Russische Delegation zu Gast

Der Ehrgeiz trägt High Heels

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Die Delegation aus Russland mit Klaus John (Dritter von rechts) und der Landfrauen-Vorsitzenden Imke Wicke (Dritte von links): Pawel Ryschow, Elena Ponomareva, Olga Moschenko und Elena Tschernigina (von links).

Warpe - Von Ina Homfeld. Russische Frauen zeichnet vor allem eines aus: die Betonung ihrer Weiblichkeit. Perfektes Make-up, High Heels und figurbetonte Kleidung gehören zum alltäglichen Outfit. Doch eines charakterisiert eine Russin ganz besonders, ihr Ehrgeiz. In kaum einem anderen Land der Welt schaffen es Frauen so vorbildlich, Familie, Haushalt und Karriere gleichzeitig zu bewältigen. Sie heiraten früh, bekommen Kinder und arbeiten in Vollzeit, ein Leben im Zweischichtbetrieb. Trotz dieser enormen Belastung liegt die Lebenserwartung russischer Frauen mit 70 Jahren rund zehn Jahre über der der Männer. Gründe für die frühe Sterblichkeit der Männer sind hoher Nikotin- und Alkoholgenuss und eine nicht zu unterschätzende Suizidrate.

Klaus John aus Gadesbünden referierte jetzt auf Einladung des Landfrauenvereins Hoya im Gasthaus Okelmann vor 200 Gästen zum Thema „Mütterchen Russland - der kleine kulturelle Unterschied zwischen deutschen und russischen Frauen.“ John arbeitet als Pflanzenbau-Manager für die russische Agrarholding Prodimex in der zentralen Schwarzerde-Region etwa 500 Kilometer südlich von Moskau. Darüber hinaus engagiert er sich in der Agrixperia, einem Unternehmen, das sich auf landwirtschaftliche Studienreisen, Agrarstudienreisen und Fachexkursionen nach Russland spezialisiert hat.

In letzterer Eigenschaft brachte der Referent Gäste aus seiner Wahlheimat Woronesch mit. Die Generaldirektorin des jungen Unternehmens, Elena Ponomareva, berichtete kurz über ihren Studien- und beruflichen Werdegang rund um den Globus.

Interessiert lauschten die Landfrauen auch dem Vortrag Olga Moschenkos. Sie betreibt mit ihrem Ehemann in Losevo eine ursprüngliche russische Landwirtschaft, engagiert sich aber auch in Betriebszweigen wie zum Beispiel einer Gastronomie, einer Apotheke und einem Hofladen unternehmerisch.

Kleinere landwirtschaftliche Betriebe stellten in Russland die Versorgung sicher, betonte Moschenko, es sei wenig mechanisiert und es gebe viel Arbeit, explizit auch für Frauen. Sie stellte die Historie ihres Betriebs nach der Befreiung vom Sowjet-Erbe dar, die Rolle der Frau in den Jahren des Umbruchs und die damit verbundene harte körperliche Arbeit. Dass diese genauso selbstverständlich sei wie die Versorgung der Eltern im Alter, betonte die russische Unternehmerin immer wieder und schloss ihren Vortrag mit dem Wunsch: „Unsere Hände müssen gesund sein!“

Klaus John stellte im Anschluss die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Löhnen und Renten dar, thematisierte die Versorgung in Stadt und Land, gab Auskünfte zum Sozialsystem und dem wichtigen Instrument „Selbstversorgung auf dem Land“. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, ein Kind sozialistischer Zeiten, beeinflusse die Lebensorientierung der Frauen nach wie vor und sorge unter anderem dafür, dass Frauen einen sehr guten Ausbildungsstand hätten, sagte der Agrarexperte. In vielen Firmen seien deshalb in führenden Positionen Frauen zu finden. Dennoch gebe es ein traditionelles Rollenverständnis, denn für die Erziehung der Kinder und die Versorgung der älteren Generation sei die Frau nach wie vor zuständig.

Olga Moschenko brachte es zum Abschluss auf den Punkt: „Der Mann ist der Kopf. Die Frau aber der Hals, der den Kopf dreht, wohin sie will“.

www.agrixperia.de

Quelle: kreiszeitung.de

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