Stadtarchivar Henry Meyer sammelte 180 Flurnamen in Hoya /  Ergebnisse an Arbeitskreis übergeben

Eile bei der Erforschung geboten

Trafen sich in Hoya: (v.l.) Joachim Kroll, Henry Meyer und Ulrich Dannemann. Das kleine Bild zeigt einen der gesammelten Flurnamen.

Hoya - HOYA (nie) · Der Arbeitskreis Flurnamenforschung im Kreisheimatbund Diepholz weitet seine Aktivitäten verstärkt auf die Bereiche der Stadt und Samtgemeinde Hoya sowie der Samtgemeinde Eystrup aus. Das erklärten Joachim Kroll (Syke) und Ulrich Dannemann (Heiligenfelde), beide seit 1993 für die Flurnamensammlung des Kreisheimatbundes Die p holz zuständig, bei einem Arbeitsgespräch mit Hoyas Stadtarchivar Henry Meyer.

In den Vordergrund rückte bei dem Treffen die Übergabe einer Sammlung von rund 180 Flurnamen, die der Stadtarchivar in Sisyphusarbeit in der Hoyaer Gegend zusammengetragen hatte. Eine der Quellen war für ihn dabei das Hoyaer Lagerbuch von 1583. „Da sind viele Flurnamen verzeichnet, die ich gar nicht kannte“, sagte Meyer. Die Sammlung sei sehr spannend und interessant für ihn gewesen. So erinnert der Flurname „Hopfenhof“ daran, dass zu Zeiten der Grafen Bier in Hoya gebraut wurde. Es gab einen „Superintendenten Kamp“ und der hieß davor „Regimentskamp“.

Während die Flurnamenforscher in vielen Gemeinden auf einige Namen in Verbindung mit „Sünder“ stießen, gibt es in Hoya davon bis dato keine Spur – dafür in Hoyerhagen den „Sünderberg“. Meyer: „Dort hin sind wir früher mit dem Turnverein gewandert.“ Kroll und Dannemann planen in nächster Zeit ein Gespräch mit Frauen und Männern im Hoyaer Land zu führen, um die Forschung nach alten Flurbezeichnungen zu intensivieren. Der Arbeitskreis hat im Laufe von Jahren rund 15 000 Flurnamen im Bereich des Kreisheimatbundes erforscht und gedeutet. Kroll dazu: „Es gilt noch, manches Rätsel zu lösen“.

Flurnamen seien spannende Rätsel der Vergangenheit und stellen für die Heimatforschung einen wichtigen Bestandteil dar. Kroll: „Flurnamen sind wie Ortsnamen Geschichtsquellen von einzigartigem Wert, weil sie oft weiter zurückreichen als Urkunden und andere historische Dokumente.“ Meyer wies in dem Gespräch auf die Chroniken von Dietrich Ohlmeyer (früher Direktor der Raiffeisengenossenschaft) hin, der darin schon Flurnamen Hassels und der Umgebung benennt. Es wurden in den 1930er-Jahren von der Schule in Hassel rund 100 Namen gesammelt. „Es war damals ein staatliches Programm in Niedersachsen ausgewiesen, nach bestimmten Mustern Flurnamen zu sammeln. Das Ergebnis ist jetzt Grundlage für unsere Sammlung“, so Kroll. Mit jedem Bauer, der stirbt, so hieß es schon früher, gehen fünf Flurnamen verloren. In der Samtgemeinde Hoya gibt es bereits einige aktive Flurnamensammler, die schon Diverses zusammengetragen haben. Ein gänzlich weißer Fleck ist die Samtgemeinde Eystrup mit den Orten Eystrup, Mahlen, Gandesbergen, Hämelhausen und Hassel. Kroll: „Hier suchen wir nach Mitstreitern.“ Der Stadtarchivar ist guter Dinge: Einige Flurnamen habe man schon, weitere würden mit Sicherheit noch erforscht.

In der Samtgemeinde Hoya gibt es mit Eitzendorf, Heesen, Hilgermissen, Magelsen, Mehringen, Ubbendorf, Wechold, Wienbergen, Schweringen und Windhorst laut Kroll noch nach Namen zu erforschende Gebiete: „Ganz deutlich wird uns an den Flurnamen auch der Wandel der Sprache.“ Oft seien diese so „zersprochen“ und „verschliffen“, dass sie den ursprünglichen Sinn völlig entstellen. Die dringlichste Quelle um Flurnamen zu erforschen, sei die mündliche Überlieferung der Einheimischen. Diese versiege jedoch immer mehr, auch im Hoyaer Land. Deshalb sei Eile geboten, sie zu erforschen.

Quelle: kreiszeitung.de

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