Veteranen der „Royal Engineers“ trafen sich

Alte Kaserne dient nun der Polizei

Die einstige Mudra-Kaserne in Nienburg, die für viele Jahre britische Soldaten beheimatete.

Nienburg. Es gab eine Zeit in Nienburg, da war die englische Sprache und die britische Lebensart im Stadtbild tagtäglich präsent, und viele Mitbürger erinnern sich sicher noch heute.

Sie denken an zahlreiche britische Militärfahrzeuge, an britische Familienfeste in der Lehmwandlung, an öffentliche Rugby-Spiele in den Weserauen sowie an britische Rekruten auf Wochenendausgang in der damals noch ziemlich lebhaften Innenstadt und im Umland.

Grund waren die seit Anfang April 1945 in der ehemaligen „Mudra“-Kaserne am Berliner Ring in Nienburg stationierten britischen Truppen, die über 50 Jahre, bis Anfang 1996, wie selbstverständlich zum Nienburger Stadtbild gehörten. Im Verlauf der Jahrzehnte wurden aus den anfänglichen Besatzern Freunde und viele anfängliche, gegenseitige Vorurteile wurden nachhaltig abgebaut. Es entstanden in dieser Zeit nicht nur bis heute andauernde Freundschaften, auch so manch britisch-deutsche Ehe war Ergebnis dieses Zusammenlebens.

Ehemalige britische Soldaten waren zu Besuch bei der Nienburger Polizei – in einem einstigen Dienstgebäude.

Nienburg und die damalige Dienstzeit in „good old Germany“ blieben bis heute bei vielen ehemaligen Soldaten in bester Erinnerung und daher verwunderte es nicht, dass sich Graham Morley als noch in Nienburg lebender Organisator des „RE Reunion-Meetings 2016“ an die Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg mit der Bitte um Besichtigung des jetzigen Polizeidienstgebäudes, der ehemaligen britischen Kaserne, bat.

Diesem Wunsch wurde seitens des „neuen Hausherren“, dem Leitenden Polizeidirektor Frank Kreykenbohm, gern entsprochen und so wurden die britischen Gäste, nebst einiger ebenfalls anwesender Ehefrauen, von Polizeioberkommissar Gabor Balint, als von der Polizei zur Verfügung gestellter „Tourguide“, durch die beiden Gebäudeblöcke geführt.

Erwähnenswert ist dabei, dass es bis heute im jetzigen Polizeigebäude Spuren und Hinweise auf die jahrzehntelange britischen Anwesenheit gibt, die bei den Gästen teilweise Begeisterung und wehmütige Erinnerungen hervorriefen. So ist etwa in einem bis heute von der Polizei ungenutzten und für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teil des Gebäudes unter dem Dach, die ehemalige Regiments-Bar der „1st. Field-Squadron“ noch fast vollständig erhalten.

Nach einem fast eineinhalbstündigen Rundganges durch die beiden Dienstgebäude sowie der ausführlichen Erklärung zur heutigen polizeilichen Nutzung der ehemaligen militärischen Liegenschaft, verabschiedeten sich die britischen Gäste persönlich per „shake hands“ und unter unzähligen Danksagungen gutgelaunt bei ihrem deutschen „Tourguide“ und feierten noch gemeinsam in Nienburg – ein wenig wie einst.

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