Die Wikinger sind da – mit einem Tag Verspätung

Drachenboot „Skua“ erreicht Nienburg am Dienstagnachmittag

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Ein seltener Anblick: Die „Skua“, der nahezu originalgetreue Nachbau eines Wikingerschiffes auf der Weser vor Nienburg.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Es war alles vorbereitet für die Ankunft des Wikingerschiffes „Skua“ im Nienburger Hafen. Zahlreiche Besucher hatten sich dort am Montagabend eingefunden. 

Ein Empfangskommitee des CJD Nienburg fuhr dem Drachenbootnachbau auf der „Kleinen Nienburgerin“ entgegen. Selbst das Wetter im bislang unbeständigen Sommer verwöhnte mit Sonne und ein paar Schäfchenwolken am blauen Himmel.

Nur eines fehlte: Der Gast, die 30 Ruderer auf der neun Meter langen „Skua“. Die CJD-Delegation an Bord der „Kleinen Nienburgerin“ spähte nach jedem Weserbogen voller Vorfreude vergeblich den Fluss entlang – bis zur Schleuse nach Landesbergen.

In der Zeit verschätzt

Als das am Morgen in Vlotho gestartete Schiff dort noch immer nicht zu sehen war, stand fest, dass die Ruderer an diesem Abend den Nienburger Hafen nicht mehr erreichen. Wo das Schiff steckte, wusste in Nienburg und an Bord der „Kleinen Nienburgerin“ zu diesem Zeitpunkt niemand. 

Die Besatzung, die im Rahmen des Herforder Integrationsprojektes „Wir sitzen alle im selben Boot“ von Vlotho in Richtung Nordsee rudert, war auch über Moblitelefon nicht erreichbar. „Wir haben uns in der Zeit verschätzt. Außerdem ist das Handy an Bord ausgefallen“, klärte Projektleiter Martin Joseph am nächsten Tag auf. 

Projekt für mehr Zusammengehörigkeit

Noch voller Vorfreude: Katja Musahl, Mussie Gebreysus, Henrike Pauling und Fawad Zarifi (v.l.) vom CJD am Montagabend an Bord der der „Kleinen Nienburgerin“. Auf das Wikingerschiff warteten sie vergeblich.

Das eigentliche Ziel des Projektes, das Zusammengehörigkeitsgefühl der daran teilnehmenden jungen Menschen mit Flüchtlingshintergrund zu stärken, habe dagegen fantastisch funktioniert, schwärmt Joseph schon nach dem ersten Tag. Mit mehrstündiger Verspätung erreichten die Ruderer am späten Montagabend die Landesberger Schleuse, die bereits geschlossen war. So ging es für die Projektteilnehmer an Land weiter in den Nienburger Hafen, wo ihre Zelte zur Übernachtung bereitstanden und Mitglieder des gastgebenden CJD warteten. 

Keine Zeit zum Ausruhen

Ihr Schiff holten sie gestern aus Landesbergen ab. Es war wieder fast eine Tagesetappe. Gegen 17.30 Uhr machte die „Skua“ schließlich in der Kreisstadt fest. Viel Zeit zum Ausruhen blieb der Besatzung nicht. Heute steht bereits die nächste Etappe bis nach Verden auf dem Programm. Bremerhaven wollen die Ruderer am 29. Juli erreichen.

Das Integrationsprojekt „Wir sitzen alle im selben Boot“ haben mehrere Initiatoren aus Herford auf die Beine gestellt. Im vergangenen Jahr schloss der Verein „Nordstadtdrachen“ um den Vorsitzenden und Projektleiter Martin Joseph den Bau der knapp neun Meter langen „Skua“ mit dem Ziel, sie anschließend für soziale Projekte zu nutzen, ab. „Wir sitzen alle im selben Boot“ ist die Premiere, die Jungfernfahrt des Bootes.

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