Donnerstags ist Eintopf-Tag im Mehrgenerationenhaus in Stolzenau: Vegetarisches Essen, nette Gesellschaft und gute Gespräche

Ein Teller voller Wärme

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Peter Jilani findet, dass gutes Essen mit anderen Menschen geteilt werden sollte.

Stolzenau - Von Anika Bokelmann. Was koche ich heute? Diese Frage brauchen sich Besucher vom Haus der Generationen (MGH) in Stolzenau am Donnerstag nicht zu stellen. Denn dann schwingen Ehrenamtliche wie Peter Jilani den Kochlöffel. Der 67-Jährige engagiert sich in der Einrichtung zusammen mit MGH-Leiterin Ute Müller und sorgt dafür, dass hungrige Mägen gefüllt werden.

Zwischen vier und zwölf Personen kommen zum Eintopf-Angebot; ob Arzt oder Arbeitsloser, Jung oder Alt, im MGH ist jeder willkommen. Dort bekommen die Gäste ein vegetarisches Gericht serviert – Gesellschaft und nette Gespräche gibt es gratis dazu. „Gute Ernährung ist wichtig“, weiß Jilani, der auf vollwertige und gesunde Lebensmittel achtet. Das Gemüse für den Eintopf bekommen die Ehrenamtlichen vom Bioland-Landwirt Ernst Röhrs vom Auehof aus Reese. „So können wir das Essen nahezu kostenfrei anbieten“, freut sich Ute Müller. Jeder Gast zahlt eine frei gewählte Spende.

Oftmals stehen die Mütter der Kinder, die im Haus zur kostenfreien Hausaufgabenhilfe oder Lernförderung kommen, mit am Herd. Dadurch geben sie der Einrichtung etwas zurück.

Müller selber setzt sich regelmäßig mit den Besuchern zum Essen an den großen Holztisch. Auch wenn das Angebot religionsunabhängig ist, wird zu Beginn ein Dankes-Gebet gesprochen. Dann gibt es Salat. Und im Winter einen Tee. Warm wird es auch beim Hauptgang, denn die zahlreichen Gewürze wie Ingwer, Nelken, Salz und Pfeffer verleihen dem Eintopf eine besondere Note und den guten Geruch, der sich im Haus verbreitet. Verschiedene Gemüsesorten – Pastinaken, Möhren, Zucchini, Rosenkohl, Zwiebeln, Sellerie – vermischt Jilani derzeit zusammen mit Mihret Welday, manchmal kommen noch geräucherter Tofu und geröstete Maronen hinzu. Die 29-jährige Mihret ist als Flüchtling aus Eritrea nach Deutschland gekommen. Obwohl sie neu in der Gegend ist, wird sie in die Gespräche und die muntere Runde aufgenommen. So tönen verschiedene Sprachen beim Essen durch den Raum – mal geht es um aktuelle Nachrichten oder auch die Verwandten.

„Hier begegnen sich die Kulturen“, erzählt Jilani, der vor 36 Jahren als Student aus Pakistan kam, seine Wurzel aber in Stolzenau sieht: „Hier lebt meine Familie.“ Somit weiß er, wie sich die Besucher fühlen, denn viele von ihnen sind neu in Deutschland. Von den fremden Betrachtungsweisen profitieren und neue Perspektiven kennenlernen, ist ein weiterer Nebeneffekt des Ein-Topf-Projekts. Dieses besteht nun seit vier Jahren zusätzlich zu dem regulären Essensangebot und wird von den Bewohnern der Gemeinde im Landkreis Nienburg gerne angenommen. So kennen sich die Besucher teilweise untereinander, aber auch Fremde brauchen keine Berührungsängste haben.

Zwar gibt es in diesem Jahr keinen Eintopf mehr, da der letzte Donnerstag des Jahres auf den ersten Weihnachtsfeiertag fällt, wer aber an Silvester nicht allein sein möchte, kann ebenfalls das Mehrgenerationenhaus an der Oldemeyerstraße in Stolzenau aufsuchen. Dort bieten die Verantwortlichen eine kleine Feier zum Jahreswechsel an.

Quelle: kreiszeitung.de

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