Schlobitter und Prökelwitzer treffen sich

Dokumentation erinnert an die Flucht

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Arnold Korth organisiert die jährlichen Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer.

Bücken - Von Horst Friedrichs. Ans Aufhören ist noch immer nicht zu denken. Arnold Korth (Bücken) ist 93 Jahre alt geworden, und nach wie vor meistert er bravourös die Organisation einer bedeutsamen Veranstaltung: Das diesjährige Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer fand am Sonntag wie gewohnt in Bücken und Nordholz statt.

Friedrich Graf zu Dohna, aus Schleswig-Holstein angereist, begrüßte die Teilnehmer aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Mitgebracht hatte der Graf diesmal den fertigen ersten Teil eines Films, an dem er arbeitet.

Videomaterial folgt der Route

Dabei handelt es sich um die filmische Dokumentation einer Busreise, die 50 Personen einschließlich Verwandter und guter Bekannter aus dem Kreis der Schlobitter und Prökelwitzer vor zwölf Jahren unternahmen. 25 Minuten dauerte der erste Filmteil, den Friedrich Graf zu Dohna vorführte. Geschildert werden darin Ausgangslage und Aufbruch jenes Trecks, der die Flüchtlinge aus Schlobitten und Prökelwitz bis nach Hoya führte – an ihrer Spitze der ostpreußische Adlige Alexander Fürst zu Dohna, Vater des heute 84-jährigen Friedrich Graf zu Dohna.

Das Filmmaterial, mit dessen weiterer Verarbeitung „Graf Fritz“, wie er von den Schlobittern und Prökelwitzern liebevoll genannt wird, derzeit beschäftigt ist, stammt von einer Journalistin, die seinerzeit an der Busreise ins ostpreußische Elbing teilnahm. Nach der eintägigen Fahrt dorthin ging es acht Tage lang weiter auf den Spuren des Trecks. Die Reiseteilnehmer folgten der Route, die 1945 bis auf den Hof des Ritterguts von Behr in Hoya geführt hatte.

Gottesdienst in der Bücker Stiftskirche

Im ersten Filmteil gab es ein Wiedersehen mit Frieda Blome, die zurzeit der Flucht vor der Sowjetarmee zwölf Jahre alt gewesen war.

Zu den Gästen gehörten neben Ehrenbürger Bernd Hinz, der in Itzehoe ein Heimatmuseum betreibt, auch Vertreter der früheren ostpreußischen Landkreise Mohrungen, in dem Prökelwitz lag, und Preußisch Holland, zu dem Schlobitten gehörte.

Am Sonntag nahmen die Gäste des Jahrestreffens wieder an einem Gottesdienst in der Bücker Stiftskirche teil. Anschließend, im Landhaus Hünecke in Nordholz, wurde rund um die Filmvorführung so manche Erinnerung wach. Besonderen Raum nahm darin die Patronatskirche in Altstadt ein, in der sowohl Friedrich Graf zu Dohna als auch Arnold Korth einst getauft und konfirmiert worden waren. Nachdem die im Krieg schwer beschädigte Dorfkirche – Altstadt war ein kleiner Ort – renoviert worden war, musste die Orgel ebenfalls noch erneuert werden. Geld dafür stiftete ein Mäzen aus New York, aber auch in der Gemeinschaft der Schlobitter und Prökelwitzer wurde Geld gesammelt, das dann zum Orgelneubau beitrug.

Friedrich Graf zu Dohna zeigte den ersten Teil eines Films, an dem er arbeitet.

Eine Szene im Film zeigt die Busreisenden vor zwölf Jahren dann noch beim Empfang durch den neuen Gutsbesitzer, Fratzak. Im Mittelpunkt des gestrigen Beisammenseins standen das Gedenken an den Treck und das Vertrauen, das die Flüchtlinge zu der Führungshierarchie unter Alexander Fürst zu Dohna hegten.

Die Gespräche im Landhaus Hünecke galten ebenso der Zeit nach dem Krieg. „Wir hatten es damals sehr schwer“, sagt Friedrich Graf zu Dohna. „Aber wir haben auch bedeutend zum Wiederaufbau Deutschlands beigetragen.“

Quelle: kreiszeitung.de

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