„Cybermobbing ist ein Straftatbestand“

Polizisten leisten Präventionsarbeit bei Projektwoche des JBG Hoya 

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Die Schüler der sechsten Klasse fertigen in Gruppenarbeit Plakate an, die anschließend im Klassenverbund und den Polizisten Thomas Oppermann (Foto) und Peter Stamm besprochen werden.

Hoya - Von Nala Harries. „Wir möchten nicht, dass Kinder zu Opfern von Mobbingattacken werden, und mit diesem Projekt wollen wir sie sensibilisieren“, erklärten die Polizisten Thomas Oppermann und Peter Stamm. Anlässlich des „Safer Internet Days“ am 5. Februar, veranstaltete das Johann-Beckmann-Gymnasium Hoya gemeinsam mit dem Polizeikommissariat Hoya zum zehnten Mal eine Projektwoche. 

Die vier sechsten Klassen der Schule beschäftigten sich in diesem Jahr mit dem Thema Cybermobbing, die Siebtklässler mit Raubkopien, die Achtklässler mit den Gefahren von Computerspielen und die neunten Klassen mit Fake News. „Es ist wirkungsvoller, wenn die Polizei mit den Kindern spricht, als wenn wir Lehrer das tun würden“, meinte Michael Timm, der verantwortlich für die Organisation des Projekts ist.

„Meistens geschieht Cybermobbing über das Hochladen von Bildern: Eine Person lädt unerlaubt ein unangenehmes Foto einer anderen Person auf einer Plattform hoch und dieses verbreitet sich. Das Opfer hat darüber überhaupt keine Kontrolle“, sagte Oppermann. Auswirkungen solcher Attacken seien unter anderem an schlechten schulischen Leistungen zu bemerken. „Außerdem können wir beobachten, wie betroffene Schüler sich aus dem Klassenverbund zurückziehen, oft allein und traurig sind“, fügte Timm hinzu.

Um den Schülern das Thema näherzubringen, hatten die beiden Polizisten Stamm und Oppermann den Film „Netzangriff“ von Regisseur Marco Petry im Gepäck, indem plötzlich unangenehme Fotos von der 14-jährige Klara im Internet auftauchen und sie daraufhin massiv gemobbt wird.

Die Auswirkungen von Cybermobbing

Danach sollten die Schüler den Film in Gruppenarbeit je aus Helfer-, Täter- und Opferperspektive betrachten und ihre Überlegungen auf einem Plakat festhalten, welches am Ende im Plenum vorgestellt und besprochen werden sollte. Außerdem klärten Stamm und Oppermann in einer Präsentation intensiv über die Auswirkungen von Cybermobbing auf, informierten über Ermittlungsansätze der Polizei und Hilfemöglichkeiten. „Wenn solche Anrufe im Kommissariat eingehen, schauen wir erst einmal, ob der Täter bereits bekannt ist, oder ob Ermittlungen eingeleitet werden müssen. Immerhin ist Mobbing ein Straftatbestand“, erklärte Stamm. In den meisten Fällen kläre sich der Fall jedoch ohne Eingriffe der Polizei und die Betroffenen wenden sich stattdessen eher an Eltern, Freunde oder andere vertraute Personen.

Außerdem stand noch der Programmpunkt „Das richtige Passwort“ auf dem Plan. „Zwei der Schüler hatten ihr Handy überhaupt nicht gesichert“, sagte Oppermann. Der Tipp der Polizisten: Für das unknackbare Passwort sollte sich jeder einen individuellen Satz ausdenken, wie beispielsweise „Dieses ist mein 1. sicheres Passwort bei Facebook #!“. Davon solle man dann jeweils den ersten Buchstaben des Wortes verwenden und es ergebe sich eine Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, wie Dim1sPbF#!.

Es gibt Hilfe für Betroffene

Mobbing gebe es an vielen Schulen, auch am Johann-Beckmann-Gymnasium. Betroffene Schüler können sich dort an die Vertrauens-, Beratungs- und Klassenlehrer wenden. „Das Wichtigste ist, den Kindern zu vermitteln, dass sie nicht allein sind und sie für das Thema zu sensibilisieren. Wir arbeiten rein präventiv, damit die Schüler erst gar nicht in solch unangenehme Situationen kommen“, meinte Oppermann abschließend.

Quelle: kreiszeitung.de

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