Erster Kreisrat und Amtsärztin informieren

Coronavirus im Landkreis Nienburg: Eine Person des Marion-Dönhoff-Gymnasiums unter Quarantäne

Das Coronavirus hat am Donnerstag für Gerüchte und Beunruhigungen im Landkreis Nienburg gesorgt. So hat es die Kreisverwaltung aufgrund mehrerer Vorfälle wahrgenommen und daher in einem Pressegespräch einen aktuellen Sachstand rund um die neuartige Erkrankung vermittelt.

  • Coronavirus breitet sich in Niedersachsen weiter aus
  • Landkreis Nienburg stellt klar: Kein bestätigter SARS-CoV-2-Fall
  • Eine Person in Quarantäne im Landkreis Nienburg

Landkreis Nienburg - „Es gibt keinen bestätigten Coronavirus-Fall im Landkreis Nienburg“, macht der Erste Kreisrat Thomas Klein deutlich. Aufgrund verschiedener Sachverhalte sah der Dezernent für Gesundheitswesen jedoch einen Anlass für Aufklärung. Konkret verunsichert habe die Kreisnienburger etwa ein Fall an der Oberschule Marklohe. Dort ist eine Schülerin am Donnerstag mit Symptomen zum Unterricht erschienen, die auf eine mögliche Coronavirus-Infizierung hindeuteten.

Nach Coronavirus-Verdacht: Kein Schulausfall im Landkreis Nienburg

Daher wurden das Mädchen und ihr Bruder vorsorglich mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Bruder zeigte dabei keine Symptome. Der Verdacht auf Corona hatte sich nicht bestätigt. Daher sieht die Kreisverwaltung von einem zunächst angedachten Schulausfall am Freitag ab. „Dafür gibt es keinen Anlass“, erklärt Klein. 

Der Unterricht an der Markloher Oberschule war am Donnerstag nach dem Einsatz des Rettungsdienstes frühzeitig beendet worden. Weitere Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder ähnlichem wurden jedoch nicht geschlossen, entgegnet Klein Gerüchten, die zunächst verbreitet wurden. Währenddessen ist eine Person des Marion-Dönhoff-Gymnasiums (MDG) in Nienburg in häuslicher Quarantäne. Die Person hatte sich bereits beim Gesundheitsamt Beratung gesucht, nachdem einer ihrer Kontakte unter Coronavirus-Verdacht stand. Dieser Verdacht hat sich bestätigt.

Coronavirus: Eine Person im Landkreis Nienburg in Quarantäne

Obwohl die Person, zu der die Kreisverwaltung keine weiteren Angaben macht, selbst keine Symptome aufweist, muss sie zuhause bleiben. Der Unterricht am MDG geht ohne Einschränkungen weiter. Klein erklärt: „Der Sachverhalt rechtfertigt keinen weiteren Eingriff in den Schulbetrieb.“

Schon auf Abruf für einen bestätigten Coronavirus-Fall steht ein eigens eingerichteter Krisenstab des Landkreises Nienburg bereit. Zu diesem gehört sowohl die Führung der Landkreisverwaltung als auch Amtsärztin Heike Stiegler. Gemeinsam wurden Vorkehrungen für einen möglichen Ernstfall erarbeitet.

Coronavirus: Richtiges Verhalten im Verdachtsfall 

Auch das Nienburger Krankenhaus hat sich bereits für einen solchen Fall vorbereitet. Da dort immer wieder Menschen nachgefragt haben, wie sie sich im Verdachtsfall verhalten sollen, haben die Helios Kliniken eine Richtlinie angefertigt.

„Sie könnten ein Corona-Verdachtsfall sein, wenn Sie Husten, Atemnot und grippeähnliche Symptome mit oder ohne Fieber aufweisen (Schnupfen ist eher ungewöhnlich) und wenn Sie in den letzten 14 Tagen in einem Corona-Risikogebiet waren oder wenn Sie Kontakt zu einer nachweislich positiven Risikoperson hatten (Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen)“, heißt es in dem Schreiben des Krankenhauses.

Das Coronavirus hat den Landkreis Nienburg noch nicht erreicht.

Falls diese Punkte zutreffen, sei der eigene Hausarzt immer der erste Ansprechpartner. Wichtig sei die telefonische Anmeldung. Sollte der Hausarzt nicht erreichbar sein, ist der kassenärztlichen Notdienst erreichbar unter der Telefonnummer 116 117. „Beschreiben Sie Ihre Symptome und Ihren Verdacht unbedingt direkt am Telefon“, raten die Gesundheitsexperten.

Nur wer schwere Symptome wie starke Luftnot oder schwere Herz-Kreislauf-Probleme habe, müsse in die Notaufnahme des Krankenhauses gehen. Wichtig sei auch dann, sich telefonisch anzumelden. Die Notaufnahme des Krankenhauses in Nienburg ist erreichbar unter Telefonnummer 05021/9210-1207.

Coronavirus im Landkreis Nienburg: Auf Hygiene achten 

Generell sollten Verhaltens- und Hygieneregeln eingehalten werden, rät das Krankenhaus-Team. Dazu gehört:

• Unnötigen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden und lieber Abstand halten • Beim Husten und Niesen soll ebenfalls Abstand gehalten werden. Die Armbeuge sollte dabei vor Mund und Nase gehalten werden. Oder ein Taschentuch sollte verwendet werden. • Regelmäßig sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden – und das für 30 Sekunden. Berührungen von Augen, Nase und Mund sollten verhindert werden.

Coronavirus in Niedersachsen: Neue Fälle landesweit

Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass es weitere Coronavirus-Fälle in Niedersachsen gibt. Zwei Menschen aus dem Landkreis Rotenburg sind positiv auf den Coronavirus getestet worden.

Bei einer Pressekonferenz im Rotenburger Kreishaus hat die Leiterin des Rotenburger Gesundheitsamtes mitgeteilt, dass es sich in beiden Fällen um Urlaubsrückkehrer aus Südtirol handelt, die mit einer befreundeten Gruppe unterwegs gewesen seien.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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