Polizist gibt Sicherheitstipps 

„Ein gesundes Misstrauen beleidigt niemanden“

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Gerd Kertzinger betonte, dass Senioren nicht stärker von Betrügern gefährdet sind wie jüngere Menschen.

Bücken - Von Ina Homfeld. Tipps zum Umgang mit kriminellen Trickbetrügern gab auf Einladung des Landfrauenvereins Hoya Polizeikommissar Gerd Kertzinger am Donnerstag im Bücker Gasthaus Thöle.

Die Angst, Opfer von Kriminalität und Gewalt zu werden, ist bei Senioren besonders groß. Gerd Kertzinger, Polizeikontaktbeamter der Stadt Nienburg, erklärte jedoch, dass Senioren laut Statistik nicht stärker gefährdet sind als jüngere Mitbürger. Folglich stand sein Vortrag vor rund 100 Landfrauen auch unter dem Titel „Sicherheitstipps (nicht nur) für Senioren“.

Der demografische Wandel macht auch vor den Trickbetrügern nicht Halt, sagte Kertzinger, auch Senioren betrügen. Dies werde oft verkannt, denn oftmals sei es der gut aussehende, gepflegte älterer Herr, der sich als Betrüger entpuppt. Die Täter seien höflich, freundlich, gut gekleidet und verfügten neben einer guten Menschenkenntnis über eine geschickte Gesprächstaktik. Damit falle es ihnen leicht, Vertrauen zu erwecken und einen Zugang zu den Opfern zu finden.

„Ein gesundes Misstrauen beleidigt Niemanden“, dieser Rat zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag. „Machen Sie keinem Fremden auf, sichern Sie die Haustür, und verlassen Sie sich vor allem auf Ihr Bauchgefühl, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt!“, empfahl der Polizeikommissar den Landfrauen. „Halten Sie im Zweifel Rücksprache mit einer Person Ihres Vertrauens, oder informieren Sie die Polizei unter Notruf 110, wenn Sie ein unsicheres Gefühl haben!“

Niemand sollte Fremde ungeprüft in die Wohnung lassen – auch keine Polizisten, fügte Kertzinger hinzu, denn es sei heute einfach, Dienstausweise zu fälschen. Besser sei es immer, sich bei der zuständigen Polizeistation über die Identität des angeblichen Polizisten telefonisch rückzuversichern.

„Wehren Sie sich, sofort, ohne Zögern!“

Ein weiterer Tipp des Referenten: „Tragen Sie nur so viel Bargeld bei sich, wie Sie unbedingt benötigen! Besser noch, sie zahlen bargeldlos. Und achten sie darauf, dass Sie beim Abheben am Geldautomaten nicht ausspioniert werden.“ Bei einem unsicheren Gefühl sei es besser, den Abhebevorgang abzubrechen und auf später zu verschieben. Habe man das Gefühl, beobachtet zu werden, sollten umstehende Passanten um Hilfe gebeten werden.

Für den Fall eines Übergriffs sagte Gerd Kertzinger: „Wenn Sie es sich zutrauen, wehren Sie sich sofort und ohne zu zögern.“ Gegenwehr sei etwas, was die wenigsten Täter erwarteten. Nach den Erfahrungen der Polizei würden viele Überfälle allein deshalb abgebrochen, weil das Opfer sich lautstark durch Schimpfen oder Schreien bemerkbar macht.

Zum Abschluss appellierte der Polizist aber auch daran, anderen zu helfen – und sei es nur in Form einer Zeugenbeobachtung. „Notieren Sie das Aussehen eines Täters, seiner Kleidung, die Fluchtrichtung, und verständigen sie sofort die Polizei über Notruf 110. Dann kann eine Straftat gezielt verfolgt werden.“

Wer sich rückversichern möchte, ob ein Polizist „echt“ ist, erreicht die Polizei in Hoya unter Telefon 04251/934640, die in Eystrup unter Telefon 04254/8251.

Quelle: kreiszeitung.de

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