Das Fotostudio in Hoya feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen

„Die Hochzeit auf dem Dach“

Zu Beginn seiner Laufbahn fotografierte Ulrich Scholz für eine Ausstellung Menschen an ihrem Arbeitsplatz – er selbst war auch zu sehen.

Hoya - HOYA (ike) · Sie sind die Menschen, die immer dabei sind, die alle kennen und die im Rückblick doch nie zu sehen sind: Schließlich stehen die Fotografen immer hinter der Kamera. In Hoya gibt es seit 1961 ein Fotostudio, der heutige Chef Ulrich Scholz feiert in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen und seine 30-jährige Laufbahn als Fotograf.

Ruth Schreiber hieß die Frau, die 1961 mit dem Fotografieren in der Grafenstadt begann. Ihr Geschäft richtete sie im alten Isenbeck‘schen Haus ein. Später zog das Geschäft in das Haus Lange Straße 6 um.

Ulrich Scholz wurde zwischen 1973 und 1975 in der Grafenstadt zum Fotografen ausgebildet, nach seiner Zeit bei der Bundeswehr kam er 1980 zurück nach Hoya an seine alte Wirkungsstätte und übernahm ein Jahr später schließlich das Geschäft von Ruth Schreiber.

Von damals bis heute hat Ulrich Scholz viel erlebt und kann diese zum Teil skurrilen Geschichten auch mitreißend erzählen. Zum Beispiel die von der „Hochzeit auf dem Dach“. Auf dem Dach eines nahe gelegenen Gebäudes fotografierte er vor einigen Jahren ein Ehepaar. Während sich die Braut etwas mühsam am Schornstein festhielt und Scholz auf einem Steigerwagen mit seiner Kamera hantierte, stand unten der Brautvater und hatte schreckliche Angst, dass seine Tochter auf dem nassen Dach ausrutschte. „Als der die Bilder später gesehen hat, hat er mir aber gesagt, dass sie sehr gut geworden sind“, sagt Scholz schmunzelnd. Bei anderer Gelegenheit zeichnete sich schon bei der Hochzeitsfeier ab, dass die Ehe nicht lange halten würde: „Die Braut hat den ganzen Abend nur mit ihrem Ex-Freund getanzt und ist zwei Wochen später wieder aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Der Bräutigam war aber, als er bei uns das Fotoalbum von der Feier abgeholt hat, sehr entspannt.“

Im Freiluft-Fotostudio hinter dem Haus hatte Scholz schon Schweine und Kühe zu Gast. Die sind als Statisten vor allem bei Hochzeitsshootings von Brautpaaren sehr beliebt, die in der Landwirtschaft tätig sind.

Manche Models begleiteten der Fotograf und sein Team schon ihr ganzes Leben. Die Kinder einer Hoyaer Familie schenken ihrem Vater jedes Jahr ein Porträt zum Geburtstag. Zu Anfang fotografierte Scholz nur ein Kind, heute sind es drei Töchter. Mit den Fotos dieser Mädchen „durch die Jahre“ dekoriert er im Jubiläumsjahr auch sein Schaufenster.

Auf seinem Dachboden lagern unzählige Negative, doch vor etwa acht Jahren hat Scholz komplett auf die Digitalfotografie umgestellt. „Spezialwerkzeug“ wie eine Sinar-Kamera für Architekturaufnahmen leistet er sich aber trotzdem noch. „Wenn man Gebäude mit einer normalen Kamera fotografiert, dann kippen die Außenseiten leicht auf einander zu. Man kann das heutzutage mit Photoshop ausgleichen, aber der Aufwand ist doch viel zu groß“, sagt der Fotospezialist.

Quelle: kreiszeitung.de

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