"Europa. Jetzt aber richtig!"

DGB veranstaltet 1.-Mai-Kundgebung in Nienburg

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Marja-Liisa Völlers (SPD) und Werner Behrens (DGB) fordern ein solidarisches Europa.

Nienburg - Von Celsy Dehnert. Bei zugigem, aber schönem Frühlingswetter fand die Kundgebung zum 1. Mai des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“

Neben den Gewerkschaften wie dem DGB, der IG Metall oder der „ver.di“ nahmen auch Parteien und Vereine an der Kundgebung teil. Dabei waren die Rede- und Diskussionsbeiträge auffallend jung und weiblich. Von neun Akteuren und Rednerinnen waren fünf junge Frauen auf den beiden Bühnen dabei.

Geprägt war die Veranstaltung, die im Garten des Quaet-Faslem-Hauses stattfand, von dem Wunsch nach einem geeinten, solidarischen Europa. Bereits während des kommunalen Frühstücks diskutierten Gewerkschaftsvertreterinnen und Politiker darüber, weshalb sie Europa brauchen. Auch in den Grußworten zur 1.-Mai-Rede war die Wichtigkeit Europas immer wieder Thema.

Landrat Detlev Kohlmeier wies darauf hin, dass viele Themen, die national diskutiert werden, eigentlich EU-Themen seien. „Klimaschutz bedeutet nicht, das Klima zu schützen. Klimaschutz bedeutet, wir wollen uns Menschen schützen“, erläuterte der Landrat, warum drängende, politische Fragen transnationale Antworten brauchen. Weiterhin rief er auf, zahlreich zur Europawahl am 26. Mai zu gehen: „Gehen Sie zur Wahl. Zur Wahl zu gehen heißt, Sie leisten einen aktiven Beitrag zu dieser Politik.“ Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, SPD, stimmte in diesen Aufruf mit ein: „Europa ist die Antwort, die wir in dieser Welt geben müssen.“ Sie erläuterte die Notwendigkeit einer europaweit einheitlichen Mindestlohnregelung sowie einheitlicher Tarifstandards. Europa sei ein Gemeinschaftsprojekt, dass nur von allen EU-Bürgern gemeinsam zu stemmen sei, beendete Völlers ihren Wahlaufruf.

Diese Forderungen ergänzte Ute Neumann, DGB-Bezirksjugendsekretärin, in ihrer Mairede. Sie stellte das Profil der DGB-Jugend vor, die sich klar für eine gute Ausbildung, gegen Rassismus und für eine Gleichstellung aller Geschlechter positioniert. „Wir geben der jungen Generation eine starke Stimme!“, verkündete Neumann kämpferisch. Drängende Anliegen dieser Generation seien das Recht auf Ausbildung für alle und eine Reform des Bundesausbildungsgesetzes. Neumann erklärte, im Angesicht der fortschreitenden Digitalisierung benötige eine Arbeitswelt 4.0 „auch eine Ausbildung 4.0“. Abschließend rief auch Ute Neumann dazu auf, die Europawahl zu nutzen, um rechtem Populismus eine klare Absage zu erteilen.

Anne Bremer von Die Linksjugend nutzte schließlich die Gelegenheit, um über das Anliegen der „Seebrücke“ zu sprechen. Entschieden forderte sie: „Schluss mit der Kriminalisierung von SeenotretterInnen!“ Europa und auch Nienburg müssten ein sicherer Hafen für diejenigen werden, die von Schlepperschiffen auf dem Mittelmeer gerettet werden.

Eingerahmt wurde die Kundgebung von einem bunten Programm für Familien. Eine standübergreifende Tombola hielt Gewinne für Kinder bereit. Junge Besucher konnten sich an Luftballons, Glückrad-Gewinnen und Geschicklichkeitsspielen erfreuen, während Groß und Klein sich bei Bratwurst, Kuchen und orientalischer Küche stärken konnten.

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