befinden sich in hausärztlicher Behandlung. 

Beide waren mit einer Gruppe im Skiurlaub in Tirol. Bei ihrer Ankunft im Landkreis Nienburg hatten sie am Sonntag ausschließlich Kontakt zu ihren jeweiligen Familien. Beide Patienten haben jeweils zwei Kinder und einen Partner. Für all diese Personen - also zwei Familien mit jeweils vier Mitgliedern - hat der Landkreis eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet. 

Eine weitere Person, die ebenfalls mit im Skiurlaub in Tirol war, wurde vorsorglich auch unter Quarantäne gestellt. Sie habe jedoch noch keine Symptome gezeigt, berichtet die Ärztin. Zudem befinden sich aktuell noch drei weitere Personen im Kreis in Quarantäne, die schon zuvor angeordnet worden war. 

In allen Fällen müssen die Personen ihren Körper genau beobachten. Täglich sprechen sie mit dem Gesundheitsamt. Neue Symptome sowie die Temperatur werden regelmäßig mitgeteilt. 

Nienburg und Husum: Schulen bleiben leer

Da auch vier Kinder zu den Kontaktpersonen der Corona-Patienten zählen, hat der Landkreis drei Schulen geschlossen. Schülern und Lehrern der „Grundschule am Bach“ (Erichshagen-Wölpe), des „Marion-Dönhoff-Gymnasium“ (Nienburg) und der „Grundschule Husum“ werde eine Quarantäne empfohlen, berichtet der Erste Kreisrat Thomas Klein. "Es ist wünschenswert, dass diese Empfehlungen eingehalten werden." Um eine Quarantäne anzuordnen, müsse entsprechend des Verwaltungsrechts diese auch im Verhältnis zur Maßnahme stehen. "Auch wenn diese Verhältnismäßigkeit in diesem Falls nicht gegeben ist, ändert das nichts daran, dass es medizinisch sinnvoll ist", sagt Klein. 

Daher sollten auch die betroffenen Schüler möglichst auf Aktivitäten in Gruppen verzichten, erläutert Stiegler. Innerhalb des Haushaltes sollten sie sich in getrennten Zimmern zu ihren Familienmitgliedern aufhalten. Auch ein gemeinsames Essen sollte vermieden werden. Zudem sollten die Betroffenen selbst keine Speisen für andere kochen. 


Ursprüngliche Meldung vom 11. März 

Zwei Personen aus dem Landkreis Nienburg wurden am Mittwoch positiv aus das Corona-Virus getestet. Die beiden Betroffenen waren kürzlich im Skiurlaub und haben sich wahrscheinlich dort angesteckt, berichtet die Landkreis-Verwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Erkrankten befinden sich zu Hause und zeigen bislang mäßige Symptome, heißt es in der Erklärung. Derzeit ermittelt das Kreisgesundheitsamt die Kontaktpersonen, um gegebenenfalls Quarantänemaßnahmen einzuleiten. Die beiden Betroffenen haben seit ihrer Rückkehr insbesondere Kontakt zu Familienmitgliedern gehabt. 

Landkreis Nienburg: Schulen wegen Corona-Virus geschlossen

Da in beiden Fällen schulpflichtige Kinder zu den Kontaktpersonen zählen, hat der Landkreis Nienburg am Mittwoch vorsorglich entschieden, den Schulunterricht an den Schulen

  • „Marion-Dönhoff-Gymnasium“ (Nienburg), 
  • der „Grundschule am Bach“ (Erichshagen-Wölpe) und der 
  • „Grundschule Husum“
    für die nächsten 14 Tage auszusetzen.

    Die genannten Schulen bleiben ab Donnerstag, 12. März, geschlossen. „Wann das Virus auch bei uns im Landkreis ankommt, war nur eine Frage der Zeit. Wir bereiten uns seit Wochen intensiv auf diesen Fall vor. Mit den getroffenen Entscheidungen tragen wir dazu bei, das Ansteckungsrisiko zu minimieren“, sagt Landrat Detlev Kohlmeier.

Landkreis Nienburg: Großveranstaltungen abgesagt 

Der Landkreis Nienburg hatte bereits in den vergangenen Tagen geplante Großveranstaltungen auf den Prüfstand gestellt. Am Mittwoch hatte Gesundheitsministerin Carola Reimann dann erlassen, dass im land Niedersachsen alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abgesagt werden.

Auf Weisung des Landes hat der Landkreis zudemeine Allgemeinverfügung erlassen, die es Reiserückkehrern aus Risikogebieten und aus besonders betroffenen Gebieten untersagt, Gemeinschaftseinrichtungen wie zum Beispiel Schulen, Kindertagestätten, Kliniken sowie Alten- und Pflegeheime zu betreten.

Corona-Verdacht im Landkreis Nienburg: Nicht zum Arzt gehen 

Wer einen begründeten Verdacht hat, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollte nicht direkt zum Arzt gehen, sondern telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Für allgemeine Fragen hat der Landkreis Nienburg ein Bürgertelefon unter Tel. 05021/967900 eingerichtet. 

Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Wer einen ärztlichen Rat benötigt, sollte sich an den Hausarzt und in den Abendstunden und am Wochenende unter der Nummer 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Auf der Internetseite www.lk-nienburg.de/corona stellt der Landkreis Nienburg zudem Informationsmaterial für Bürgerinnen und Bürger bereit.

Mehr Corona-Fälle in Niedersachsen

Die Zahl der laborbestätigten Nachweise der Krankheit Covid-19 in Niedersachsen stieg bis Mittwochvormittag auf offiziell 74 Fälle. Gesundheitsministerin Reimann sprach von einer "rasanten Entwicklung", da es vor zehn Tagen noch gar keinen Fall in Niedersachsen gegeben habe. Ziel sei es nun, die Ausbreitung zu verlangsamen. Bisher seien alle Infektionen zurückzuverfolgen. Das Virus zirkuliere nicht unkontrolliert.

jom

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