„Deep Water Horizon“: Künstlerin Anja Fußbach stellt in GalerieN aus

Der Mensch und das Meer

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Künstlerin Anja Fußbach aus Bremen stellt in Kürze ihre Werke in der Nienburger GalerieN aus. Titel: „Deep Water Horizon“.

Wasser steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Deep Water Horizon“ der Bremer Künstlerin Anja Fußbach, die die Nienburger GalerieN (Leinstraße 6) in Zusammenarbeit mit dem Kulturwerk Nienburg ab dem 14. September zeigt.

Genau wie das Wasser überschreitet auch Anja Fußbach Grenzen. Sie lässt sich nicht festlegen auf Materialien oder Arbeitsweisen. Die Grenzen des vermeintlich guten Geschmacks halten sie sowieso nicht auf. Anleihen aus dem Kitsch, aus der Trash- und Popkultur helfen ihr eher dabei, ihr Ziel zu erreichen, die Menschen aufzurütteln und Aufmerksamkeit für ihre Themen zu erzeugen – in diesem Fall den Umgang der Menschen mit dem Ökosystem Meer.

In der GalerieN zeigt Anja Fußbach mit der Bilderserie „Ich sehe was, das du nicht siehst“ die Kanareninsel Lanzarote und deren gespanntes Verhältnis zu Wasser. Lanzarote hat kein eigenes Grundwasser, ist jedoch durch den Atlantik von Wasser umgeben, das den Lebewesen auf der Insel keinen Nutzen bringt.

Den Anstoß und auch den Titel zur Ausstellung brachte die Diskussion um die geplante Suche nach Öl vor der Küste der Insel. Drastischstes Beispiel für die Umweltverschmutzung, die Ölfördertürme verursachen können, ist die Bohrplattform „Deepwater Horizon“, die 2010 im Golf von Mexiko in Brand geriet und sank.

Das Herzstück der Ausstellung bildet ein künstliches Riff. Korallenriffe sind der Mittelpunkt des Lebens unter Wasser. Künstlich werden sie erzeugt, indem Autoreifen, Stahlnetze und Schiffswracks im Meer versenkt werden, auf denen sich Pflanzen und Tiere ansiedeln können.

Anja Fußbachs künstliches Riff wird von Korallenplastiken überwuchert. Den Untergrund trägt sie erst in Nienburg zusammen. Die Überbleibsel alter Ausstellungen eignen sich dazu ebenso wie Plakate, Verpackungsmaterialien, entbehrliches Bürointerieur und Fundstücke aus der Stadt. Außerdem setzt Anja Fußbach in „Deep Water Horizon“ den beiden Tauchpionieren Jacques Cousteau und Hans Hass ein Denkmal, die mit den ersten massenkompatiblen Fernsehaufnahmen der Unterwasserwelt einen wahren Run auf die Tiefsee auslösten.

Rund um die Ausstellung haben die Organisatoren von GalerieN und Kulturwerk ein gehaltvolles Begleitprogramm gestrickt. Größter Bestandteil ist ein Workshop mit der Künstlerin vom 19. bis zum 21. September. Anmeldungen sind ab sofort im Kulturwerk möglich, Telefon 05021/ 922580, E-Mail info@nienburger-kulturwerk.de.

Ein Film über die Arbeit von Anja Fußbach, „Pilotin in Zwischenwelten“, den die Filmemacherin Monika Beyer 2012 gedreht hat, ist am Montag, 22. September, ab 20 Uhr im Kulturwerk zu sehen. Beyer war begeistert von Fußbachs Fähigkeit, „die Oberflächen des Scheinbaren zu durchdringen und das Sinnliche mit einem gedanklich weiten Horizont zu verknüpfen“.

Der Frage, was passiert, wenn die Menschheit das Meer weiterhin als Müllkippe benutzt, geht Nils Moellmann, Meeresschutzexperte des Nabu (Naturschutzbund Deutschland), am Donnerstag, 9. Oktober, 20 Uhr, in einem Vortrag im Kulturwerk nach.

Den mehrfach preisgekrönten Film „Plastik – Fluch der Meere“ zeigt die GalerieN am Sonntag, 12. Oktober, ab15 Uhr. Friedemann Hottenbacher und Max M. Mönch folgten für ihren Dokumentarfilm aus dem vergangenen Jahr der Spur des Plastikmülls, der die Weltmeere verschmutzt. Welche Wirkung auf Meeresflora und -fauna die Gifte haben, kann derzeit noch niemand sagen.

Die Ausstellung ist bis zum 19. Oktober zu sehen. Geöffnet ist die GalerieN dienstags bis freitags sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr.

ike

Quelle: kreiszeitung.de

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