Update: FDP-Kreisverband fordert Stärkung der Schwimmbäder

DLRG: Risiko tödlicher Badeunfälle in Nienburg steigt

Ein Schwimmer im Wasser.
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Seit Beginn des zweiten Lockdowns ruht der Ausbildungsbetrieb vollkommen.

Die Nienburger Ortsgruppe der DLRG warnt vor vermehrten Badeunfällen - ausgelöst durch die Corona-Pandemie

  • 150.000 Schüler konnten aufgrund der Corona-Krise in Niedersachsen keinen Schwimmkurs besuchen.
  • DLRG fordert „Vorfahrt für Nichtschwimmer“.
  • Pandemie beschleunigt negativen Trend.

FDP-Kreisverband fordert Stärkung der Schwimmbäder

Update, 4. Mai: Auch die FDP im Landkreis Nienburg hat die Krise erkannt, in der der Schwimm-Unterricht durch die Pandemie derzeit steckt. Im Rahmen verschiedener Fachgespräche und Videokonferenzen habe sich der Kreisverband über längere Zeit mit der Situation der Schwimmbäder und der Schwimmausbildung befasst, heißt es in einer Mitteilung. Nun richten die Freidemokraten einen „flammenden Appell“ an die kommunalen Betreiber, die Bäder im Kreis schnellstmöglich für den Schwimmunterricht zu öffnen.

Andreas Wagener, FDP-Kreistagskandidat und Fachangestellter für Bäderbetriebe, erläutert, wie wichtig die Wassergewöhnung gerade für Kinder ist: „Die Kinder sollen ihre Angst vor dem Wasser verlieren, lernen, das Wasser nichts Böses ist und Wasser als ein Element erleben, das Spaß macht“, fordert er. Mit Blick auf die Zeit nach Corona stellt Wagener jedoch fest: „Leider haben Schulen eher den Schulsport im Blick, nicht die Wassergewöhnung. Da muss noch nachgesteuert werden.“

Ein Schwimmbad, das für viele Institutionen, wie Kindergarten, Schulen aller Art und Vereine immens wichtig ist, sollte nach Meinung der Freidemokraten eine hohe Priorität haben. Jedoch könnten die Kosten für der Erhaltung, Renovierung und Anschaffungen nicht allein von den Gemeinden getragen werden, so Jörg Hille, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion. „Wir erwarten vom Bund und Land massive Unterstützungsleistungen der Bäderlandschaft hier im Landkreis.“

Landkreis - von Leif Rullhusen. Die Badesaison naht. Und mit ihr aufgrund der aktuellen Pandemie ein großes Problem: „Das Risiko an tödlichen Badeunfällen wird in diesem Sommer steigen, weil es deutlich mehr Nichtschwimmer gibt“, warnt Hannes Reichert, Vorstandsmitglied und Sprecher der Nienburger DLRG-Ortsgruppe.

Seit Beginn des zweiten Lockdowns ruht der Ausbildungsbetrieb vollkommen

Niedersachsenweit hätten im zurückliegenden Jahr aufgrund der Corona-Krise rund 150.000 Schüler keinen Schwimmkurs besuchen können. Seit Beginn des zweiten Lockdowns ruht der Ausbildungsbetrieb vollkommen. Die Nienburger DLRG bietet in der Hallenbadsaison sonst normalerweise etwa 50 Schwimmkursplätze an. Neben den Lebensrettern bilden die Bäder und die Schulen aus. Bei der Nienburger DLRG fehlen seit Ausbruch der Pandemie zudem 250 Trainings pro Woche, die sie sonst in der Wintersaison in den Hallenbädern geben. „Diese auf den Schwimmkursen aufbauenden Trainings sind enorm wichtig, um richtig schwimmen zu lernen“, erklärt Reichert. „Selbst wenn sich die Corona-Situation wieder normalisiert, schieben wir diese ausgefallenen Kurse und Trainings wie eine Bugwelle vor uns her.“

Mehr Zeit für Schwimmausbildung bereitstellen

Deshalb hat die DLRG eine ganz klare Forderung: „Wir brauchen eine Vorfahrt für Nichtschwimmer“, verdeutlicht der Nienburger DLRG-Sprecher. „Sobald die Bäder öffnen, müssen sie denen zur Verfügung gestellt werden, die sie am nötigsten brauchen.“ Es müsse also mehr Zeit für die Schwimmausbildung, bevorzugt in Hallenbädern, bereitgestellt werden. Dieses müsse gegebenenfalls auch zulasten des sonstigen Wettkampfgeschehens, des Schwimmsports und der privaten Nutzung der Bäder erfolgen. „Wir hoffen, dass die Bäder kooperationsbereit sind.“ Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Öffnung der derzeit geschlossenen Hallenbäder in Liebenau und Steimbke für die Ausbildung, schlägt der DLRG-Sprecher vor.

Rettungsschwimmer müssen wieder trainieren

Wichtig sei zudem, dass Rettungsschwimmer wieder trainieren dürfen, erklärt Reichert weiter. Nicht nur die ausgebildeten Kräfte müssten sich fit halten, auch die Ausbildung für den Rettungsschwimmernachwuchs fehle. Der DLRG-Sprecher befürchtet, dass sich diese prekäre Situation bereits problematisch auf die Besetzung der Plätze des Wasserrettungsdienstes an der Küste in diesem Sommer auswirken könnte.

„Immer weniger Kinder und Jugendliche lernen schwimmen“

Die Pandemie beschleunigt einen Trend, den die DLRG schon seit einigen Jahren kritisch beobachtet. „Immer weniger Kinder und Jugendliche lernen schwimmen – auch bei uns“, berichtet Reichert. Ein Grund sei, dass immer weniger Wasserfläche zur Verfügung stehe. Auch im Landkreis Nienburg zeichnet sich dieser Trend ab. Akut von einer Verkleinerung der Wasserfläche sind unter anderem aufgrund von anstehenden Sanierungsmaßnahmen die Freibäder in Holtorf, Landesbergen sowie in Stolzenau bedroht.

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