Birgitt Grüning vom „Erlengrund“ bietet Verein Unterstützung an

Ein „eigener“ Campingplatz für Kinder aus der Ukraine

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Birgitt Grüning (r.) schwärmt über den Fotos vom vergangenen Jahr von den schönen vier Wochen mit ihren Gastkindern. Lilli Bischoff (l.) organisiert die Ferien seit 1992. ·

Nienburg - Von Beate Ney-JanßenMÜNCHEHAGEN · 25 Kinder sind versprochen – mindestens so viele will der Verein „Kinderhilfe Ukraine Barsinghausen“ in diesem Jahr für vier Wochen zu sich holen. Hilfe für die Kinder, die noch keine Gastfamilien haben, hat Birgitt Grüning vom Campingplatz „Erlengrund“ bei Münchehagen angeboten.

„Wir haben hier doch Platz. Und einen Spielplatz. Und ein Naturschwimmbad.“ Das werde schon gut gehen, wenn es tatsächlich dabei bleiben solle, dass der Barsinghäuser Verein nicht für alle Kinder Gastfamilien finde, sagt Birgitt Grüning. Dann werde eben ein Zeltlager eingerichtet auf dem Campingplatz bei Münchehagen. Auf keinen Fall solle eines der Kinder, die sich jetzt schon auf die vier Wochen in Deutschland freuten, in der Ukraine zurückbleiben.

Das Angebot hat die Inhaberin des Campingplatzes spontan gemacht, als sie von der Vorsitzenden der Kinderhilfe, Lilli Bischoff, erfuhr, dass für dieses Jahr noch nicht genügend Familien bereit waren, Kinder aufzunehmen. Seit 1992 holt Bischoff Jahr für Jahr Kinder aus der Stadt Kovel für vier Wochen nach Deutschland.

Kovel liegt zwar rund 180 Kilometer von Tschernobyl entfernt und ist deshalb eigentlich in nicht so starkem Maße von dem Reaktorunglück betroffen gewesen. Allerdings, erzählt Bischoff, seien viele Menschen aus dem Katastrophengebiet nach Kovel umgesiedelt worden. Was sich daraus ergebe, seien Menschen, die jung sterben würden oder sehr krank seien. Folgen der Katastrophe seien auch eine hohe Arbeitslosigkeit und dadurch Perspektivlosigkeit – was für die Kinder in der Region bedeute, dass viele von ihnen ohne Eltern oder in einem Elternhaus unter extrem schwierigen Bedingungen aufwüchsen. Um zumindest einigen der Kinder Jahr für Jahr zu helfen, sei der Verein gegründet worden.

Das Angebot von Birgitt Grüning erleichtert Bischoff sehr – kann sie jetzt doch sicher sein, dass alle Kinder wirklich reisen können. Grüning hatte im vergangenen Jahr erstmals zwei der Kinder bei sich aufgenommen – und schwärmt von den Wochen mit den beiden Jungen. Davon, wie bescheiden die beiden waren, wie dankbar, wie sie immer mehr Zutrauen zu ihren Gasteltern fassten und wie schön es gewesen sei, den beiden allein nur dabei zuzusehen, mit welcher Freude sie die Mahlzeiten zu sich nahmen. Für zwei Kinder, die sie in ihrem Haus aufnehmen kann, hat sich Grüning erneut angemeldet. Und nun könnten das eben mehr Kinder werden, denen sie dann ein eigenes Zeltlager einrichten würde, sagt sie.

Hilfe in vielerlei Form nimmt Lilli Bischoff aber dennoch gerne entgegen. Der Bus, mit dem die Kinder nach Deutschland kommen, muss schließlich finanziert werden, einige Ausflüge ebenso. Und Kleidung, erzählt Grüning, sei auch willkommen. Meistens reisten die Kinder mit einer kleinen Tüte statt eines großen Koffers an. Und Fahrräder – falls jemand Kinderfahrräder für vier Wochen verleihen möge, wäre das ebenfalls eine gute Sache. Wer außerdem für eines der Kinder vom 4. Juni bis zum 4. Juli zu Gasteltern werden wolle, sei herzlich willkommen.

Hilfsangebote aller Art nehmen entweder Birgitt Grüning unter Telefon 0 50 37 / 30 05 82 oder Lilli Bischoff unter Telefon 0 50 35 / 3 36 entgegen.

Quelle: kreiszeitung.de

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